Tuttosport
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Avellinese kämpft sich mit zehn Mann zum 1:1 gegen Albinoleffe

Ein lauer Maiabend in Avellino, 4.618 Zuschauer, ein Trainer namens Antonio Conte (nicht der Conte, aber fast so temperamentvoll) - und ein Spiel, das von allem ein bisschen bot: frühe Schocks, späte Genugtuung, gelbe Karten im Sammelpack und ein Innenverteidiger als Torschütze wider Willen. Am Ende stand beim 1:1 zwischen AC Avellinese und AC Albinoleffe ein Ergebnis, das keiner so richtig wollte, aber irgendwie alle verdienten.

Schon in der zwölften Minute klingelte es im Kasten von Christian Onnington. Emil Musiala, der zentrale Mittelfeldmann der Gäste, nahm einen klugen Pass von Davide Crosia auf, zog aus 20 Metern ab und traf - mit der Präzision eines Chirurgen und der Kälte eines Steuerprüfers. "Ich habe nur geschossen, weil keiner kam", grinste Musiala später, "vielleicht war das die Taktik."

Albinoleffe, der Favorit des Abends, wirkte danach reifer, ballsicherer, aber auch ein wenig zu verliebt in den eigenen Ballbesitz. 57,8 Prozent standen am Ende auf dem Statistikblatt, doch Zählbares blieb Mangelware. Avellinese hingegen - defensiv angelegt, auf Konter lauernd - versuchte es mit langen Bällen und jugendlichem Elan. Damian Vasco und Leonardo Petrona rannten sich die Lungen wund, während Trainer Conte an der Seitenlinie eine Choreografie zwischen Faustball und Flamenco tanzte.

Antonio Conte (der jüngere) erklärte später: "Wir hatten keinen Plan B, aber dafür sehr viel Herz." Herz zeigte vor allem Noah Betz. Der Innenverteidiger, bis dahin vor allem durch eine Gelbe Karte in der 59. Minute aufgefallen, stieg in der 65. Minute nach einer Ecke am höchsten und köpfte den Ball unhaltbar ins Netz. Das Stadion tobte, Conte riss sich fast die Krawatte vom Hals - und Betz grinste verlegen: "Ich wollte eigentlich klären, aber der Ball hat sich entschieden, unser Freund zu sein."

Doch wer dachte, das Spiel würde nun in ruhige Bahnen gleiten, wurde eines Besseren belehrt. Avellinese begann, sich selbst zu sabotieren. Erst holte sich Alessio Furlan in der 78. Minute Gelb, dann in der 84. Gelb-Rot - ein Abgang, der so überflüssig war wie ein Regenschirm in der Wüste. "Ich wollte nur ein Zeichen setzen", erklärte Furlan später, "aber der Schiedsrichter hat’s wohl falsch verstanden."

Mit einem Mann weniger verteidigte das Heimteam den Punkt wie ein Rudel Straßenhunde. Sascha Picard kassierte noch Gelb (83.), Damian Vasco verschoss in der 89. Minute die letzte große Chance, und Albinoleffe rannte an - allerdings so ideenlos, dass Trainer Emiliano Dicetutto nach dem Abpfiff mit einem ironischen Schulterzucken erklärte: "Wir wollten den Sieg, aber Avellinese wollte ihn einfach nicht hergeben. Das war fast unhöflich."

Die Statistik: 9:9 Torschüsse, fast identische Zweikampfquoten (50,7 zu 49,3 Prozent) - und ein Ballbesitz, der die Gäste zwar schmückte, aber nicht rettete. Avellinese, das nach dem Platzverweis in eine Art 5-3-1-Formation zurückfiel, kämpfte mit Zähnen, Krämpfen und gelegentlichen Stoßgebeten. Einmal, kurz vor Schluss, sah man Conte mit gefalteten Händen gen Himmel blicken - vielleicht bat er um Nachspielzeit, vielleicht um göttliche Intervention.

Die Schlussphase war dann pures Drama: Albinoleffe wechselte noch zweimal offensiv (Apostolo kam für Furtok, Coelho für den verletzten Cossu), aber es blieb beim Unentschieden. Als der Schlusspfiff ertönte, war Onnington der Erste, der zu Boden sank - nicht aus Erschöpfung, sondern aus Erleichterung.

"Ein Punkt, der sich anfühlt wie drei", keuchte Kapitän Betz in die Mikrofone. Und Trainer Conte fügte mit einem schiefen Lächeln hinzu: "Wir haben heute nicht schön gespielt. Aber schön ist auch nicht immer erfolgreich - fragen Sie meine Frau."

Für Albinoleffe bleibt das 1:1 ein Ärgernis, für Avellinese ein kleiner Triumph. In der Tabelle zählt’s gleich viel, im Herzen der Fans eindeutig mehr.

Und irgendwo im Tunnel hörte man noch Damian Vasco flüstern: "Wenn ich das nächste Mal so frei zum Schuss komme, schieß ich ihn einfach in die Tribüne - sicher ist sicher."

Ein Spiel also, das zeigte: In der vierten italienischen Liga kann es manchmal mehr Drama geben als in der Serie A - nur die Frisuren sind bescheidener.

21.08.644000 19:49
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Wenn ich über das Wasser laufe, dann sagen meine Kritiker, nicht mal schwimmen kann er.
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