Diarios de Futbol
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Atletico Jalapa dreht das Spiel: 2:1-Sieg gegen CF Flamengo im Achtelfinale

Ein Abend voller Wendungen, Schweiß und südamerikanischem Temperament: Atletico Jalapa besiegt im Hinspiel des Copa-Libertadores-Achtelfinals die favorisierten Brasilianer von CF Flamengo mit 2:1 - und das nach einer ersten Halbzeit, die selbst den geduldigsten Fan an der Stadionwurst zweifeln ließ.

Vor 27.000 Zuschauern im Estadio Municipal von Jalapa begann alles mit viel Feuer, aber wenig Zielwasser. Schon in der ersten Minute prüfte Lukas Penicka den gegnerischen Keeper Jordi Valdo mit einem satten Schuss - das sollte das Motto des Abends werden: viel Wille, wenig Präzision. Flamengo antwortete prompt mit zwei Distanzversuchen von Vicente Varela (7.) und Nelio Caneira (12.), die allerdings eher in Richtung Parkplatz als Tor segelten.

Trainerin Pia Castell schüttelte an der Seitenlinie nur den Kopf. "Wir wollten offensiv starten, aber irgendwann dachte ich, meine Jungs zielen absichtlich auf die Wolken", witzelte sie später. Flamengo-Coach Dino Ma reagierte unbeeindruckt und feuerte seine Spieler mit wilden Gesten an, als wolle er selbst gleich auf den Platz.

Bis zur Pause blieb es ein intensives, aber torloses Hin und Her. Die Gastgeber hatten leicht mehr Ballbesitz (53 Prozent) und wirkten frischer, während Flamengo mit robuster Gangart versuchte, das Spiel zu kontrollieren - was Cesar Poncela in der 33. Minute eine Gelbe Karte einbrachte.

Nach dem Wechsel änderte sich alles. Flamengo kam aggressiver aus der Kabine, und in der 52. Minute platzte der Knoten: Der quirlige Mittelfeldmotor Nelio Caneira zog nach feinem Zuspiel von Mathias Gulbrandsen aus 18 Metern ab - 0:1. Der Schuss, trocken und unhaltbar, ließ Jalapas Keeper Marian Stoitschkow keine Chance. "Ich dachte, er schießt in die Mauer", murmelte Stoitschkow nach dem Spiel, "aber offenbar war die Mauer in Rente."

Vier Minuten später schlug Jalapa zurück - und wie! Fernando Montanes schickte Lukas Penicka steil, der mit einer eleganten Finte an Alois Hable vorbeizog und aus spitzem Winkel ins lange Eck traf. 1:1, das Stadion tobte. Penicka rannte jubelnd zu Trainerin Castell, die ihn lachend an der Schulter packte: "Endlich mal einer, der das Tor trifft!"

Nur zehn Minuten später folgte der nächste Aufschrei. Frederic Baillon, zuvor wegen Meckerns verwarnt, setzte sich auf der rechten Seite durch und flankte punktgenau auf Pasi Nyman. Der Finne, 33 Jahre jung und mit der Ruhe eines Eisbären, köpfte den Ball in der 66. Minute unhaltbar ein - 2:1! "Ich habe einfach die Augen zugemacht", grinste Nyman. "Vielleicht war das das Geheimnis."

Flamengo reagierte hektisch. Coach Dino Ma warf den jungen Jitzchak Tal (19) ins Spiel, der prompt zwei gute Chancen hatte, doch Stoitschkow parierte glänzend. In der 79. Minute sah Julio Hierro noch Gelb, als er Baillon unsanft in die Werbebande beförderte. Der Rest war ein Festival der vergebenen Chancen - auf beiden Seiten. Penicka hatte in der Nachspielzeit (95.) noch die Gelegenheit zum 3:1, doch sein Schuss landete im Fangnetz.

Statistisch war es ein Duell auf Augenhöhe: 13 zu 11 Torschüsse, knapper Ballbesitzvorteil für Jalapa und nahezu identische Zweikampfquoten. Der Unterschied lag in der Effektivität - und vielleicht im Mut, nach Rückstand wieder aufzustehen.

"Wir haben das Herz auf dem Platz gelassen", sagte Trainerin Castell mit heiserer Stimme. "Aber das Rückspiel in Rio wird eine andere Geschichte - da brauchst du Ohrenstöpsel und Nerven aus Stahl."

Flamengo-Coach Dino Ma versuchte, Fassung zu bewahren: "Ein Auswärtstor zählt. Wir werden das drehen. Und Jalapa hat heute einfach das Glück gehabt, das uns gefehlt hat."

Ob Glück oder Leidenschaft - Atletico Jalapa hat sich eine glänzende Ausgangsposition geschaffen. Doch wer den brasilianischen Stolz kennt, weiß: In Rio brennt nicht nur die Sonne, sondern auch der Fußball.

Vielleicht erinnerte sich Pia Castell beim Abpfiff an ihr eigenes Motto, das sie später lächelnd zitierte: "Manchmal ist Fußball wie Tango - wer den falschen Schritt macht, steht plötzlich allein da. Heute haben wir geführt."

Das Rückspiel verspricht Drama pur. Bis dahin darf Jalapa träumen - und Flamengo schwitzen.

19.02.644000 20:02
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