Diarios de Futbol
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Academia Lima legt vor: Ein 2:0, das nach mehr schmeckt

Wenn 53.100 Zuschauer im Estadio Nacional de Lima aufstehen, weil ihr Team trifft, dann vibriert selbst der Beton. An diesem Donnerstagabend war das zweimal der Fall - und jedes Mal war es eine Mischung aus Wucht, Wille und ein bisschen Wahnsinn, was Academia Lima beim 2:0 (1:0) über die Alacranes Durango im Achtelfinal-Hinspiel der Amerikaliga auf den Rasen brachte.

Schon in den ersten Minuten war klar: Hier würde es nicht langweilig werden. Nach gerade einmal zwei Minuten sah Arnfinn Berg Gelb - und zwar für ein Einsteigen, das man nur mit viel Fantasie als "energisch" bezeichnen konnte. "Ich wollte nur den Ball spielen", erklärte der junge Linksverteidiger später mit einem Grinsen, "aber der Ball wollte offenbar nicht." Trainer Olli Kahn verzog am Spielfeldrand das Gesicht, wie man ihn noch aus seiner aktiven Zeit kennt - eine Mischung aus Entsetzen und unterdrücktem Donnerwetter.

Doch Lima blieb im Angriffsmodus. Die Statistik zeigte später: 16 Torschüsse, 51 Prozent Ballbesitz, 54 Prozent gewonnene Zweikämpfe. All das deutet darauf hin, dass die Akademiker von der ersten Sekunde an die Kontrolle suchten - und fanden. In der 19. Minute war es dann soweit: Nach feinem Zuspiel von Pieter Tilleman stand David Galindo goldrichtig und drosch die Kugel aus zwölf Metern unter die Latte. 1:0. Stadion im Ausnahmezustand. "Ich hab’ gar nicht gesehen, dass der Ball drin war - ich hab’s am Lärm gemerkt", lachte Galindo später.

Durango, das Team mit dem klangvollen Spitznamen "die Skorpione", stach allerdings kaum. Sechs Torschüsse in 90 Minuten - das war zu wenig, um die solide Defensive der Limenos zu erschüttern. Ihr Trainer Manni Kaltz versuchte es mit norddeutscher Gelassenheit: "Wir hatten die Chancen, die wir verdient hatten - also keine."

Trotz des Führungstreffers blieb das Spiel bissig. Nach einer weiteren Verwarnung für Rechtsverteidiger Manuel de Gogorza (12.) und mehreren grenzwertigen Zweikämpfen kochte die Partie kurz vor der Stunde über. Berg, der bereits Gelb gesehen hatte, grätschte noch einmal beherzt - zu beherzt. Gelb-Rot in der 63. Minute. Kahn drehte sich wortlos um, stapfte zur Bank und ließ Ersatzmann Joaquin Gutierrez zum Aufwärmen schicken. "Arnfinn ist jung, er lernt noch, dass Mut und Wahnsinn zwei verschiedene Dinge sind", kommentierte der Coach später trocken.

Trotz Unterzahl blieb Lima das aktivere Team. Die Gäste versuchten mit späten Wechseln - Pacos und Holmqvist kamen - noch einmal Druck aufzubauen, aber es blieb beim Versuch. Stattdessen setzten die Gastgeber in der Nachspielzeit den Schlusspunkt: Matteo Pedivigliano zog nach einer Vorlage von Innenverteidiger Jeno Egressy aus 20 Metern ab - und der Ball schlug, fast schon poetisch, im linken Winkel ein. 2:0.

"Ich wollte eigentlich nur Zeit schinden", gestand Pedivigliano mit einem Augenzwinkern. "Aber wenn’s dann so reingeht, beschwert sich keiner."

In den letzten Minuten verwandelte sich das Stadion in ein Tollhaus. Kahn, sonst selten zum Lächeln aufgelegt, klatschte seine Spieler einzeln ab. "Das war kein perfektes Spiel", sagte er, "aber ein ehrliches. Wir haben gearbeitet, gelitten und am Ende belohnt worden."

Manni Kaltz hingegen suchte Trost in der Statistik: "48 Prozent Ballbesitz klingt ja fast ausgeglichen. Leider zählen Tore, nicht Prozent."

Die Zuschauer verabschiedeten ihre Helden mit stehenden Ovationen. Galindo winkte ins Rund, Pedivigliano posierte für Selfies, und irgendwo auf der Tribüne meinte man einen Fan schreien zu hören: "Noch vier Spiele bis zum Pokal!"

Ob das Rückspiel in Durango ähnlich verlaufen wird, bleibt abzuwarten. Die Skorpione werden stechen müssen, wenn sie noch eine Chance auf das Viertelfinale haben wollen. Doch nach diesem Auftritt in Lima dürfte klar sein: Academia Lima ist nicht nur Favorit, sondern auch ein Team, das selbst mit einem Mann weniger noch Lust auf Fußball hat.

Und Olli Kahn? Der verabschiedete sich mit einem seiner typischen Halbsätze, die nachhallen: "Wenn du das Tor triffst, musst du’s auch wollen. Heute wollten wir’s."

Ein Fazit, das man kaum besser zusammenfassen könnte.

19.02.644000 20:02
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Ich bin Idealist. Wenn das Leben nicht so teuer wäre, würde ich alles umsonst machen.
Peter Neururer
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