Tuttosport
+++ Sportzeitung für Italien +++

Bellinis Blitztor rettet Brescia - Udinese bleibt brav in der Neutralzone

Es war ein lauer Maiabend in Brescia, 20:30 Uhr, Flutlicht, 45.096 Zuschauer - und am Ende ein einziger Moment, der das Spiel entschied. US Brescia schlägt den FC Udinese mit 1:0, ein Ergebnis so knapp wie verdient. Marco Bellini, der rechte Wirbelwind im Sturm, traf in der 26. Minute nach feiner Vorarbeit von Alexander Hannigan und ließ die Arena in ein Meer aus weiß-blauen Fahnen explodieren.

Das Spiel begann, wie man es von einem Duell zwischen einem offensiv eingestellten Heimteam und einem notorisch bedächtigen Gast erwarten durfte: Brescia drückte, Udinese verwaltete. Schon in der 4. Minute prüfte Zvonimir Damjanovic den jungen Keeper Luis Herbst, gerade einmal 17 Jahre alt, mit einem satten Schuss aus der Distanz. Der Teenager bestand die Feuerprobe mit Bravour - ein Raunen ging durchs Stadion, als er den Ball mit einer Flugeinlage aus der Ecke kratzte.

Udinese antwortete kurz darauf mit einem Versuch von Jorge Etxebarria (8.), der den Ball allerdings mehr Richtung Tribüne als Richtung Tor beförderte. "Ich wollte mal sehen, ob der Ball noch Druck hatte", witzelte der 32-jährige Mittelfeldmann nach dem Spiel. Es sollte der humorvollste Moment in einem ansonsten biederen Auftritt der Gäste bleiben.

Brescia hatte 18 Torschüsse, Udinese ganze drei - eine statistische Ohrfeige. Und doch schien der Ballbesitz mit 49 zu 51 Prozent fast ausgeglichen, was vor allem daran lag, dass Udinese den Ball lieber in ungefährlichen Zonen zirkulieren ließ, als sich in die Brescia-Abwehr zu beißen. Trainer Peter Hess kommentierte trocken: "Ballbesitz ist schön, aber Tore sind besser. Wir hatten mehr davon."

Das Tor des Abends fiel nach einem dieser seltenen Momente, in denen alles passte. Hannigan, der rechte Verteidiger mit dem Auge für die Lücke, zog einen flachen Pass hinter die Abwehr, Bellini sprintete hinein, ein kurzer Blick, ein Schlenzer - und der Ball zappelte in der linken Ecke. "Ich hab einfach draufgehalten, ehrlich gesagt", grinste Bellini später. "Ich dachte gar nicht, dass der reingeht. Aber manchmal hat man halt Glück - oder gute Schuhe."

Udinese versuchte nach dem Rückstand, den Schalter umzulegen, aber der Stecker blieb draußen. Kein Pressing, keine Wucht, keine Idee. Ihre taktische Ausrichtung blieb, wie die Statistik zeigt, das ganze Spiel über "balanced" - fast schon stoisch. "Wir wollten ruhig bleiben", erklärte ein sichtlich genervter Assistenztrainer nach dem Spiel. "Vielleicht waren wir zu ruhig."

Brescia dagegen spielte weiter mit offenem Visier. Jacob Danielsen prüfte den Torwart gleich mehrfach (13., 29., 59., 74., 82., 91.), doch der zweite Treffer wollte einfach nicht fallen. Vielleicht lag es an der Präzision, vielleicht an der Portion Pech, die Fußball immer mitliefert. "Wenn der Ball das Tor nicht treffen will, kann man ihn auch nicht zwingen", seufzte Danielsen. "Aber wenigstens hat Marco getroffen. Der schuldet mir jetzt ein Abendessen."

In der 70. Minute brachte Trainer Hess frische Beine: Luigi Cicala kam für Hannigan, und Luca Falconara ersetzte Bellini, der sich seinen Applaus redlich verdient hatte. "Ich hab ihn runtergenommen, bevor er noch ein zweites Mal trifft - man muss ja an die Spannung denken", lachte Hess.

Udinese versuchte es noch mit langen Bällen, doch die Brescia-Abwehr um Arnaud Van der Elst räumte kompromisslos ab. Nur einmal wurde es brenzlig, als Leonardo Iezzi in der 28. Minute frei durch war, aber Keeper Nevio Viana blieb cool und pflückte ihm den Ball vom Fuß. Danach war von Udinese offensiv nichts mehr zu sehen - nicht einmal ein ernsthafter Abschluss nach der Pause.

Das Publikum verabschiedete die Mannschaft mit stehenden Ovationen. Nach Wochen wechselhafter Leistungen war dieser Sieg Balsam für die Brescia-Seele. "Wir haben heute gezeigt, dass wir auch dreckig gewinnen können", sagte Hess in der Pressekonferenz. "Manchmal reicht ein bisschen Wille und ein Marco Bellini."

Und so endete ein Spiel, das mehr von Einsatz als von Eleganz lebte, mit einem knappen, aber klaren Statement: Wer Tore schießt, gewinnt. Brescia tat es - Udinese nicht. Vielleicht sollten die Gäste beim nächsten Mal die "Balanced"-Taste loslassen und ein bisschen Leben riskieren. Oder wie ein Fan nach Abpfiff rief: "Wer nichts wagt, bleibt bei null!"

Ein lauer Abend, ein frühes Tor, ein verdienter Sieg - und ein Bellini, der in Brescia wohl noch lange auf den Bierdeckeln zitiert wird.

26.06.644000 11:08
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wenn ich über das Wasser laufe, dann sagen meine Kritiker, nicht mal schwimmen kann er.
Berti Vogts
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager