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Bad Kleinen verliert trotz großem Kampf: Papenburg siegt 2:1

Es war ein Abend, an dem in Bad Kleinen die Flutlichtmasten glühten und 40.084 Zuschauer den Atem anhielten. Ein Abend, an dem man spürte, dass Fußball manchmal grausam ehrlich ist. Bad Kleinen spielte mutig, bissig, mit offenem Visier - und stand am Ende doch mit leeren Händen da. Der SC Papenburg nahm mit einem 2:1-Auswärtssieg drei Punkte mit auf die lange Rückreise und zeigte, warum man sie in dieser Saison besser nicht unterschätzt.

Dabei begann alles so verheißungsvoll für die Hausherren. In der 16. Minute brach die Arena förmlich aus, als Marek Matusiak nach einem butterweichen Zuspiel von Manuel Semeraro das Leder aus kurzer Distanz unter die Latte nagelte. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Matusiak später, "und gehofft, dass der Ball mich nicht blamiert." Hoffnung erfüllt, Führung da - Bad Kleinen war obenauf.

Doch wer zu früh jubelt, bekommt oft die Retourkutsche. Nur vier Minuten später zeigte der SC Papenburg, dass sie den Namen "Ronaldo" nicht umsonst im Sturm tragen. Hugo Ronaldo, 28, der Mann mit dem Torinstinkt, vollendete einen schnellen Angriff über Tristan Middag eiskalt zum 1:1-Ausgleich. Das Publikum war kurz still, dann hörte man aus der Fankurve ein resigniertes "War ja klar, dass der trifft".

Das Spiel blieb danach ein offener Schlagabtausch - zehn Torschüsse für Bad Kleinen, neun für Papenburg, das sagt alles. Während die Hausherren auf kontrollierte Offensive setzten, schien Papenburg aus jeder Lage abzudrücken. Die Gäste spielten aggressiv, offensiv und mit einer Prise Übermut, die man nur lieben oder hassen kann.

In der zweiten Hälfte dann der Knackpunkt: 49. Minute, wieder ein Angriff über rechts. Tristan Middag, der Papenburger Dauerläufer mit unermüdlichen Motor, legte quer, und der junge Xabier Galan drückte den Ball über die Linie. 2:1 für Papenburg - und man konnte förmlich sehen, wie Trainer Frank Helmbrecht an der Seitenlinie die Faust ballte, als hätte er gerade das Lotto gewonnen. "Wir hatten uns vorgenommen, direkt nach der Pause Druck zu machen", sagte Helmbrecht nach dem Spiel. "Und dann passiert genau das, was man sich als Trainer wünscht - selten genug übrigens."

Bad Kleinen versuchte, zu reagieren. Coach Cw WC - allein der Name ist schon Pflichtprogramm für Schlagzeilen - brachte frische Kräfte: Schuster für Krebs, Thomas für Meister, Nene für Esser. "Wir wollten das Spiel drehen, aber Papenburg hat clever verteidigt", erklärte WC und zog dabei eine Grimasse, die irgendwo zwischen Frust und Fassungslosigkeit lag.

Es war nicht so, dass Bad Kleinen keine Chancen mehr gehabt hätte. Meik Köhler prüfte den Papenburger Keeper Cabrera gleich mehrfach, einmal in der 84. Minute mit einem Schuss, der nur Zentimeter am Pfosten vorbeistrich. "Ich schwör’s, der Ball hat sich gegen mich verschworen", murmelte Köhler später und lachte - halb im Scherz, halb im Schmerz.

Auch die Zweikämpfe blieben hart, aber fair - na ja, meistens. Jannik Wimmer sah früh Gelb, Papenburgs Taylor Auch tat es ihm nach der Pause gleich. Beide hätten sich über Strafen nicht beschweren dürfen, beide taten es trotzdem. "Ich hab doch nur den Ball gespielt!", rief Wimmer Richtung Schiedsrichter, worauf dieser trocken antwortete: "Den Ball, ja - und den halben Gegner gleich mit."

Die Schlussphase war ein wilder Tanz: Bad Kleinen mit vollem Einsatz, Papenburg lauerte auf Konter. Die Gäste verteidigten klug, brachten das Ergebnis über die Zeit und jubelten am Ende ausgelassen. "Ein Sieg des Willens", kommentierte Papenburgs Kapitän Pierre Forsythe, "und ein bisschen Glück hatten wir natürlich auch."

Am Ende standen in der Statistik fast ausgeglichene Zahlen - 51,5 Prozent Ballbesitz für Papenburg, 48,5 für Bad Kleinen - doch das Ergebnis sprach eine klare Sprache: Effizienz schlägt Engagement.

Und so blieb den Fans von Bad Kleinen nur der Applaus für eine aufopferungsvolle Leistung. "Wenn wir so weiterspielen, holen wir unsere Punkte schon noch", tröstete sich Trainer WC. Vielleicht. Aber an diesem Abend war der Fußball wieder der alte Philosoph: gnadenlos ehrlich, ein bisschen gemein - und für Papenburg einfach schön.

Kurz gesagt: Bad Kleinen spielte, Papenburg siegte. Manchmal ist das eben der Unterschied zwischen Leidenschaft und Ligaerfahrung.

24.10.643987 00:25
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