Marca
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Atletic Barcelona ringt Talavera nieder - Hasson trifft doppelt beim 3:2

Ein lauer Aprilabend, 27.000 Zuschauer und ein Spiel, das alles bot: Tempo, Emotionen, einen Platzverweis - und am Ende einen glücklichen, aber verdienten Sieger. Atletic Barcelona besiegte im heimischen Stadion UD Talavera mit 3:2 (1:0) und bleibt damit in der Spitzengruppe der 2. Liga Spanien.

Schon die ersten Minuten deuteten an, dass hier kein Sicherheitsfußball zu erwarten war. Trainer Al Bundy hatte seine Mannschaft auf Angriff gepolt - Flügelspiel, kurze Pässe, viel Bewegung. "Ich habe ihnen gesagt: Wenn ihr schon verliert, dann wenigstens mit Stil", grinste Bundy nach der Partie.

Und stilvoll begann es: In der 16. Minute war es der quirlig-agile Pinchas Hasson, der nach Flanke von Linksverteidiger Billy Yeates die Kugel per Dropkick in die Maschen hämmerte. Talaveras Keeper Alfonso Galan streckte sich vergeblich - 1:0, und das Stadion vibrierte. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Yeates später lachend zu. "Aber Pinchas hat eh immer eine Ahnung, wo der Ball runterfällt."

Barcelona blieb drückend überlegen: 18 Torschüsse, 51 Prozent Ballbesitz - Zahlen, die nur ansatzweise widerspiegeln, wie sehr Talavera in der ersten Halbzeit hinterherlief. Der Gast kam kaum über die Mittellinie, und wenn, dann nur, um schnell wieder zu verlieren.

Doch nach der Pause drehte sich das Spiel - zumindest für eine halbe Stunde. In der 52. Minute schlug Talavera zurück: Ivan Dordevic zog nach Zuspiel von Jose Maria Gurendez aus 18 Metern ab - ein Strahl unter die Latte, unhaltbar. Nur acht Minuten später legte Ashton Lorring nach. Nach feiner Kombination mit Dordevic stürmte der bullige Mittelstürmer durch die Mitte und schob eiskalt zum 1:2 ein. Plötzlich war das Stadion still, und Trainer Bundy trat so heftig gegen eine Wasserflasche, dass diese bis zur Mittellinie rollte.

"Wir haben kurz vergessen, dass Verteidigen auch zum Spiel gehört", knurrte Abwehrchef Jake Donovan.

Doch Atletic wäre nicht Atletic, wenn sie sich so leicht geschlagen gäben. In der 83. Minute war es wieder Hasson, der im Strafraum lauerte. Nach einer Ecke köpfte der 18-jährige Innenverteidiger Xavi Pena den Ball in die Gefahrenzone, wo Hasson mit dem Oberschenkel (!) ausglich - 2:2. Der Jubel glich einem Vulkanausbruch.

Nur vier Minuten später folgte die Entscheidung: Der laufstarke Lajos Dumitrescu setzte sich im Mittelfeld durch, legte quer auf Bartilomiej Sobolewski - und der Pole schlenzte den Ball mit der Präzision eines Uhrmachers ins rechte Eck. 3:2! Ein Tor, das in seiner Ruhe und Kaltblütigkeit so gar nicht zum wilden Spiel passte. "Ich hab einfach die Augen zugemacht", grinste Sobolewski später.

Die Schlussphase wurde dann zum kleinen Drama. Talaveras Abwehrspieler Marcel Rieger sah erst Gelb (84.) und dann in der 90. Minute Gelb-Rot, nachdem er Hasson rustikal von den Beinen holte. "Ich wollte nur den Ball treffen", beteuerte Rieger. "Leider war Hasson schneller - und lauter." Der Israeli musste tatsächlich verletzt raus, wurde in der 94. Minute ausgewechselt.

Trainer Bundy nahm es mit Galgenhumor: "Pinchas wird wieder aufstehen. Der Junge fällt öfter als meine Laune in der Nachspielzeit."

UD Talavera-Coach - sein Name ging im Jubel unter, ebenso wie seine Stimme - haderte derweil mit dem Schiedsrichter. "Zwei Gelbe in sechs Minuten? Das ist doch Bingo, kein Fußball!" rief er in Richtung der Journalisten, bevor er in der Kabine verschwand.

Statistisch gesehen war das Spiel enger, als es sich anfühlte: Ballbesitz fast ausgeglichen, Zweikampfquote 53 zu 47 für die Hausherren. Aber die Effektivität sprach klar für Barcelona - und für Pinchas Hasson, der mit seinen zwei Treffern zum Mann des Abends wurde.

"Vielleicht schenke ich ihm morgen einen Blumenstrauß", murmelte Bundy beim Abgang. "Aber nur, wenn er mir verspricht, ihn nicht aufs Tor zu schießen."

Ein versöhnliches Ende eines turbulenten Fußballabends, der wieder einmal zeigte, warum man in Barcelona den Sport liebt - und warum Al Bundy, trotz allem, einfach Kult ist.

25.08.643996 01:10
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