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Bundesliga | 17. Spieltag | 27.08.26 | 1. FC Eschborn - Osnabrück 5:3 Dabei begann die Partie mit einem kleinen Schock für die Gastgeber. Osnabrück startete offensiv, schoss aus allen möglichen und vermutlich auch einigen unmöglichen Lagen und belohnte sich in der 16. Minute. Torsten Reiter traf zur Führung, vorbereitet von Dirk Mai. Eschborns Abwehr wirkte in dieser Phase ungefähr so entspannt wie ein Torwart bei einem Elfmeter im Elfmeterschießen. Doch die Mannschaft von Trainer Yas Sin antwortete eindrucksvoll. In der 24. Minute glich Patrick Herrmann aus, nachdem Ivo Bednar die Vorarbeit geliefert hatte. Nur eine Minute später drehte Adamantios Manos die Partie sogar komplett. Harry Washington legte auf, Manos schloss ab - 2:1. Im Eschborner Fanblock wurde bereits über die Höhe des Sieges diskutiert, da erinnerte Osnabrück daran, dass ein Fußballspiel gewöhnlich 90 Minuten dauert. In der 38. Minute erzielte Liam Wahl nach Zuspiel von Horst Ebert den Ausgleich zum 2:2. Halbzeit. Durchatmen? Kaum. "Ich habe den Jungs gesagt, sie sollen ruhig bleiben", erklärte Trainer Sin nach dem Abpfiff mit jener Gelassenheit, die Trainer bevorzugt zeigen, wenn ihre Mannschaft gerade acht Tore produziert hat. "Offenbar haben sie den ersten Teil des Satzes gehört." Eschborn kam mit verändertem Personal aus der Kabine, Max Wilhelm ersetzte Jaime de Villota. Und der Gastgeber startete erneut furios. In der 49. Minute war es wieder Herrmann, der Osnabrücks Torhüter Robert Paul überwand. Ethan Marley hatte den Treffer vorbereitet. Herrmann, der später noch ein drittes Tor erzielen sollte, war damit der Mann des Abends - und vermutlich derjenige, der beim Mannschaftsessen die Rechnung nicht übernehmen muss. Osnabrück blieb allerdings gefährlich. Trainer Carsten Baumann hatte seine Mannschaft von Beginn an offensiv und mit langen Bällen agieren lassen. Das führte nicht immer zu kontrolliertem Spiel, aber regelmäßig zu Arbeit für Eschborns Torhüter Catalin Bükössy. In der 73. Minute traf Ebert selbst zum 3:3, vorbereitet von Robin Münch. Wieder war alles offen, wieder begann das große Rechnen: Wer würde zuerst nervös werden? Die Antwort lautete: niemand. Oder alle. Eschborn hatte am Ende 14 Torschüsse, Osnabrück zehn. Beim Ballbesitz lagen beide Teams praktisch gleichauf: 50,2 Prozent für Eschborn, 49,8 für die Gäste. Auch in den Zweikämpfen lag der Gastgeber mit einer Quote von 52,3 Prozent knapp vorn. Es waren Kleinigkeiten - und ein besonders kräftiger Schlussspurt. In der 88. Minute setzte Tomasz Buchholz den Ball zum 4:3 ins Netz. Eine Minute später machte Herrmann seinen Dreierpack perfekt, diesmal nach Vorlage von Manos. Die Osnabrücker Abwehr hatte in diesen Momenten offenbar beschlossen, den dramatischen Aufbau des Abends nicht zu stören. "Beim 3:3 dachte ich kurz: Das wird heute nichts mehr", sagte Herrmann angeblich lachend. "Dann habe ich mir gesagt: Wir haben ja noch zwei Minuten." Baumann blieb sachlich: "Wir haben viel investiert. Aber am Ende haben wir Eschborn zu viel Raum gegeben." Das klingt nüchtern - vermutlich, weil "Wir haben die Partie in den letzten Minuten verschenkt" im Trainerhandbuch weniger elegant aussieht. Eschborn gewinnt 5:3, bleibt offensiv überzeugend und defensiv zumindest unterhaltsam. Osnabrück fährt mit drei Toren nach Hause, aber ohne Punkte. Für neutrale Zuschauer war es ein Fest. Für die Trainer vermutlich eher eine Gruppenübung zur Stressbewältigung. 27.08.2026 21:08 |
Sprücheklopfer
Ich habe viel mit Mario Basler gemeinsam. Wir sind beide Fußballer, wir trinken beide gerne mal einen, ich allerdings erst nach der Arbeit.
Felix Magath