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Das Flutlicht im Stadion von Gdansk glitzerte noch, als die letzten Fans ihre Stimmen verloren hatten - und das lag nicht an der Meeresbrise. BKS Gdansk spielte am 14. Spieltag der 1. Liga Polen eine Partie, die man in der Hafenstadt wohl noch lange erzählen wird: 5:0 gegen den FC Katowice, ein Ergebnis, das so deutlich war, wie es klang. Schon von Beginn an machten die Hausherren klar, dass sie keine Lust auf ein taktisches Abtasten hatten. "Wir wollten gleich zeigen, wer hier das Rudel anführt", grinste Trainer Mike Matt nach dem Abpfiff - und seine Mannschaft tat genau das. Zwar sah Innenverteidiger Philip Gancarczyk bereits in der ersten Minute Gelb, aber das schien eher wie ein Weckruf zu wirken. Danach rollte Angriff auf Angriff in Richtung Katowicer Tor. Die Gäste, betreut von Oli Dudek, standen hinten so tief, dass man fast meinte, sie wollten die Ostsee überqueren. Zwei Torschüsse in 90 Minuten - das war alles, was Katowice auf die Anzeigetafel brachte. Gdansk dagegen feuerte aus allen Rohren: 22 Schüsse aufs Tor, 51 Prozent Ballbesitz und eine Zweikampfquote, die an eine Abrissbirne erinnerte (58,9 Prozent gewonnene Duelle). Und dann kam die 29. Minute. Severin Kosowski, der quirlige Linksaußen, setzte sich nach einem Pass von Adam Zuraw durch, tanzte zwei Verteidiger aus und schob eiskalt ein. 1:0 - und das Stadion bebte. Kaum hatten die Zuschauer aufgehört zu jubeln, klingelte es erneut: Nur eine Minute später traf Marcel Bak nach Vorlage von Sturmpartner Sebastian Mencel zum 2:0. "Wir haben uns kaum umgedreht, da war der Ball schon wieder drin", murmelte Katowice-Keeper Jack Henderson später mit einem bitteren Lächeln. Das dritte Tor fiel in der 35. Minute - die pure Lehrbuchkombination: Wladimir Burkhardt spielte Mencel steil, der ließ sich nicht zweimal bitten. 3:0 zur Pause, und Katowice wirkte, als würde es am liebsten den Bus starten. Nach dem Seitenwechsel kam BKS Gdansk noch aggressiver aus der Kabine. Trainer Matt hatte das Pressing auf "Vollgas" gestellt, und die Gäste bekamen kaum noch Luft. In der 64. Minute war es wieder Kosowski, diesmal nach einem schönen Zuspiel des jungen Linksverteidigers Lukas Hawrylewicz, der das 4:0 markierte. "Ich hätte auch schießen können", grinste Hawrylewicz später, "aber Severin hätte mich sonst im Bus ignoriert." Den Schlusspunkt setzte der Jüngste: Jerzy Klose, gerade einmal 17 Jahre alt, eingewechselt zur zweiten Halbzeit, traf in der 72. Minute nach Vorarbeit von Rechtsverteidiger Savo Kuzmanovic. Sein erster Treffer als Profi - und was für einer! "Ich wollte einfach draufhalten", sagte der Teenager schüchtern, "und dann war der Ball plötzlich im Netz. Ich dachte erst, das war Abseits." Katowice? Nun ja, die Gäste spielten freundlich mit, ohne besonders störend zu wirken. Trainer Dudek versuchte es mit einem Wechsel zur Pause, brachte den 19-jährigen Leonardo Carlopoli, doch das änderte wenig. "Wir haben zu brav gespielt", seufzte Dudek nach dem Spiel. "Vielleicht hätten wir wenigstens einmal pressen sollen." Auch das Publikum war in Hochform: 33.143 Zuschauer, die jede gelungene Aktion feierten, als ginge es um den Titel. In der 80. Minute gab’s dann noch eine letzte Gelbe - Bartosz Klose meckerte über einen Einwurf, wohl aus purer Langeweile. Statistisch war es eine Machtdemonstration: 22:2 Schüsse aufs Tor, 5:0 Treffer, 3:0 zur Pause - und das alles mit einem Team, das Spaß am Offensivfußball hatte. "Wir haben offensiv gespielt, aggressiv, und das muss einfach belohnt werden", erklärte Trainer Matt, während er sich ein breites Grinsen kaum verkneifen konnte. Katowice hingegen verschwand rasch in den Katakomben. Der Busfahrer hatte wohl schon den Motor laufen lassen. Und während die Fans von BKS Gdansk noch minutenlang "Kosowski, Mencel, Klose!" skandierten, blickte der Stadionsprecher auf die Anzeigetafel, schüttelte den Kopf und meinte trocken: "Wenn das so weitergeht, brauchen wir bald eine größere Ergebnisanzeige." Ein Spiel, das keine Fragen offenließ - außer vielleicht die, ob Katowice seine Abwehr irgendwann wiederfindet. 07.11.643999 21:55 |
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Irgendwann mal wieder gewinnen, und das versuchen wir zu probieren.
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