Fanatik
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Batman führt zur Pause - doch dann kommt Türkgücü mit flammender Wucht

Wer in Batman an diesem lauen Maiabend des 30. Spieltags auf ein ruhiges Fußballspiel gehofft hatte, wurde spätestens nach der Halbzeitpause eines Besseren belehrt. 11.000 Zuschauer im städtischen Stadion sahen zunächst ein Heimteam, das mutig auftrat, früh belohnte - und dann vom eigenen Schatten verschluckt wurde. Am Ende hieß es 1:3 aus Sicht von Batman Belediyespor gegen ein Türkgücü Karsspor, das in der zweiten Halbzeit so effektiv wie unbarmherzig war.

Kaum hatte der Schiedsrichter angepfiffen, legten die Hausherren los, als hätten sie ein Drehbuch für einen Fußballfilm geschrieben: Der junge Flügelspieler Faik Tas prüfte nach fünf Minuten den Gästekeeper Rafet Öztürk mit einem strammen Schuss, und das Publikum jubelte, als wäre schon das ein Tor gewesen. Kurz darauf, in der 11. Minute, machte Salih Mercimek ernst - nach feinem Zuspiel von Martin Kolomaznik drosch er den Ball aus halbrechter Position in die Maschen. 1:0 für Batman Belediyespor, und die Tribüne bebte.

"Ich dachte, der Ball sei schon draußen, aber er kam perfekt zurück", grinste Mercimek nach dem Spiel, noch immer etwas ungläubig über sein Traumtor. Trainer Akin Nasa von Türkgücü Karsspor dagegen stand an der Seitenlinie mit verschränkten Armen und einem Gesichtsausdruck, der zwischen "Das war absehbar" und "Ich brauche eine Aspirin" schwankte.

Die Gäste hatten zwar mehr Ballbesitz (52 Prozent) und feuerten über das gesamte Spiel 16 Torschüsse ab - doch in der ersten Halbzeit fehlte Präzision und Biss. Batman verteidigte diszipliniert, auch wenn Abwehrchef Taner Tanman in der 37. Minute mit einer gelben Karte verwarnt wurde, nachdem er Olgun Aydemir ein wenig zu leidenschaftlich vom Ball trennen wollte. "Da war Ball dabei!", rief Tanman empört, aber das Gelb blieb.

Dann kam die Pause - und offensichtlich auch der Wachmacher für Türkgücü. Nur eine Minute nach Wiederanpfiff rappelte es: Olgun Aydemir nutzte eine Unachtsamkeit in der Hintermannschaft und schoss eiskalt zum Ausgleich ein (46.). Drei Minuten später drehte Brandon Kelly das Spiel komplett. Nach einer butterweichen Vorlage von Marc Kluge zog der Mittelfeldmotor aus 20 Metern ab - der Ball zappelte im Netz, Batman-Torhüter Veli Sabankay streckte sich vergeblich.

"Wir wussten, dass Batman nach der Pause kurz schläft", sagte Kelly später mit einem Augenzwinkern. Und tatsächlich: Batman wirkte konsterniert. Die Heimmannschaft versuchte, das Spiel wieder zu ordnen, doch Türkgücü spielte nun wie entfesselt - ruhig am Ball, aggressiv im Zweikampf, eiskalt vor dem Tor.

In der 70. Minute besiegelte Aygün Göktan das Schicksal der Gastgeber: Nach einem schnellen Angriff über die linke Seite stand er goldrichtig und schob zum 3:1 ein. Danach war die Luft raus - bei Batman, nicht bei den 11.000 Zuschauern, die ihre Mannschaft trotz allem mit rhythmischem Klatschen antrieben.

"Wir haben die Kontrolle verloren, als wir sie am meisten gebraucht hätten", gab Batman-Coach (der sich nach Abpfiff wortkarg zeigte) später zu Protokoll. Nur sein Routinier Srdan Paunovic versuchte noch, das Ruder herumzureißen. Zwei Distanzschüsse gingen knapp vorbei, und selbst Zülfü Özcan kam in der 77. Minute noch einmal gefährlich vor das Tor - doch Öztürk im Kasten der Gäste blieb unüberwindbar.

Türkgücü Karsspor spielte die Schlussphase souverän herunter, auch wenn Joan Granero sich in der 72. Minute noch Gelb einhandelte. Trainer Nasa nahm’s mit Humor: "Wenn Joan keine Gelbe bekommt, ist es kein richtiges Spiel", sagte er lachend.

Statistisch passte am Ende alles zum Ergebnis: 16 Schüsse auf das Tor für die Gäste, nur sechs für Batman. Türkgücü hatte etwas mehr Ballbesitz, etwas mehr Mut - und einfach mehr Zielwasser.

Die Fans von Batman Belediyespor verließen das Stadion mit gemischten Gefühlen. Einer rief noch: "Wir führen nie zur Halbzeit!", worauf sein Freund trocken antwortete: "Doch, aber nie lange."

Vielleicht war das das treffendste Fazit des Abends: Batman kann glänzen, aber Türkgücü kann siegen. Und während die einen ratlos in die Kabine gingen, summte Trainer Nasa leise etwas vor sich hin - vermutlich keine Hymne, sondern eher das zufriedene Lied eines Mannes, dessen Plan endlich aufgegangen war.

Ein Spiel, das zeigte: In Batman kann es hell leuchten - aber nur, bis Türkgücü den Schalter findet.

02.06.644000 06:43
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Jancker - hier nimmt er den Ball mit dem Rücken an.
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