// Startseite
| Sportecho |
| +++ Sportzeitung für Deutschland +++ |
|
|
|
Eschborn begann mutig, direkt und mit jener angenehmen Unbekümmertheit, die Auswärtsteams entwickeln, wenn sie nichts zu verlieren haben. Bereits in der siebten Minute prüfte Tomasz Buchholz Hannovers Defensive. Adamantios Manos legte nach, und in der 14. Minute belohnte er den forschen Auftritt: Nach Vorarbeit von Peter Penksa traf Manos zum 1:0 für die Gäste. Hannover hatte zwar etwas mehr Ballbesitz, doch Eschborn hatte zunächst die besseren Ideen. 47,9 Prozent Ballbesitz reichten den Gästen, um immer wieder gefährlich in die Räume zu stoßen. Die Mannschaft von Yas Sin spielte offensiv, suchte den Konter und schickte die Bälle anfangs gern auf die lange Reise. Kurzpasspoesie war offenbar nicht bestellt worden. In der 35. Minute schlug Buchholz erneut zu. Nach Vorarbeit von Manos erhöhte der Angreifer auf 2:0. Eschborn hatte zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich mehr Torschüsse abgegeben - am Ende sollten es 17 sein, Hannover kam auf zwölf. Die Gastgeber wirkten phasenweise, als hätten sie den Pokalabend mit einem gemütlichen Trainingsspiel verwechselt. Doch kurz vor der Pause meldete sich Hannover zurück. In der 45. Minute verwertete Diego Barbosa eine Vorlage von Dusko Neziri und verkürzte auf 1:2. Ein Treffer zum psychologisch günstigsten Zeitpunkt - oder, aus Sicht der Gäste, zum denkbar ungünstigsten. In einer zugespitzten, fiktiven Szene am Spielfeldrand hätte Trainer Daniel Dietrich wohl sagen können: "Wir wollten eigentlich ruhig in die Pause gehen. Dann haben wir uns gedacht: Warum eigentlich?" Die Antwort gab Hannover nach dem Seitenwechsel auf dem Platz. Die Gastgeber blieben offensiv ausgerichtet, verlagerten ihr Spiel stärker über die Flügel und erhöhten den Druck. Schon in der 49. Minute fiel der Ausgleich: Ellis Cabell traf nach Zuspiel von Guillermo Assis zum 2:2. Plötzlich war die Partie wieder offen, und Eschborns komfortabler Vorsprung hatte sich in Luft aufgelöst - Pokalromantik, nur ohne Kerzenlicht. Hannover blieb nun am Drücker. Eschborn presste aktiv, arbeitete intensiv und zeigte sich keineswegs beeindruckt. Doch in der 65. Minute drehte Neziri das Spiel endgültig. Wieder war Assis der Vorbereiter, Neziri vollendete zum 3:2. Aus dem Rückstand war innerhalb von 20 Minuten eine Führung geworden. Hannover hatte das Spiel nicht überrollt, aber es konsequent an sich gezogen. Eschborn gab sich nicht geschlagen. Olivier Barre und Buchholz suchten bis in die Schlussphase den Abschluss, Harry Washington sah in der 88. Minute Gelb. Auch Hannover musste in den letzten Minuten noch einmal tief durchatmen. Die Gäste kamen auf mehr Torschüsse und gewannen mit 51,7 Prozent sogar leicht mehr Zweikämpfe. Nur in der wichtigsten Statistik lagen sie hinten: auf der Anzeigetafel. Trainer Yas Sin wechselte spät noch einmal, Hannover brachte Gianluca Longo zur Stabilisierung. In einer ebenfalls erfundenen Kabinenszene könnte Neziri nach dem Abpfiff trocken gesagt haben: "Wir haben es spannend gemacht, damit die 57161 Zuschauer ihr Geld nicht nur für Bratwurst ausgegeben haben." So blieb Hannover nach einem turbulenten Pokalabend im Wettbewerb. Eschborn nahm Anerkennung mit - und vermutlich den festen Vorsatz, künftig nicht mehr jede Führung bis zur Pause zu verschenken. 26.08.2026 20:36 |
Sprücheklopfer
Das muss man verstehen, dass er Schwierigkeiten hat sich einzugewöhnen. Er ist die deutsche Sprache noch nicht mächtig.
Jürgen Wegmann