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Bornaer SV stürmt mit 4:2 gegen Hordel ins Pokalfinale

Pokal | Halbfinale | 03.08.26 | Bornaer SV - TuS Hordel 4:2

Der Bornaer SV steht im Pokalfinale. Im Halbfinale setzte sich die Mannschaft von Trainer Wer Ninho am Montagabend mit 4:2 (1:0) gegen TuS Hordel durch - in einem Spiel, das zunächst nach kontrollierter Arbeit aussah und später sämtliche Drehbuchautoren arbeitslos machte.

Vor 35.000 Zuschauern begann Borna offensiv, breit und mit jener Entschlossenheit, die man im Pokal gern sieht und beim Gegner eher weniger. Die Gastgeber suchten früh den Weg über die Flügel, schossen aus allen Lagen und stellten Hordels Abwehr damit vor die unangenehme Frage, ob sie eigentlich noch ein zweites Paar Beine dabeihatte.

Die Antwort kam nach sieben Minuten. Nach Vorarbeit von Matthew Fairchild traf Innenverteidiger Miroslav Kopic zur frühen Führung. Ein Abwehrspieler als Torschütze - der Pokal bleibt eben der Wettbewerb, in dem selbst die Männer mit dem Sicherheitsgurt im Trikot plötzlich vorne auftauchen. Kopic hatte zuvor bereits selbst auf das Tor geschossen und bewies damit, dass er seine Stellenbeschreibung offenbar nur als unverbindliche Empfehlung betrachtet.

Hordel blieb zunächst im Spiel. Die Gäste lauerten auf Konter, schlugen lange Bälle und kamen durch Fjodor Koroljuk, Tim Pfeiffer und Lukas Römer zu gefährlichen Abschlüssen. Doch Borna hatte mehr vom Ball, wenn auch nur knapp: 51,43 Prozent Ballbesitz standen am Ende 48,57 Prozent für Hordel gegenüber. Der Unterschied lag weniger in der Kontrolle als in der Konsequenz. Bornaer SV brachte 21 Torschüsse zustande, Hordel acht.

"Wir wollten mutig auftreten und nicht erst höflich anklopfen", hätte Borna-Trainer Wer Ninho nach dem Spiel sagen können. Tatsächlich wirkte seine Mannschaft in der ersten Halbzeit genau so: offensiv, körperlich präsent und mit einer bemerkenswerten Lust, den Ball in Richtung Hordeler Tor zu befördern. Hordels Trainerin Ute Finkeldy setzte dagegen auf Umschaltmomente. In einer fiktiven Szene am Spielfeldrand hätte sie ihrem Team wohl zugerufen: "Der lange Ball ist kein Selbstzweck - er muss auch irgendwo ankommen." Ganz falsch wäre das nicht gewesen.

Kurz nach Wiederbeginn wurde es turbulent. In der 46. Minute glich Tim Pfeiffer für TuS Hordel aus. Plötzlich war die Partie wieder offen, und für einige Minuten sah Borna aus wie eine Mannschaft, die sich beim Halbzeittee zu sicher gefühlt hatte. "Jetzt bitte nicht nervös werden", raunte ein Bornaer Ersatzspieler sinngemäß - jener Satz, der im Fußball erfahrungsgemäß zuverlässig dafür sorgt, dass alle noch nervöser werden.

Borna antwortete mit Druck. Eric Desjardins prüfte Hordels Torwart Jacob Montgomery kurz hintereinander, Vincent Varela und Claudios Bleecker sorgten über die Außen für Betrieb. In der 76. Minute brachte Fairchild die Gastgeber wieder in Führung. Nur zwei Minuten später erhöhte Bleecker auf 3:1. Der rechte Angreifer hatte bereits zuvor mehrfach den Abschluss gesucht und nun offenbar beschlossen, dass Geduld zwar eine Tugend, aber im Halbfinale völlig überbewertet sei.

Hordel gab sich nicht geschlagen. In der 79. Minute verkürzte Koroljuk auf 2:3, nachdem Klaus Merkel die Vorlage geliefert hatte. Für einen Moment war das Stadion ein brodelnder Kessel, und selbst die Zuschauer, die vermutlich innerlich bereits das Finale planten, mussten ihre Siegesgesänge kurz unterbrechen.

Borna überstand die Schlussphase jedoch souverän. Nach einer Verletzung von Rolando Longo wurde der rechte Verteidiger in der 80. Minute durch Filippo Vitale ersetzt. In der Nachspielzeit machte Bleecker alles klar: Sein zweiter Treffer zum 4:2, vorbereitet von Cameron Reid, besiegelte Bornaers Finaleinzug.

Am Ende blieb die Erkenntnis: Borna hatte nicht viel mehr Ballbesitz, aber deutlich mehr Wucht. Hordel kämpfte, konterte und hielt lange dagegen - doch gegen 21 Torschüsse und einen Bleecker im Torrausch hilft selbst die beste Pokalromantik nur bedingt. Der Bornaer SV darf feiern. Hordel darf analysieren. Und irgendwo wird bereits jemand behaupten, er habe den Ausgang genau so vorhergesagt.

04.08.2026 08:38
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