El Peruano
+++ Sportzeitung für Peru +++

**Academia Lima zerlegt Leon Chalaco: Ein 5:0, das nach mehr schmeckte**

Ein lauer Maiabend, 41.588 Zuschauer im Estadio Nacional von Lima, und ein Spiel, das schon nach zwei Minuten entschieden schien. Academia Lima fegte am 15. Spieltag der 1. Liga Peru den bedauernswerten Gast Leon Chalaco mit 5:0 vom Platz - eine Demonstration der Spielfreude, Präzision und, ja, auch ein bisschen gnadenloser Effizienz.

Trainer Olli Kahn - der mittlerweile mehr Anzug als Torwarthandschuhe trägt - hatte seine Jungs offenbar auf Angriff gepolt. "Wir wollten von der ersten Sekunde an zeigen, dass wir hier zu Hause sind", erklärte der ehemalige Titan der Strafräume nach dem Spiel mit einem Grinsen, das fast so breit war wie das Ergebnis.

Und tatsächlich: Schon nach 120 Sekunden zappelte der Ball im Netz der Gäste. Seppo Uusimäki, der flinke Finne auf der rechten Seite, verwertete einen präzisen Pass von Jukka Hietanen zum 1:0. Chalaco-Keeper Rui Coluna reckte noch die Hand, aber mehr aus Reflex als aus Überzeugung. Der Rest der ersten Hälfte war dann ein einseitiges Schauspiel: Lima kombinierte, Chalaco verteidigte - oder versuchte es. 23 Torschüsse für die Hausherren, keiner für die Gäste. Eine Statistik, die so selten ist, dass sie fast wie ein Tippfehler wirkt.

"Ich wusste irgendwann gar nicht mehr, ob wir wirklich elf Mann auf dem Platz hatten", murmelte Chalaco-Trainer - dessen Namen sich die Fans lieber sparen - in der Pressekonferenz. Der Blick seiner Spieler sprach Bände: Resignation, Schweiß und der stille Wunsch nach einem Schlusspfiff, der zu diesem Zeitpunkt noch 45 Minuten entfernt war.

Nach der Pause folgte das, was man in Lima wohl als "Torefestival mit Ankündigung" bezeichnen darf. In der 49. Minute erhöhte der junge Iban Quixano nach feiner Vorarbeit von Matteo Pedivigliano auf 2:0. Das Stadion bebte, und selbst Olli Kahn klatschte auf der Bank - kurz, aber heftig.

Leon Chalaco hingegen wirkte, als hätte man ihnen die Spielanleitung weggenommen. Kein Schuss aufs Tor, kaum Ballbesitz (nur 44,8 Prozent), und dann auch noch Pech mit der Disziplin: Rechtsverteidiger Iban Costa sah erst Gelb (38.) und dann Gelb-Rot (79.). "Ich wollte nur den Ball spielen", verteidigte er sich später. Der Schiedsrichter lächelte müde - wahrscheinlich hatte auch er Mitleid.

Ab der 70. Minute nahm das Drama Züge eines Trainingsspiels an. Pieter Tilleman, der belgische Flügelstürmer mit der Eleganz eines Scharfschützen, legte einen lupenreinen Hattrick hin: 71., 85. und 88. Minute. Erst nach Pass von Joaquin Gutierrez, dann nach Vorlage von Hietanen, schließlich nach einem beherzten Zuspiel des eingewechselten Javier Sa Pint.

"Ich wollte eigentlich den Ball querlegen", behauptete Tilleman nach dem Spiel selbstironisch. "Aber wenn er schon so schön fliegt, darf man ihn auch reinmachen." In der Kabine wurde er gefeiert wie ein Popstar - mit Duschgel statt Champagner, versteht sich.

Während Lima mit offensiver Leichtigkeit glänzte, stand Leon Chalaco komplett im Schatten. Kein einziger Abschluss, keine nennenswerte Torchance, kein Moment, der ihre Fans hätte hoffen lassen. Der Begriff "chancenlos" wird selten so wörtlich genommen wie an diesem Abend.

Auch die taktische Linie sprach Bände: Lima startete offensiv, blieb es bis zum Schluss und zeigte in jeder Phase mehr Einsatz, mehr Mut, mehr Freude am Spiel. Chalaco dagegen spielte "balanciert" - was in diesem Fall so viel hieß wie "passiv und ohne Idee".

Als der Schlusspfiff ertönte, stand auf der Anzeigetafel ein klares 5:0. Die Fans von Academia Lima sangen, tanzten, machten Selfies mit jedem, der zufällig vorbeikam. Olli Kahn verschränkte die Arme, nickte zufrieden und erklärte trocken: "Wir waren heute einfach das bessere Team. Punkt."

Kollege aus Chalaco hingegen seufzte: "Ich hoffe, das war unser Tiefpunkt. Tiefer geht’s kaum."

So endete ein Abend, der für Academia Lima zum Triumphzug wurde - und für Leon Chalaco zur Fußnote einer Saison, die sie wohl lieber vergessen würden.

Am Ausgang sagte ein älterer Fan, die Fahne über der Schulter, halblaut und mit einem Augenzwinkern: "Wenn die so weiterspielen, müssen sie bald gegen Bayern ran."

Vielleicht übertrieben. Aber nach diesem 5:0 wirkte das gar nicht mehr so abwegig.

19.11.643999 09:43
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Wir hatten viele Verletzte, aber das soll den Sieg der Freiburger in keinster Weise schmeicheln.
Andreas Brehme
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