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Ein lauer Aprilabend in Lima, 41.659 Fans im Estadio Nacional, ein Gegner, der kam, sah - und dann doch lieber zuschaute: Academia Lima schlägt AD Cienciano am 28. Spieltag der 1. Liga Peru verdient mit 2:0. Zwei Tore von Christiano Meireles in der Schlussphase krönten eine Partie, die lange wie ein Geduldsspiel aussah - zumindest aus Sicht der Gastgeber. "Ich hatte irgendwann das Gefühl, wir könnten bis Mitternacht spielen und der Ball würde trotzdem nicht reingehen", grinste Trainer Olli Kahn nach dem Abpfiff. Er grinste tatsächlich, was man bei ihm ja nicht alle Tage erlebt. Vielleicht lag’s an der Statistik: 21 Torschüsse für Lima, nur drei für Cienciano - ein Verhältnis, das eher an Handball erinnert als an Fußball. Von Beginn an rollte die blaue Welle. Schon in der dritten Minute prüfte Javier Santos den Keeper Rafael Couto, der an diesem Abend der einzige Cienciano-Spieler war, der halbwegs Normalform erreichte. Santos schoss, rannte, fluchte - aber das Netz blieb unberührt. "Ich dachte schon, das Tor sei verflucht", murmelte er später halb im Spaß, halb im Ernst. Die Gäste aus Cusco standen tief, sehr tief. Ihr Trainer - ein gewisser Herr ohne großen taktischen Wagemut - ließ "balanciert" spielen, was in der Praxis bedeutete: Elf Mann hinter dem Ball und hoffen, dass vorne Bruno Travassos einen Geistesblitz hat. Er hatte keinen. Stattdessen kassierte die Defensive Gelb: Alex Viana in Minute 49, Joao Antunes in der 53. - sinnbildlich für eine Mannschaft, die mehr mit den Füßen als mit dem Ball arbeitete. Zur Pause blieb es beim 0:0, und auf der Tribüne seufzte einer: "Wenn das so weitergeht, holen wir die Matratzen raus." Kahn reagierte, brachte Christiano Meireles - und das sollte sich lohnen. Der 24-Jährige, in Minute 45 für den jungen Jordi Roy eingewechselt, brachte Schwung und ein bisschen frechen Samba-Fußball. In der 75. Minute brach endlich der Bann. Oscar Hathaway, der Denker im Mittelfeld, legte quer, Meireles nahm Maß - und schweißte den Ball aus 16 Metern in die linke Ecke. Die Arena explodierte. "Ich hab einfach draufgehalten", lachte Meireles hinterher. "Olli hat mir gesagt, ich soll mutiger sein. Ich dachte, schlimmer als vorbei geht’s ja nicht." Cienciano versuchte danach, das eigene Pressing zu erfinden - vergeblich. Ein paar halbherzige Vorstöße von Azar Hareide, ein Verzweiflungsschuss von Viana, mehr kam nicht. Lima dagegen roch Blut. In der 83. Minute war’s wieder Hathaway, der den Ball durch die Gasse steckte. Meireles startete, blieb cool, schob flach rechts ein - 2:0, Spiel, Satz, Sieg. "Das war die Belohnung für unsere Geduld", kommentierte Kahn sachlich, bevor er sein typisches "weiter, weiter"-Gesicht aufsetzte. "Wir haben offensiv gespielt, aber nie die Balance verloren." Tatsächlich wirkte die Mannschaft stabil, auch weil Kapitän Ivan Anicic im Zentrum jeden Konter abwürgte, bevor er überhaupt begann. Cienciano dagegen wirkte wie ein Team, das vergessen hatte, dass Fußball auch mit Ball funktioniert. 44 Prozent Ballbesitz, ein Tackling-Erfolg von knapp 42 Prozent - das liest sich wie ein Lehrbuchbeispiel für defensive Selbstaufgabe. Nach dem Spiel stand Meireles im Interviewbereich, das Trikot noch feucht, das Grinsen breit. "Ich glaube, das war mein bestes Spiel hier. Vielleicht spendiert mir Olli ja ein Eis." Kahn stand ein paar Meter weiter, hörte das und rief trocken: "Eis gibt’s erst, wenn du drei triffst." Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Academia Lima gerade in die Form ihres Lebens kommt. Der Ball läuft flüssig, die jungen Spieler - allen voran der 20-jährige Iban Quixano - wirken unerschrocken, und das Publikum trägt sie. Selbst die Taktikdaten bestätigen den Eindruck: von Beginn an offensiv, am Ende aggressiv, mit starkem Pressing - so spielt ein Team, das will. Und Cienciano? Die Gäste werden froh sein, dass Fußball keine Schönheitsjury kennt. Coach und Mannschaft verabschiedeten sich schweigend, wohlwissend, dass man mit drei Schüssen aufs Tor keine Punkte holt. Vielleicht fasst es Torschütze Meireles am besten zusammen: "Wir haben heute nicht nur gewonnen, wir haben gezeigt, dass wir Spaß haben können - auch wenn’s 74 Minuten dauert." Ein schöner Abend für Academia Lima, ein lehrreicher für Cienciano - und einer dieser Abende, an denen selbst Olli Kahn lächelt. Das allein ist fast schon ein Sieg mehr wert. 08.12.643996 02:50 |
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Die einvernehmliche Trennung ist erfolgt, nachdem ich gesagt habe, wir machen nicht weiter.
Rudi Assauer zur Entlassung von Frank Neubarth