Gazeta Sportowy
+++ Sportzeitung für Polen +++

BKS Gdansk ringt Wista Krakau nieder - ein Arbeitssieg mit Patina

Ein lauer Juniabend in Danzig, 34.796 Zuschauer, und man hätte meinen können, der Ostseewind selbst wolle das Spiel mitentscheiden. Am Ende aber war es kein Sturm, sondern der flinke linke Stürmer Dennis Nawalka, der mit seinem Treffer in der 61. Minute das Schicksal des Spiels besiegelte: BKS Gdansk schlägt Wista Krakau mit 1:0 - ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber in Wahrheit ein kleines Drama erzählte.

Schon in den ersten Minuten schien klar, dass Gdansk an diesem Abend den Ton angeben wollte. Trainer Mike Matt stand mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, der Blick irgendwo zwischen Entschlossenheit und innerem Gebet. "Wir wollten mutig sein, aber nicht verrückt", sagte er später mit einem Grinsen, "und manchmal ist das bei uns eine sehr dünne Linie."

Dennis Nawalka prüfte den gegnerischen Keeper Galindo bereits in der vierten Minute mit einem Schuss aus spitzem Winkel - ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte. Doch während Gdansk elf Abschlüsse aufs Tor brachte, blieb die erste Halbzeit torlos. Krakau dagegen hatte mehr Ballbesitz, 52 Prozent, aber daraus wurde nicht viel mehr als gepflegtes Ballkreisen. "Wir haben das Spiel kontrolliert, aber offenbar das falsche Spiel", murmelte Wistas Coach nach Abpfiff in Richtung der Journalisten, ohne seinen Namen nennen zu wollen - was uns das Zitieren erleichtert.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Gdansk den Druck. Der junge Domenik Ratajczyk (17 Jahre alt, aber mit der Selbstsicherheit eines abgeklärten Profis) brachte frischen Schwung über rechts, während der 18-jährige Bartilomiej Willimowski aus der Abwehr heraus so spielte, als habe er schon hundert Erstligaspiele auf dem Buckel. "Ich habe einfach gemacht, was der Coach wollte - den Ball nicht verlieren", lachte der Teenager später, "das hat erstaunlich gut funktioniert."

Dann die 61. Minute: Matthew Fouquet, der Innenverteidiger mit der Eleganz eines Dirigenten, spielte einen Pass durch die Schnittstelle. Nawalka nahm den Ball mit der Brust an, ließ einen Verteidiger ins Leere rutschen und schob eiskalt rechts unten ein. Ein Tor wie aus dem Lehrbuch - und das einzige des Abends. Das Stadion explodierte, die Ersatzbank gleich mit. "Ich hab’ gar nicht gefeiert, weil ich dachte, der Schiri pfeift abseits", gestand Nawalka danach lachend. "Dann hab ich gemerkt, alle jubeln - also hab ich halt mitgemacht."

Wista Krakau kam danach kaum noch gefährlich vor das Tor. Ein paar harmlose Versuche von Simpson und Gabriel - beide in den Statistiken als "Torschüsse" vermerkt, in Wahrheit aber eher Rückgaben mit Stil. In der 73. Minute musste Krakau zudem einen Schock verkraften: Rechtsverteidiger Eric Trottier verletzte sich und wurde durch Emil Musiala ersetzt, der kurz darauf Gelb sah. Offenbar wollte er beweisen, dass er wenigstens kämpferisch Akzente setzen konnte. Auch sein Teamkollege Vincent Coelho holte sich in der 86. Minute noch den obligatorischen Karton ab - ein kleiner Trostpreis für einen langen Abend ohne Ertrag.

BKS Gdansk kämpfte dagegen bis zum Schluss, stellte in den letzten Minuten sogar auf "Vollgas" um - die Taktikdaten zeigen: offensiv, stark im Einsatz, langes Passspiel, Pressing auf Anschlag. Man spürte: Sie wollten diesen Sieg unbedingt. "Ich hab geschrien, bis meine Stimme weg war", gestand Trainer Mike Matt, "aber wenn’s hilft, mach ich das nächste Mal wieder."

Statistisch gesehen war das Spiel kein Leckerbissen für Zahlenfetischisten: 47,7 Prozent Ballbesitz für Gdansk, 11 zu 4 Torschüsse, Zweikampfquote 54 zu 46 - solide, nicht spektakulär. Aber Fußballspiele werden eben nicht auf Excel-Tabellen entschieden.

Als der Schlusspfiff ertönte, fielen sich die Gdansker Spieler in die Arme, während Krakau enttäuscht in die Katakomben schlich. Die Heimfans sangen, die Stadionregie spielte etwas, das entfernt nach Triumph klang, und Dennis Nawalka wurde zum Helden des Abends erklärt. "Ein Tor ist ein Tor", sagte er bescheiden, "aber drei Punkte sind besser."

Und so bleibt festzuhalten: Kein Feuerwerk, kein Spektakel, aber ein Sieg der Sorte, die Trainer lieben und Reporter fürchten - weil sie schwer in Worte zu fassen sind. Doch eines ist sicher: Wenn BKS Gdansk so weiterarbeitet, wird der Ostseewind bald öfter Siege durch die Arena tragen.

Oder, um es mit einem der Fans im Block 12 zu sagen, der nach dem Abpfiff in sein Bier grinste: "Schöner kann 1:0 nicht sein - außer vielleicht 2:0."

27.12.644002 12:59
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ey, Mädels, unser Schwarzer hat den Längsten!
Lothar Matthäus zur Basketballnationalmannschaft der Damen
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager