El Peruano
+++ Sportzeitung für Peru +++

Academia Lima ringt Inti Gas im Pokal-Halbfinale nieder - Meireles doppelt eiskalt

Wer 43.500 Zuschauer in ein Stadion lockt, darf ein Spektakel erwarten. Und das Pokal-Halbfinale zwischen Inti Gas Deportes und Academia Lima enttäuschte in dieser Hinsicht kaum - zumindest, wenn man auf Leidenschaft, Dramatik und ein paar kuriose Szenen steht. Fußballästheten dagegen mussten sich in Geduld üben, bis der Ball endlich den Weg ins Netz fand. Am Ende jubelte Academia Lima über ein 2:1 (0:0) - und einen Mann in Galaform: Christiano Meireles.

Lange passierte - nun ja - wenig. Das erste Ausrufezeichen setzte Intis Flügelstürmer Vitor Prieto nach vier Minuten, doch sein Schuss wurde eine sichere Beute für Limas Keeper Eric Brun. Auf der Gegenseite probierte sich Jukka Hietanen zweimal, ohne Erfolg. So plätscherte das Spiel dahin, wie ein peruanischer Gebirgsbach nach der Trockenzeit: mit viel Geröll, aber wenig Wasser.

"Wir wollten sie müde laufen lassen", erklärte Limas Trainer Olli Kahn nach der Partie mit einem Grinsen, das an seine aktiven Zeiten erinnerte. "Inti Gas hat viel investiert - und wir haben gewartet, bis die Lücken kamen." Diese Lücken öffneten sich nach der Pause weit wie ein peruanischer Cañon: In der 53. Minute kombinierte sich Lima über die linke Seite nach vorn, Pieter Tilleman flankte flach in den Strafraum, wo Christiano Meireles eiskalt vollstreckte. 1:0 - und plötzlich war Leben in der Bude.

Die Antwort der Hausherren ließ nicht lange auf sich warten. Trainer Arjen Robby hatte kurz zuvor Rui da Costa vom Feld genommen und Florian Szalay gebracht - und genau der Neue leitete die Szene ein, aus der das 1:1 entstand. Da Costa hatte vor seiner Auswechslung noch einen letzten präzisen Pass gespielt, Robert Musso rauschte heran und wuchtete den Ball in der 64. Minute unter die Latte. "Ich hab einfach draufgehalten, weil der Ball so schön lag", grinste Musso später. "Und ehrlich, ich dachte, er fliegt in den Parkplatz."

Doch die Freude hielt nur zwei Minuten. Lima schlug zurück - und wieder hieß der Vollstrecker Meireles. Diesmal war es Mittelstürmer David Galindo, der clever querlegte. Meireles stand, wo ein Stürmer stehen muss, und schob aus kurzer Distanz ein. 2:1, das war’s im Grunde. "Wenn du so ein Spiel drehst, darfst du dich nicht hinten reinstellen", schimpfte Inti-Coach Robby später. "Aber genau das haben wir getan - und prompt bestraft worden."

Die Schlussphase hatte dann alles, was ein Pokaldrama braucht: eine Verletzung, eine Gelb-Rote Karte und einen verzweifelten Sturmlauf. Intis Angreifer Andre Besserer musste in der 81. Minute vom Platz, offenbar mit einer Muskelverletzung. "Ich hab’s knacken gehört", murmelte er später mit schmerzverzerrtem Gesicht. Kurz darauf sah Limas Mittelfeldmotor Matteo Pedivigliano erst Gelb (78.) und in der Nachspielzeit Gelb-Rot - "ein taktisches Foul", wie er meinte. Olli Kahn sah das anders: "Taktisch? Eher theatralisch. Aber gut, er hat’s überlebt."

Trotz Unterzahl brachte Lima den Sieg über die Zeit - mit einer Mischung aus Cleverness, Zeitspiel und, nun ja, südamerikanischer Schauspielkunst. Der Schiedsrichter hatte Mühe, die Übersicht zu behalten, als Limas Ersatzspieler plötzlich ihren eigenen Linienrichter umarmten, um den Takt zu verschleppen.

Statistisch war das Spiel erstaunlich ausgeglichen: 50 zu 49 Prozent Ballbesitz, 14 zu 8 Torschüsse für Lima. Der Unterschied lag in der Effizienz - und im Selbstvertrauen eines Teams, das wusste, wann es zuzuschlagen hatte. "Wir haben oft genug den Ball quergelegt, bis er reinging", sagte Doppeltorschütze Meireles trocken. "Das ist unser Stil: lieber sicher als schön."

Inti Gas dagegen haderte mit seiner Chancenverwertung. "Wenn du achtmal aufs Tor schießt und nur einmal triffst, brauchst du dich nicht wundern", fasste Kapitän Hoskins zusammen. Immerhin verabschiedeten sich die Fans mit Applaus - und ein paar Pfiffen, die wohl mehr der Schiedsrichterleistung galten als ihrer Mannschaft.

Academia Lima zieht damit ins Pokalfinale ein - zum ersten Mal seit sieben Jahren. Trainer Kahn versprach, "nicht zu jubeln, bis wir den Pott wirklich in den Händen halten". Und dann fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu: "Aber wenn wir so weiterspielen, brauche ich bald wieder Torwarthandschuhe - für die Pokalfeier."

Ein verdienter Sieg für Lima also, ein bitteres Aus für Inti Gas. Und irgendwo in Ayacucho, wo der Wind zwischen den Bergen pfeift, wird man sich noch lange an diesen Abend erinnern - den Abend, an dem Christiano Meireles zweimal zum Helden wurde und Olli Kahn wieder zeigte, dass man auch als Trainer Zähne zeigen kann.

11.05.644000 01:02
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Che Guevara war ein Rebell, ein Kämpfer für sein Land. Das will ich auch sein. Ich will den Schwachen helfen. Das ist im Fußball genauso, da muss man den schwachen Gegner auch aufbauen. Das ist so eine eigene Logik von mir, dazu will ich gar nicht viel sagen.
Torsten Legat zu seiner Che Guevara-Tätowierung
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager