Diarios de Futbol
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Athletic Maldonado ringt Barcelona nieder - Huub Stevens tanzt an der Seitenlinie

Das Stadion in Maldonado bebte schon vor dem Anpfiff - 43.500 Zuschauer, eine Sonne, die langsam hinter der Tribüne verschwand, und zwei Teams, die unterschiedlicher kaum hätten auftreten können: auf der einen Seite Athletic Maldonado, geführt vom erfahrenen Huub Stevens, der im weißen Hemd und mit der gewohnten Mischung aus Ruhe und latentem Vulkanismus an der Linie stand; auf der anderen BSC Barcelona, jung, offensiv, aber mit einem Trainer, der schon durch seinen Namen versprach, dass es heute ein Ei geben könnte - Andi Eier.

Von Beginn an war klar: Maldonado wollte den Ball, Barcelona wollte den Raum. 60 Prozent Ballbesitz für die Hausherren sprechen ihre eigene Sprache. Doch wie so oft in solchen Spielen, war der erste Aufreger ein Konter. Bereits in der dritten Minute prüfte Nelio Albentosa mit einem strammen Schuss Maldonados Keeper Petri Ylönen - der Finne lenkte den Ball glänzend über die Latte und brüllte anschließend seine Abwehr zusammen, als habe sie ihm den Kaffee verschüttet.

Dann aber übernahm Maldonado das Kommando. David Pena und Ezequiel Futre ließen den Ball laufen, als hätten sie ihn an einer unsichtbaren Leine. In der 24. Minute war es dann so weit: Futre steckt durch auf Carl Deco, und der Linke hämmert den Ball aus 14 Metern in den Winkel. 1:0 - und Stevens ballte die Faust, als würde er gerade den Mount Everest besteigen. "Das war ein Ball wie aus dem Lehrbuch", sagte Deco später und grinste. "Ich musste nur noch zielen - und hoffen, dass es gut aussieht." Es sah gut aus.

Doch Barcelona wäre nicht Barcelona, wenn sie nicht auch etwas Magie im Fuß hätten. Kurz vor der Pause - als Maldonado gerade dachte, die erste Hälfte im Griff zu haben - zog Matias Rueda von links auf und servierte eine butterweiche Flanke auf den Schädel von Javier Jorge. Der 23-Jährige nickte ein (45.) - 1:1, und plötzlich war das Stadion still. Nur Coach Eier klatschte vergnügt in die Hände und rief: "Na also, geht doch!".

Die zweite Hälfte begann so, wie die erste aufgehört hatte: Maldonado mit viel Ball, Barcelona lauerte. Doch diesmal hatte Huub Stevens die besseren Karten. In der 61. Minute eroberte David Pena im Mittelfeld den Ball, spielte einen perfekten Pass in den Lauf von Domingo Jordao - und der Vollblutstürmer blieb eiskalt. 2:1! Wieder raste Stevens an der Seitenlinie entlang, diesmal mit einem Grinsen, das man selten bei ihm sieht. "Domingo hat heute gespielt, als hätte er das Tor abonniert", lobte der Trainer später.

Barcelona versuchte, das Spiel zu drehen. Eier brachte in der 60. Minute den 18-jährigen Juanito Nene - der Name versprach Feuer, aber die Zündschnur war kurz. Der Youngster rannte, stolperte, fiel, und als er in der 70. Minute seinen Mitspieler Nestor Couto ersetzen sah, murmelte er angeblich: "Ich war doch gerade warm geworden." Eier lachte nur: "Bei uns zählen Sekunden, nicht Minuten."

Die Schlussphase war ein wilder Ritt. Maldonado bekam zwei Gelbe - Bruno Godino (38.) wegen leidenschaftlichen Grätschens, Agemar Garcia (72.) wegen übermotivierter Leidenschaft. Barcelona drückte, Albentosa schoss aus allen Lagen (insgesamt fünfmal aufs Tor), doch Ylönen wurde zum Fels in der Brandung. Und als in der 88. Minute Barcelonas Rechtsverteidiger Asier Ximenes verletzt vom Platz humpelte, war klar: Der Abend würde nicht mehr kippen.

Nach dem Abpfiff wirkte Stevens fast versöhnlich. "Wir haben Fußball gearbeitet", sagte er, "nicht gespielt. Aber manchmal ist das genau der Unterschied." Sein Gegenüber Eier hingegen schüttelte den Kopf: "Wir hatten Chancen, aber Maldonado hatte Stevens. Das ist fast unfair."

Die Statistik bestätigte den Eindruck: 12 Torschüsse zu 11, 60 Prozent Ballbesitz, leicht bessere Zweikampfquote - Maldonado war schlicht konsequenter.

Und so endete ein intensiver Abend in der Amerikaliga-Gruppenrunde mit einem 2:1, das auf dem Papier knapp aussieht, aber in der Luft deutlicher zu spüren war. Die Fans von Maldonado sangen noch lange nach dem Schlusspfiff, während Huub Stevens mit einem zufriedenen Nicken in die Kabine verschwand. Auf die Frage, ob er jetzt an den Gruppensieg glaube, antwortete er trocken: "Ich glaube an gute Trainingsarbeit. Alles andere ist Bonus."

Ein Satz, der wohl an der Wand des Trainingszentrums landen wird - falls nicht Cheftrainer Eier vorher die Kreide mopst.

22.04.643994 10:03
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