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Bundesliga | 33. Spieltag | 07.08.26 | 1. FC Eschborn - Ludwigshafen 4:1 Dabei begann der Abend zunächst mit einem kleinen statistischen Witz: Ludwigshafen hatte am Ende mehr Ballbesitz, 53,04 Prozent nämlich. Eschborn hatte dafür die deutlich bessere Idee, was man mit dem Ball anfangen kann. 17 Torschüsse der Gastgeber standen sieben der Gäste gegenüber. Ballbesitz ist eben manchmal wie ein großer Koffer: beeindruckend anzusehen, aber nicht unbedingt nützlich, wenn man damit nicht vom Fleck kommt. Eschborn startete offensiv und zielstrebig. Olivier Barre prüfte bereits in der ersten Minute die Aufmerksamkeit der Ludwigshafener Defensive, kurz darauf folgten Versuche von Bernt Geier, Jacob Holz und Ethan Marley. Ludwigshafen kam durch Olaf Christensen und Oleg Smertin zwar ebenfalls zu Abschlüssen, doch die Gastgeber wirkten wacher, bissiger und in den entscheidenden Momenten klarer. Kurz vor der Pause schlug dann Jacob Holz zu. In der 45. Minute traf der 32-Jährige nach Vorarbeit von Adamantios Manos zum 1:0. Die Eschborner Bank sprang auf, die Tribünen wurden laut, und Ludwigshafen durfte sich in der Kabine mit der unangenehmen Frage beschäftigen, warum eine Mannschaft mit mehr Ballbesitz trotzdem hinten lag. Fußball kann grausam sein. Vor allem, wenn er recht behält. "Wir wollten nach der Pause nicht verwalten, sondern weiter Fußball spielen", erklärte Trainer Yas Sin später sinngemäß. Tatsächlich kam Eschborn mit noch mehr Druck aus der Kabine. Ludwigshafen wechselte zur zweiten Halbzeit Maurizio Domanico für den bis dahin auffälligen Christensen ein, doch die gewünschte Wende blieb aus. Stattdessen fiel in der 50. Minute der Ausgleich. Ernesto Vaz traf nach Zuspiel von Callum Bosworth zum 1:1. Für einen kurzen Moment durfte Ludwigshafen hoffen, das Spiel könne kippen. Diese Hoffnung hielt ungefähr neun Minuten. Dann war wieder Holz an der Reihe. Nach Vorarbeit von Geier erzielte er in der 59. Minute sein zweites Tor des Abends und brachte Eschborn erneut in Führung. Der Gastgeber presste nun aktiver, kombinierte sicherer und schien den Schalter endgültig gefunden zu haben. Ludwigshafens John Beecroft sah bereits früh Gelb und musste in der 79. Minute nach einer Roten Karte vorzeitig vom Platz. Spätestens da war die Angelegenheit für die Gäste nicht nur schwierig, sondern ungefähr so angenehm wie ein Zahnarzttermin ohne Betäubung. In der 67. Minute erhöhte Geier selbst auf 3:1, erneut nach Vorlage von Manos. Eschborn hatte nun alles im Griff, obwohl Ludwigshafen den Ball weiterhin häufiger in den eigenen Reihen hielt. Die Zweikampfquote der Gastgeber von 53,69 Prozent passte zum Bild: Eschborn war dort, wo es wehtat - und meistens ein kleines bisschen früher. Den Schlusspunkt setzte in der Nachspielzeit Jannis Stephan. Der 17-Jährige, der kurz zuvor eingewechselt worden war, traf in der 91. Minute nach Vorlage von Jesus Mann zum 4:1. Ein Einstand, der besser kaum hätte ausfallen können. "Ich hatte eigentlich nur vor, keinen Unsinn zu machen", lautete Stephans frei formulierte, augenzwinkernde Reaktion am Spielfeldrand. "Dann kam der Ball." Ludwigshafens Trainer Frank Seil musste mit ansehen, wie seine Mannschaft trotz ordentlicher Ballkontrolle und sieben Abschlüssen deutlich unterging. Eschborn dagegen zeigte offensive Konsequenz, gewann verdient und machte aus einem zunächst engen Abend eine klare Sache. Ludwigshafen hatte den Ball. Eschborn hatte die Tore. Und am Ende ist das im Fußball leider immer noch die unhöflich überzeugendere Argumentation. 08.08.2026 09:30 |
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