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Eschborn ringt Bad Kleinen im Chancenfestival mit 1:0 nieder

Ein lauer Winterabend, 48.831 Zuschauer im Eschborner Stadion und ein Spiel, das nach dem ersten Blick auf die Statistik eher 4:0 hätte enden müssen. Doch der 1. FC Eschborn begnügte sich am 27. Spieltag der 1. Liga Deutschland mit einem knappen 1:0 gegen Bad Kleinen - ein Resultat, das in Zahlen nüchtern klingt, in der Realität aber ein kleines Drama in 90 Minuten war.

Trainer Yas Sin konnte sich nach dem Abpfiff ein Grinsen nicht verkneifen. "Wir hätten wahrscheinlich noch zwei Stunden spielen können, und der Ball hätte trotzdem das Tornetz nicht mehr gefunden", sagte er lachend. "Aber gut - ein Tor reicht ja, wenn man hinten dicht hält."

Dieses eine Tor fiel in der 24. Minute. Linksverteidiger Werner Ledig, der schon zu Beginn mit einem satten Schuss aus der Distanz auffiel, zog nach einem feinen Steckpass von Youngster Marvin Wegner einfach mal ab - und der Ball zappelte unhaltbar im rechten oberen Eck. Der Rest war Jubel, Fäuste in der Luft und ein erleichtertes Aufatmen auf den Rängen.

"Eigentlich sollte ich absichern, nicht schießen", gab Ledig später zu und grinste in die Mikrofone. "Aber der Ball lag da so schön - da konnte ich ja schlecht Nein sagen."

Bad Kleinen versuchte danach, Struktur ins Spiel zu bringen, doch Eschborn ließ Ball und Gegner laufen. 58 Prozent Ballbesitz, 21 Torschüsse - gegen gerade einmal vier Abschlüsse der Gäste. Die Eschborner Offensive um Buchholz, Holz und den agilen Rechtsaußen Bernt Geier wirbelte, aber scheiterte immer wieder an Torhüter Kurt Hagen, der einen dieser Tage hatte, an denen jeder Ball wie von Magneten angezogen in seinen Händen landete.

"Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft ich fliegen musste", sagte Hagen kopfschüttelnd. "Aber ehrlich: So viel Spaß hatte ich lange nicht mehr."

Die Zuschauer sahen ein Spiel, das in seiner Einseitigkeit dennoch spannend blieb. Denn solange es nur 1:0 steht, schwebt das Gespenst des Ausgleichs über dem Platz. In der 83. Minute war es dann fast so weit: Bad Kleinens Stürmer Meik Köhler tauchte nach einem Konter plötzlich vor Keeper Amaury Alvarez auf, doch der Eschborner Schlussmann parierte glänzend - und klatschte sich danach selbst ab. "Da war mir kurz schlecht", gestand Trainer Sin später.

Die Gäste, von Coach Cw WC offensiv ausgerichtet, wirkten bemüht, aber ohne Durchschlagskraft. Nach einer Stunde verletzte sich der eingewechselte Fernando Jorge unglücklich und musste mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Feld - ein Knick in der Moral. "Das war bitter", sagte WC trocken. "Danach war irgendwie die Luft raus."

Eschborn hielt das Tempo hoch, wechselte zur Pause gleich dreifach. Der 18-jährige Sven Will kam für Meik John, der schon in der 19. Minute Gelb gesehen hatte, und brachte frischen Wind. Auch wenn Will später selbst Gelb kassierte - sein Einsatz war unübersehbar.

Im Mittelfeld zog der junge Elliot Caroll die Fäden, während Leandro Herrero und Wegner für Balance sorgten. "Die Jungs sind jung, aber sie lernen schnell", lobte Sin. "Und sie hören wenigstens zu - meistens."

Statistisch gesehen war das Spiel eine Demonstration: 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe, fast 60 Prozent Ballbesitz, dazu ein Pressing, das spätestens ab der 2. Halbzeit Bad Kleinen kaum mehr über die Mittellinie ließ.

Doch das zweite Tor wollte einfach nicht fallen. Tomasz Buchholz - dreimal frei vor dem Tor, dreimal knapp vorbei. Bernt Geier - drei Schüsse in den letzten zehn Minuten, alle knapp über die Latte. "Ich hab gedacht, der Ball hat was gegen mich persönlich", witzelte Geier nach Abpfiff.

Am Ende blieb es beim 1:0, und der Schlusspfiff klang fast wie eine Erleichterung. Die Eschborner Fans feierten, als hätten sie gerade die Meisterschaft gewonnen - was nach diesem nervenaufreibenden Chancenwucher auch verständlich war.

"Wir hätten das Ding früher zumachen müssen", resümierte Sin, "aber wenn man so viele junge Spieler hat, gehört das dazu. Wichtig ist, dass wir wieder gewinnen - und dass Werner Ledig jetzt wahrscheinlich denkt, er sei Mittelstürmer."

Ein Journalist fragte daraufhin Ledig, ob er nächste Woche wieder so weit vorne auftauchen werde. Der grinste breit: "Wenn’s läuft, läuft’s. Aber keine Sorge - ich bleibe Linksverteidiger. Meistens."

So geht Eschborn mit drei Punkten im Gepäck in die kommende Woche, während Bad Kleinen trotz engagiertem Auftritt mit leeren Händen dasteht. Ein Spiel, das beweist: Fußball ist manchmal Mathematik mit Humor - 21:4 Torschüsse, 1:0 Tore.

Und irgendwo in der Eschborner Kabine soll man nach dem Spiel gehört haben, wie jemand sagte: "Wenn’s so weitergeht, brauchen wir bald zwei Tore, um eines zu machen." Ironisch, aber treffend.

08.12.643987 20:53
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