El Peruano
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Academia Lima tanzt San Martin im Pokalfinale aus

Das Pokalfinale zwischen UD San Martin und Academia Lima hatte alles, was man von einem Endspiel erwartet: ein volles Stadion mit 43.500 Zuschauern, nervöse Trainer, einen mutigen Außenseiter - und am Ende eine Mannschaft, die einfach zu clever war. Academia Lima siegte mit 3:1 (1:0) und holte sich den Pokal dank einer abgeklärten Vorstellung, die Trainer Olli Kahn später trocken kommentierte: "Ich mag es, wenn meine Jungs das tun, was ich ihnen sage: ruhig bleiben und treffen."

Dabei begann alles nach dem Geschmack des Heimteams. UD San Martin, von Coach Maxi Müller offensiv eingestellt, legte los wie die Feuerwehr. Filipe Coelho prüfte in den ersten Minuten gleich zweimal den Gästetorhüter Eric Brun, und auch Julian Gelmirez dribbelte sich in der 20. Minute durch, als wolle er den Ball ins Tor tragen - scheiterte aber an der mangelnden Kooperation der Physik. "Ich dachte, der Ball sei leichter", grinste er später selbstironisch.

Doch während San Martin in Schönheit angriff, blieb Academia Lima eiskalt. In der 44. Minute zirkelte Oscar Hathaway, der Mann mit der Gelassenheit eines Schachspielers, den Ball aus 20 Metern ins rechte Eck. Der Pass kam von Innenverteidiger Nestor Delgado, der offenbar kurzzeitig vergessen hatte, dass er eigentlich hinten bleiben sollte. 0:1 - und das mitten in einer Phase, in der San Martin eigentlich am Drücker war.

Nach der Pause kam Lima mit noch mehr Effizienz zurück. Kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, traf David Galindo zum 0:2 (48.), nach feiner Vorarbeit von - man höre und staune - Abwehrrecke Jeno Egressy. Trainer Kahn ballte an der Seitenlinie die Faust, Müller hingegen trat gegen eine unschuldige Wasserflasche. "Wir waren nicht unorganisiert", sagte er später, "wir waren nur kurz überrascht, dass der Gegner Fußball spielte."

San Martin gab sich nicht geschlagen. Iker Collantes, der erfahrene Mittelstürmer, nutzte in der 60. Minute einen Abpraller und brachte sein Team wieder ins Spiel. Das Stadion tobte, und kurz dachte man, das Märchen könnte noch einmal Fahrt aufnehmen. Müller wechselte fröhlich durch - Barbieri kam für Cercas, Grant für Melendo, und wenig später durfte Joao Antolinez ran. Doch das Momentum blieb kurzlebig.

Denn Academia Lima konterte mit der Eleganz eines Ballettensembles. In der 73. Minute machte Christiano Meireles, nach Vorarbeit von Jukka Hietanen, den Deckel drauf: 1:3. Ein Tor, das so sauber herausgespielt war, dass selbst die Heimfans anerkennend murmelten. "Das war Fußball mit Skalpell", sagte ein Kommentator im Pressebereich, während ein Kollege nur seufzte: "Und San Martin hatte eher den Holzhammer."

Statistisch gesehen war das Spiel enger, als das Ergebnis vermuten lässt: 14 Torschüsse der Heimelf standen 11 der Gäste gegenüber, der Ballbesitz lag bei 47:53 Prozent. Doch während San Martin den Ball liebte, liebte Lima die Tore. Zwei Gelbe Karten für die Gäste (Berg, 50., und Delgado, 70.) störten den Spielfluss kaum - eher im Gegenteil, sie schienen als kleine Erinnerung zu dienen, dass Aggressivität auch dosiert wirken kann.

Nach dem Schlusspfiff lag Olli Kahn grinsend auf der Trainerbank, während Maxi Müller seine Spieler mit väterlichem Schulterklopfen tröstete. "Wir haben in den richtigen Momenten geschlafen", sagte er ehrlich, "und Lima hat das Licht ausgemacht."

Auf dem Rasen tanzten die Spieler von Academia Lima in gelb-blauen Trikots, während ihr Anhang "Campeones!" skandierte. Kapitän Oscar Hathaway nahm den Pokal entgegen und sagte ins Mikrofon: "Für solche Nächte spielt man Fußball - und für solche Trainer lebt man durch die Hölle im Training."

Und irgendwo in einer Ecke des Stadions, als die Scheinwerfer bereits gedimmt waren, soll man einen kleinen Jungen gehört haben, der fragte: "Papa, warum weint der Mann im weißen Hemd?" - "Weil er Fußball liebt, mein Sohn."

Ein Finale, das zeigte, dass Schönheit manchmal nicht reicht und Effizienz den Pokal gewinnt. UD San Martin spielte gut, Academia Lima spielte besser. Das Ergebnis: 1:3 - und ein neuer Pokalsieger, der den Ball lieber laufen ließ, als darüber nachzudenken.

Vielleicht, so meinte Maxi Müller später mit einem müden Lächeln, "braucht man im nächsten Jahr einfach weniger Philosophie und mehr Tore." Ein Satz, der wohl in jeder Kabine hängen könnte - außer natürlich in der von Academia Lima.

26.06.644000 04:32
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