El Peruano
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Academia Lima zerlegt Joan Galves - ein Abend voller Spielfreude und Spott

Wenn man im Fußball von einem Klassenunterschied spricht, dann meint man genau das, was sich am Donnerstagabend im Estadio Nacional von Lima abspielte. 44.410 Zuschauer sahen, wie Academia Lima den überforderten Gästen von AD Joan Galves beim 5:1 (3:0) die Grenzen aufzeigte. Es war ein Spiel, das Trainer Olli Kahn später mit den Worten beschrieb: "Unsere Jungs haben Fußball gespielt, die anderen haben ihn beobachtet."

Schon nach wenigen Minuten war klar, dass die Hausherren die Partie im Griff hatten. Lima agierte offensiv, technisch sauber und mit Lust am Risiko - und das, obwohl man laut Statistik nur knapp über 52 Prozent Ballbesitz hatte. Doch was die Gäste mit ihren 47 Prozent anfingen, wusste keiner so genau, am allerwenigsten sie selbst.

In der 22. Minute zündete Rechtsaußen Christiano Meireles den Turbo, ließ zwei Verteidiger stehen und vollendete einen Pass von Ivan Anicic zum 1:0. Die Fans sangen, der Stadionsprecher überschlug sich, und Meireles grinste später: "Ich wollte eigentlich flanken, aber der Ball hatte andere Pläne."

Nur sechs Minuten später machte Javier Santos, der flinke Linksaußen, genau das, was Limas Offensive auszeichnet: Tempo, Präzision, Kaltblütigkeit. Nach Vorlage von Innenverteidiger Andre Seidel - ja, richtig gelesen, einem Innenverteidiger - schob er zum 2:0 ein. Der Gasttrainer, dessen Namen man an diesem Abend lieber verschweigt, raufte sich die Haare und rief Richtung Bank: "Wer deckt den Mann mit der Nummer 11?" Antwort: Niemand.

Das 3:0 in der 39. Minute war dann endgültig der Knockout. Wieder Santos, diesmal nach feinem Zuspiel von Carlos Galindo, und wieder dieser lässige Abschluss, der aussah, als sei das Ganze nur ein Trainingsspiel. "Ich fühlte mich einfach frei", sagte Santos danach, "vielleicht lag’s am Abendwind - oder an der Abwehr." Ein Satz, der wohl in die Vereinschronik eingehen wird.

Nach der Pause wechselte Olli Kahn munter durch. Der 18-jährige Pedro Yago kam für Joaquin Gutierrez und spielte, als hätte er schon 100 Erstligaspiele auf dem Buckel. "Ich hab ihm vorher gesagt: Junge, spiel einfach dein Spiel", so Kahn. "Dass er dann auch noch trifft, war das Sahnehäubchen."

Zuvor durften die Gäste kurz hoffen: In der 60. Minute traf ausgerechnet der 36-jährige Innenverteidiger Yannick Stern per Kopf nach Freistoß von Zdravko Jankovic zum 3:1. Es war der erste und letzte Lichtblick für AD Joan Galves. Der Torschütze hob entschuldigend die Hände - vermutlich, weil er wusste, dass man besser keine schlafenden Limas weckt.

Denn nur 15 Minuten später stellte Oscar Hathaway den alten Abstand wieder her. Der Mittelfeldmotor, der ohnehin überall auf dem Platz zu finden war, knallte den Ball nach Vorlage des Youngsters Pedro Yago unter die Latte - 4:1. Hathaway grinste danach: "Ich wollte eigentlich flach schießen, aber mein Fuß hatte andere Ideen."

In der 83. Minute revanchierte sich der 18-jährige Yago und traf selbst zum 5:1-Endstand, nach Pass von - natürlich - Hathaway. Das Stadion tobte, die Fans skandierten seinen Namen, und Olli Kahn klatschte sich mit seinem Co-Trainer ab. "Wenn du mit 18 so cool abschließt, dann hast du was", sagte der Trainer, der sonst eher selten zur Euphorie neigt.

Statistisch war das Spiel eine klare Sache: 21 Torschüsse für Lima, nur fünf für die Gäste. Eine Zweikampfquote von 56 Prozent für die Hausherren, die dabei stets das Spiel bestimmten, ohne in übermäßiges Pressing zu verfallen. Joan Galves versuchte es offensiv, blieb aber harmlos - bis auf Sterns Ehrentreffer.

Nach dem Spiel verließen die Spieler von AD Joan Galves das Feld mit hängenden Köpfen. Ein Reporter fragte Yannick Stern, ob er sich über sein Tor wenigstens ein bisschen freue. "Klar", antwortete der Veteran trocken, "aber wenn du das einzige Licht in einem dunklen Tunnel bist, ist das kein Grund zum Jubeln."

Und während die Fans von Academia Lima noch tanzten, schlich der Gästetrainer in die Kabine - vermutlich auf der Suche nach einer Gebrauchsanweisung für Ballbesitzfußball. Olli Kahn hingegen konnte sich ein leichtes Schmunzeln nicht verkneifen. "Ich hab meinen Jungs gesagt, sie sollen Spaß haben. Offenbar haben sie das wörtlich genommen."

Fazit: Academia Lima spielte wie aus einem Guss, AD Joan Galves war nur Staffage. Ein Fußballabend, der zeigte, dass Offensive nicht nur schön, sondern auch gnadenlos effektiv sein kann. Wer Lima so spielen sieht, bekommt Lust auf mehr - und vielleicht auch ein bisschen Mitleid mit dem nächsten Gegner.

22.10.643996 19:41
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