Diarios de Futbol
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Atletico Jalapa wirbelt Clarendon Sporting mit 6:2 durcheinander

Ein lauer Abend in Jalapa, 27.000 Zuschauer, ein Flutlichtspiel, das nach 90 Minuten mehr an ein Torfestival als an seriösen Gruppenphasenfußball erinnerte. Atletico Jalapa hat Clarendon Sporting beim Auftakt der Copa Libertadores mit 6:2 abgefertigt - und das mit einer Spielfreude, die selbst Trainerin Pia Castell nach dem Schlusspfiff kurz sprachlos machte: "Ich dachte zwischendurch, wir spielen Beachsoccer. So leichtfüßig waren meine Jungs unterwegs."

Schon in der 5. Minute eröffnete Herman Bloch das Spektakel. Der bullige Mittelstürmer, von den Fans liebevoll "El Martillo" genannt, drosch den Ball nach feinem Zuspiel von Helmut Maus unter die Latte. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Bloch später. "Wenn der Ball so kommt, musst du nicht nachdenken - und ich bin ja bekanntlich kein Denker auf dem Platz."

Doch Clarendon Sporting, trainiert von der engagierten Biggi Kulisch, ließ sich zunächst nicht überrollen. Nach Nymans 2:0 in der 27. Minute - wieder nach Vorlage von Helmut Maus - folgte die beste Phase der Gäste. İbrahim Baris, der flinke Linksaußen mit dem markanten Stirnband, traf in der 29. und 34. Minute doppelt, einmal nach Vorlage von George Mills, einmal nach einem Solo, das selbst die Heimfans kurz zum Staunen brachte. 2:2 - die Partie war wieder offen, und Clarendon witterte Morgenluft.

Kurz darauf allerdings machte Jalapa ernst. Helmut Maus, bislang Vorbereiter, nahm in der 44. Minute Maß und schlenzte den Ball nach Pass von Emil Musiala trocken ins lange Eck. 3:2 zur Pause, und der Jubel auf den Rängen war so laut, dass man im Presseraum sein eigenes Tippen nicht mehr hörte.

Die zweite Hälfte begann, wie die erste endete: mit Jalapa am Drücker. Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff netzte Anton Bloch - der Zwillingsbruder von Herman - zum 4:2. Beide Blochs vorne, das war für Clarendon mehr, als ihre Defensive verkraften konnte. "Ich wusste manchmal selbst nicht, welcher Bloch mir gerade davonläuft", seufzte Clarendons Innenverteidiger Stanimir Jankow später.

Trainerin Kulisch versuchte, mit Wechseln und lautstarken Anweisungen Ordnung ins Chaos zu bringen. Doch die Partie entglitt ihr zunehmend, vor allem, als Linksverteidiger Domingo Barreda erst Gelb sah (64.) und später in der 83. Minute mit Rot vom Platz musste. "Er meinte, er hätte nur den Ball getroffen", erklärte Kulisch kopfschüttelnd. "Ich habe ihm dann gesagt, dass der Ball leider zwei Meter weiter lag."

Atletico Jalapa spielte nun Katz und Maus - im wahrsten Sinne des Wortes, denn Helmut Maus bereitete auch das fünfte und sechste Tor mustergültig vor. Beide Male war Anton Bloch der Vollstrecker: in der 88. und 90. Minute. Beim 6:2-Endstand hatten die Gastgeber 58 Prozent Ballbesitz, 15 Schüsse aufs Tor und eine Tacklingquote von über 53 Prozent - Zahlen, die so klar waren wie das Ergebnis.

"Das war ein Statement", sagte Pia Castell nach dem Spiel mit einem zufriedenen Lächeln, während sie sich den Schweiß von der Stirn wischte. "Aber wir wissen, dass wir noch besser werden können. Vielleicht schaffen wir es ja beim nächsten Mal, die Zuschauer nicht so sehr durchzuschütteln."

Auf der anderen Seite klang Biggi Kulisch weniger amüsiert: "Wir wollten offensiv spielen, sind es auch - leider in beide Richtungen." Ihr Team zeigte phasenweise ansehnlichen Fußball, doch gegen Jalapas wuchtige Offensive und die Präzision von Helmut Maus als Vorlagengeber war schlicht kein Kraut gewachsen.

Ein kleiner Junge auf der Tribüne fasste es in der 85. Minute treffend zusammen, als Anton Bloch wieder einmal alleine aufs Tor zulief: "Mama, die hören ja gar nicht auf!" - Nein, an diesem Abend hörten sie wirklich nicht auf. Atletico Jalapa zelebrierte Fußball mit der Sorglosigkeit eines Teams, das weiß, dass jeder Angriff gefährlich wird.

Am Ende blieb Clarendon Sporting nur der Trost, dass es "nur" drei Punkte waren, die verloren gingen. Jalapa hingegen dürfte mit diesem Sieg ein Ausrufezeichen in der Gruppenphase gesetzt haben. Und während die Fans noch sangen und tanzten, verabschiedete sich Trainerin Castell mit einem Augenzwinkern: "Ich hoffe, wir haben uns nicht alle Tore der Saison schon heute aufgespart."

Ein Abend voller Tempo, Tore und doppelter Bloch-Power - Jalapa ist in der Libertadores angekommen.

27.12.644002 18:43
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Beim Football muß man nicht ins Tor schießen, sondern oben drüber. Das konnte ich schon immer ganz gut.
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