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Billy Baker schockt Dublin doppelt - Waterford siegt 2:1 im Aviva-Stadion

Dublin - Es war ein Abend, an dem die 45.354 Zuschauer im Aviva-Stadion kaum Zeit bekamen, ihren Sitz zu finden, bevor das Spektakel begann. Gerade einmal vier Minuten waren gespielt, als Waterfords Billy Baker beschloss, den Gastgebern den Puls zu testen - und zwar mit einem satten Schuss aus halbrechter Position. 0:1. Trainer Costa Brava, ein Mann, der sonst kaum Emotionen zeigt, riss beide Arme hoch und grinste: "Das war genau der Start, den wir uns vorgestellt haben - vielleicht sogar ein bisschen zu gut, um wahr zu sein."

Doch Dublin reagierte. In der 14. Minute, kaum dass sich die Fans vom ersten Schock erholt hatten, zündete Daniel Kinsella auf der linken Seite den Turbo, flankte butterweich auf Thomas McGee, der trocken zum 1:1 einschob. Jubel, Bierduschen, alles wie es sich gehört. "Ich hatte nur einen Gedanken: Wenn der Ball fliegt, darf er nicht an mir vorbeigehen", sagte McGee später lachend.

Nur eine Minute später jedoch drehte Baker erneut auf. Der rechte Flügelstürmer der Reds, offenbar in Galaform, vollendete eine Hereingabe von Frederic Baillon zum 1:2 - und das Publikum fiel von der Euphorie zurück in betretenes Schweigen. Dublin-Trainer Paul Abramowich sah schon da wenig begeistert aus. "Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht. Zwei Tore in einer Viertelstunde - das ist kein guter Witz, das ist Slapstick", knurrte er nach der Partie.

Danach pendelte sich das Spiel auf hohem, aber hektischem Niveau ein. Die Rovers hatten mit 50,1 Prozent Ballbesitz zwar leicht die Nase vorn, doch Waterford blieb gefährlicher: 13 Torschüsse zu Dublins 10 sprechen eine klare Sprache. Baker hätte sogar den Hattrick schnüren können, doch in der 36. Minute musste er verletzungsbedingt raus - eine Szene, die selbst die Heimfans mit Applaus begleiteten. "Ich hab’ mir wohl den Knöchel verdreht, als ich über meinen eigenen Jubel gestolpert bin", witzelte Baker später mit einem Eisbeutel am Fuß.

Die Rovers versuchten danach alles, was das Taktikbrett hergab. Abramowich brachte zwischen der 66. und 70. Minute gleich drei frische Kräfte: Miroslav Pacanda, Bruno Prudhomme und den erfahrenen Jacob Irwin sollten den Druck erhöhen. Gleichzeitig kassierte Kinsella noch Gelb - sinnbildlich für Dublins Frust. Auf der Gegenseite nahm Costa Brava das Geschehen gelassen: "Wir wussten, dass Dublin in der zweiten Halbzeit all-in gehen würde. Da hilft nur: tief stehen, beten und kontern."

Und tatsächlich: Waterford verteidigte mit allem, was Beine hatte. Paulo Jorge und Gojko Ristic räumten hinten kompromisslos ab, während Keeper Archie Miller in der 83. Minute mit einer Glanztat gegen Bujia den Sieg festhielt.

In den letzten zehn Minuten warfen die Rovers alles nach vorn. Taktisch auf "Pressing: YES" umgestellt, versuchten sie mit langen Bällen das Bollwerk zu knacken. Doch Waterford konterte clever, ließ Zeit von der Uhr laufen und brachte sogar noch Nachwuchsspieler Alfie Kelly, der prompt selbst einmal aufs Tor schoss - und fast das 1:3 markierte.

Nach dem Abpfiff war die Stimmung geteilt. Die Waterford-Fans sangen sich in Ekstase, während bei Dublin ratlose Gesichter dominierten. "Wir haben nicht schlecht gespielt", meinte Abwehrchef Oliver Kenny, "aber wir waren zu brav. Vielleicht sollten wir uns mal ein bisschen was von Bakers Frechheit abschauen."

Coach Abramowich hingegen war weniger philosophisch: "Ich mag keine Spiele, in denen der Gegner zweimal trifft, bevor meine Mannschaft den Kaffee ausgetrunken hat."

Statistisch gesehen war es ein Duell auf Augenhöhe. Beide Teams mit nahezu identischem Ballbesitz, die Zweikampfquote minimal zu Gunsten der Gäste (51 zu 49 Prozent). Doch am Ende zählen die Zahlen auf der Anzeigetafel - und da stand 1:2.

Ein verdienter Sieg für Waterford, das cleverer, wacher und in den entscheidenden Momenten entschlossener agierte. Costa Brava fasste es mit typisch südländischem Charme zusammen: "Manchmal braucht man keinen Schönheitspreis. Drei Punkte reichen völlig."

So bleibt Waterford in der Spitzengruppe der 1. Liga Irland, während Dublin Rovers weiter auf der Suche nach Konstanz ist - und vielleicht auch nach dem Wecker, der sie rechtzeitig in die Partie bringt.

Oder, wie ein Fan auf der Tribüne trocken meinte: "Wenn du in der vierten Minute schon hinten liegst, bleibt dir wenigstens genug Zeit, dich darüber zu ärgern."

31.12.643996 05:30
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Es war von vornherein klar, dass Leverkusen die stärkere Mannschaft ist. Wir haben derzeit niemanden, der gegen Neuville hätte spielen können - außer mir vielleicht.
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