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Athletic Maldonado gewinnt spät - Cerrense stolpert über sich selbst

Manchmal dauert es in einem Fußballspiel, bis der logische Sieger auch tatsächlich auf der Anzeigetafel steht. Athletic Maldonado brauchte am Freitagabend bis zur 59. Minute, um das längst fällige Tor zu erzielen - und am Ende stand ein 2:0 gegen ein überfordertes CD Cerrense, das 43.500 Zuschauer im ausverkauften Stadion gleichermaßen unterhielt wie frustrierte.

Die Gastgeber begannen, als hätten sie sich vorgenommen, dem Publikum jede Variante des "Beinahe-Tores" zu zeigen. In den ersten zwanzig Minuten prüften Shefki Sainio, Thierry Richard und Inigo Gomes den gegnerischen Keeper im Minutentakt. "Ich fühlte mich wie ein Flipperball", stöhnte Cerrenses Torwart Thierry Benveniste nach dem Abpfiff und grinste schief. "Aber wenigstens war ich derjenige, der am meisten Ballkontakte hatte."

Athletic Maldonado hatte mit 17 Schüssen aufs Tor gegenüber nur zwei von Cerrense ein überwältigendes Übergewicht. Der Ballbesitz? Exakt ausgeglichen - 50,0 zu 50,0 Prozent. Wer das Spiel gesehen hat, hätte allerdings geschworen, dass Maldonado den Ball heimlich doppelt zählte.

Trainer Huub Stevens, der alte Taktikfuchs, ließ offensiv beginnen, aber ohne wildes Pressing. "Wir wollten sie kommen lassen", erklärte er später, "aber sie kamen ja gar nicht." Stattdessen drosch Cerrense den Ball meist in den Nachthimmel von Maldonado, und wenn er wieder runterkam, stand da schon Julian Deco oder der junge Marco Simao bereit, um den nächsten Angriff zu starten.

Doch die erste Halbzeit endete torlos - und der Trainer der Gäste, Leahcim Gnipeur, wirkte, als hätte jemand sein Lieblingsbuch zerrissen. "Wir hatten einen Plan", murmelte er in der Pause, "aber dann kam der Ball dazwischen."

Nach dem Seitenwechsel wurde es endlich effektiv. In der 59. Minute fasste sich Vitorino Goncalves ein Herz - und den Ball - und nagelte ihn aus zwanzig Metern unhaltbar unter die Latte. "Ich wollte eigentlich flanken", lachte Goncalves später, "aber dann war das Tor halt im Weg." Stevens fiel in klassischer Huub-Manier nur ein knappes "Endlich!" ein.

Cerrense versuchte danach, aggressiver zu werden. Ihre Taktik änderte sich von "balanced" zu "center attack", aber die Umsetzung blieb theoretisch. Knud Brinkmann sorgte in der 65. Minute für den einzigen ernsthaften Versuch der Gäste, doch Maldonados Keeper Petri Ylönen hielt den Ball fest wie ein Eichhörnchen seine Nuss.

Die Schlussphase gehörte dann wieder den Hausherren. Der agile Julian Deco tanzte die Verteidigung mehrfach schwindlig, während Nevio Quiles, gerade 19 Jahre jung, bei seinem Kurzeinsatz in der 74. Minute sofort für frischen Wind sorgte. "Ich wollte einfach rennen", sagte Quiles später. "Huub hat gesagt, tu etwas, das die Gegner nicht erwarten. Also bin ich gelaufen - schnell."

Als alle schon den Schlusspfiff erwarteten, kam die Krönung: In der 93. Minute zog Linksverteidiger Bruno Godino nach einer butterweichen Vorlage von Marco Simao volley ab - 2:0, Endstand, Stadion-Explosion. "Ich hab’s gar nicht gesehen, ich hab nur den Jubel gehört", gab Torwart Ylönen lachend zu.

Cerrense dagegen stand bedröppelt da. Zwei Schüsse aufs Tor, ein gelber Karton für Innenverteidiger Alejandro Xuarez und eine lange Heimfahrt. Trainer Gnipeur fasste es trocken zusammen: "Wir hatten dieselbe Luft zum Atmen, aber offenbar nicht dieselbe Idee vom Spiel."

Statistisch gesehen war es ein Duell auf Augenhöhe im Ballbesitz, in Wirklichkeit aber ein Klassenunterschied in Zielstrebigkeit. Maldonado spielte mit 58 Prozent gewonnener Zweikämpfe schlicht entschlossener, während Cerrense sich in harmlosen Pässen verlor.

"Wir haben das Spiel kontrolliert, aber lange zu schön gespielt", resümierte Stevens. "In der Kabine habe ich gesagt: Jungs, wir brauchen keine Kunst, wir brauchen Punkte. Danach ging’s."

Vielleicht war es kein perfektes Spiel - aber eines, das zeigte, warum Fußball manchmal Geduld erfordert. Und Humor. Denn als Goncalves nach seinem Treffer ausgewechselt wurde, soll er zu Ersatzmann David Pena gesagt haben: "Mach du jetzt das dritte." Pena grinste nur und antwortete: "Ich bin Mittelfeldspieler, kein Zauberer."

Am Ende blieb’s bei zwei Toren. Verdient, verspätet, aber wirkungsvoll. Athletic Maldonado festigt mit diesem Sieg seine Position im oberen Tabellendrittel, während Cerrense weiter nach seiner Identität sucht - irgendwo zwischen "balanced" und "verzweifelt".

Oder, wie ein Fan beim Hinausgehen sagte: "Wenn Maldonado heute 17-mal schießt, dann hätten sie 17 Tore verdient. Aber Fußball ist halt keine Mathematik - und Gott sei Dank."

03.11.643996 11:25
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Wir hatten viele Verletzte, aber das soll den Sieg der Freiburger in keinster Weise schmeicheln.
Andreas Brehme
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