El Peruano
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Academia Lima zerlegt Cienciano - frühes Feuerwerk entscheidet das Spiel

Ein lauer Aprilabend in Lima, 37.451 Zuschauer, ein Anstoß um Punkt 20 Uhr - und nach nicht einmal 20 Minuten war der Drops gelutscht. Academia Lima fegte AD Cienciano mit 3:0 (3:0) vom Platz, und das auf eine so effiziente wie unterhaltsame Art, dass selbst der sonst stoische Trainer Olli Kahn am Spielfeldrand ein Lächeln nicht verbergen konnte. "Wir wollten früh Druck machen, aber dass die Jungs so zünden, hätte ich auch nicht gedacht", sagte der Coach nach Schlusspfiff - und man glaubte ihm jedes Wort.

Schon in der 7. Minute eröffnete Seppo Uusimäki den Torreigen. Der finnische Rechtsaußen nutzte einen herrlichen Diagonalpass von Nestor Delgado, ließ Ciencianos Torwart Peter Kotula mit einem kurzen Wackler alt aussehen und schob cool ein. Nur fünf Minuten später stand Uusimäki erneut goldrichtig, nach Vorarbeit des 17-jährigen Marco Verratti, der damit sein erstes Assist in der peruanischen Liga verbuchte. 2:0 - und die Nordkurve sang, als wäre das Spiel schon entschieden.

Cienciano hingegen wirkte konsterniert. Ihr Ballbesitz (am Ende 51 Prozent) war reine Statistik-Schönfärberei, denn die gefährlicheren Momente gehörten klar der Academia. In der 19. Minute setzte Pieter Tilleman den nächsten Stich: Nach Flanke von Carlos Galindo nahm er den Ball volley - und traf so präzise, dass Kotula nur noch dem Leder hinterherblickte. 3:0. Kahn drehte sich zum vierten Offiziellen und grinste: "Das ist doch der Wahnsinn, oder?"

Die Zuschauer sahen in den folgenden 70 Minuten zwar keine weiteren Tore, aber jede Menge Spielfreude der Gastgeber. 18 Torschüsse notierte die Statistik, doppelt so viele wie Cienciano. Lucas Moura, der quirlige Rechtsaußen der Academia, tanzte seinen Gegenspieler Pol Gurendez mehrfach schwindelig. "Ich dachte, der rennt irgendwann einfach in die Kabine, um sich zu verstecken", witzelte Moura später über seinen Gegenspieler.

Wenn Cienciano mal gefährlich wurde, dann meist über Daniel Couture, der dreimal aufs Tor schoss, aber immer an Keeper Eric Brun scheiterte. Brun, sonst eher unauffällig, zeigte in der 47. Minute eine Parade, die das Publikum mit Standing Ovations feierte. "Ich hab den Ball nur gespürt, gesehen hab ich ihn nicht mehr", gab der Torwart lachend zu.

Kurz vor der Pause nahm Kahn den Doppeltorschützen Uusimäki vom Feld - wohl um ihn für die kommenden Aufgaben zu schonen. Für ihn kam der junge Jordi Roy, der sich mit zwei wuchtigen Schüssen (64. und 66. Minute) ebenfalls ins Rampenlicht spielte, auch wenn beide knapp vorbeigingen. "Wenn der Junge so weitermacht, sprengt er bald die Latte", meinte Kahn trocken.

Im Mittelfeld zog Oscar Hathaway die Fäden, während Amaury Barros, trotz Gelber Karte in der 71. Minute, unermüdlich kämpfte. Dass Delgado kurz vor Schluss ebenfalls Gelb sah (89.), störte niemanden mehr - die Partie war längst entschieden.

Ciencianos Trainer, der sich nach dem Spiel nur widerwillig äußern wollte, suchte die Worte: "Wir hatten den Ball, aber keine Ideen. Vielleicht hätten wir den Gegner einfach mal fragen sollen, was man mit dem Ding macht." Ein Satz, der die 90 Minuten treffend zusammenfasst.

Statistisch gesehen war es kein Klassenunterschied - aber spielerisch schon. Academia Lima agierte offensiv und mit sicherem Passspiel, während Cienciano trotz kontrollierter Taktik (keine Spur von Pressing) nie Zugriff bekam. Ihre "balanced"-Einstellung wirkte eher wie "abwartend bis resigniert".

Und Olli Kahn? Der nahm den Sieg mit typisch bayerischer Gelassenheit. "Das ist kein Selbstläufer. Aber wenn du 3:0 nach 20 Minuten führst, kannst du den Jungs schon mal sagen: Jetzt spielt Fußball, nicht nur Ergebnisverwaltung."

Als das Flutlicht erlosch und die Fans singend aus dem Estadio Nacional strömten, blieb der Eindruck eines Abends, an dem einfach alles passte. Ein Trainer, der lacht. Ein Finne, der trifft. Ein Publikum, das feiert. Und ein Gegner, der wohl noch auf der Heimfahrt darüber nachdenkt, wie man in 19 Minuten drei Tore kassiert - und danach 70 Minuten lang keinen Weg zurück findet.

Ein Sieg, der mehr war als drei Punkte: ein Statement. Academia Lima ist angekommen in der 1. Liga Peru - mit Stil, Spielfreude und einem Augenzwinkern.

25.04.643997 22:20
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