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Der 32. Spieltag der 1. Liga Ecuador bot ein Schauspiel, das selbst den hartgesottenen Fans der CD Aucas ein zufriedenes Grinsen ins Gesicht zauberte. Vor 30.522 Zuschauern im Estadio Gonzalo Pozo Ripalda verwandelte die Mannschaft von Mister Zvenson ihren Heimauftritt gegen Olmedo Riobamba in eine Lehrstunde in Sachen Effizienz, Leidenschaft und - ja, auch ein wenig Theatralik. Am Ende stand ein glasklares 3:0 (1:0), das so verdient war, dass selbst der gegnerische Trainer Fabian Heuer nach dem Schlusspfiff nur seufzen konnte: "Wir hatten den Ball, sie hatten die Tore. So einfach ist Fußball manchmal." Schon nach 16 Minuten bebte das Stadion zum ersten Mal. Cristobal Mino, 35 Jahre jung, Veteran und Publikumsliebling, nahm einen zarten Querpass von Rafael Albinana an der Strafraumkante so lässig an, als würde er im Park Tauben füttern - und drosch den Ball dann humorlos ins rechte Eck. Der erste Torschuss, das erste Tor. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Mino später, "aber der Ball hat sich entschieden, Geschichte zu schreiben." Olmedo Riobamba versuchte, die Kontrolle zu behalten, hatte mit 52 Prozent Ballbesitz sogar etwas mehr vom Spiel, doch was nützt Zahlenmagie, wenn die Kugel nicht rein will? Dennis Spizak prüfte Aucas-Keeper Vitorino Manu zweimal ernsthaft, beide Male reagierte der Torhüter so sicher, als hätte er die Flugbahn schon im Traum gesehen. Kurz vor der Pause musste Mister Zvenson reagieren: Mino, der Torschütze, ging mit einem Augenzwinkern vom Feld - "Ich bin alt, aber nicht unsterblich" - und machte Platz für Alberto Almeida. Ein Wechsel, der sich später noch als goldrichtig erweisen sollte. Nach dem Seitenwechsel schaltete Aucas um von "kontrolliert" auf "hungrig". In der 57. Minute war es der junge Iban Morais, gerade einmal 23, der nach einem feinen Steilpass von Xabier Sousa den Ball am herausstürzenden Keeper vorbeischob. 2:0 - und der Stadionsprecher überschlug sich beinahe vor Begeisterung. Sousa, der Vorlagengeber, grinste später: "Ich hab nur gespielt, was der Platz mir gab. Und der Platz war heute großzügig." Olmedo hatte in dieser Phase Pech und Pein zugleich: In der 72. Minute verletzte sich Fabio Meireles ohne gegnerische Einwirkung, musste raus. Trainer Heuer brachte Reece Gady, aber der junge Außenverteidiger fand kaum ins Spiel, bevor er überhaupt den Ball richtig berührt hatte, klingelte es erneut. In der 73. Minute servierte wieder Rafael Albinana, diesmal auf den schnellen Pal Aas. Der Norweger mit dem unerschütterlichen Lächeln vollendete zum 3:0 und lief jubelnd die Linie entlang, als hätte er gerade das Tor seines Lebens erzielt. "Rafa hat mir den Ball geschenkt - ich wollte ihn nicht schlecht behandeln", witzelte Aas nach dem Spiel. Von da an war Aucas in Feierlaune. Almeida prüfte den gegnerischen Keeper Esclapez gleich dreimal (84., 95., 96. Minute), doch dieser verhinderte Schlimmeres. "Ich dachte kurz, wir spielen Handball", meinte Mister Zvenson später halb lachend, halb ungläubig. "So oft haben wir’s versucht, und trotzdem blieb’s bei drei Toren." Statistisch gesehen war es fast kurios: Riobamba hatte mehr Ballbesitz, aber Aucas doppelt so viele Torschüsse (16 zu 6). Die Hausherren gewannen auch mehr Zweikämpfe (53,8 Prozent) - ein Zeichen, dass Wille manchmal wichtiger ist als Passquote. Trainer Heuer nahm die Niederlage sportlich: "Wir haben solide gespielt, aber Aucas hat uns mit ihrer Flügelwucht überrollt. Sie waren aggressiv, zielstrebig und hatten einfach diesen einen Mino-Moment am Anfang." Aucas-Coach Zvenson dagegen sparte nicht mit Pathos: "Das war ein Statement. Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur mitspielen, sondern bestimmen können. Und wenn meine Jungs weiter so trainieren, bekommt unser Stadion bald eine zweite Tribüne - nur für die Begeisterten." In der Kabine soll es anschließend laut geworden sein - allerdings nicht vor Wut, sondern vor Gesang. Die Spieler stimmten angeblich ein paar altbekannte Melodien an, und selbst der sonst stoische Torwart Manu klopfte im Takt gegen den Spind. Fazit: Aucas spielte wie eine Mannschaft, die wusste, was sie wollte - und Olmedo Riobamba wie eine, die noch überlegte, ob sie überhaupt wollte. Drei Tore, drei Vorlagengeber, null Gegentreffer - die Bilanz spricht Bände. Und wenn Mister Zvenson am Ende mit einem breiten Grinsen sagt "So darf’s weitergehen", dann klingt das nicht nach Wunschdenken, sondern nach einer freundlichen Warnung an die Liga. Denn wer Aucas in dieser Form sieht, weiß: Diese Truppe hat nicht nur Lust auf Tore - sie hat Appetit auf mehr. 14.06.644000 18:25 |
Sprücheklopfer
Wie immer, wenn man Koffer packt, ist das alles nicht so spaßig, Hemden zusammen legen oder Hosen. Vor allem, wenn die eigene Frau nicht dabei ist.
Rudi Völler