Football Today
+++ Sportzeitung für England +++

Boreham Wood trotzt Southampton - 2:2 im wilden Frühlingsduell

Ein lauer Maiabend, 37.460 Zuschauer, Flutlicht, englische Liga - und ein Spiel, das alles wollte, nur kein geordnetes Fußballstück sein. Boreham Wood und der FC Southampton trennten sich am 26. Spieltag mit einem 2:2, einem Ergebnis, das sich irgendwo zwischen gerechter Punkteteilung und verpasster Chance einordnen lässt.

Schon die ersten Minuten kündigten ein turbulentes Duell an. Kaum war der Rasen richtig betreten, da holte sich Borehams Linksverteidiger Taylor Hardin (3.) seine frühe gelbe Verwarnung ab - "Ich wollte nur zeigen, dass wir da sind", grinste er nach Spielschluss. Zwei Minuten später war Southampton tatsächlich da: Matthew Finnan, eigentlich Linksverteidiger, rauschte in Minute 6 nach feinem Zuspiel von Liam Allington heran und drosch den Ball aus 20 Metern humorlos in den Winkel. 0:1 - und die Saints feierten, als wäre das Spiel schon entschieden.

Doch Boreham Wood zeigte bemerkenswerte Resistenz. Der erst 19-jährige Corey Roades antwortete in der 18. Minute eiskalt - nach einer Kopfballverlängerung von Innenverteidiger Thijmen Van Zandt vollendete der Youngster im Stile eines abgezockten Routiniers. "Ich hab gar nicht groß nachgedacht", sagte Roades danach mit einem Lächeln, "ich hab einfach draufgehalten - und gehofft, dass’s nicht in den Parkplatz fliegt."

Danach übernahmen die Hausherren das Kommando. 54 Prozent Ballbesitz, 13 Torschüsse - Boreham Wood spielte mutig, manchmal zu mutig, aber mit Herz. In der 37. Minute belohnte sich die Elf von Trainer Sven Schliffke: Julien Bethune schickte Kian Marley auf rechts, der zog nach innen und traf mit links flach ins lange Eck. 2:1 zur Pause, und das Stadion bebte.

"Wir haben in der Kabine gesagt: Leute, das ist Southampton, keine Sonntagstruppe", verriet Schliffke später, "aber wir wollten sie genau so aussehen lassen."

Southampton-Coach Michael Böning wirkte angesäuert, wechselte zur zweiten Halbzeit und brachte frische Flügel mit Gabriel Beecroft für den blassen Meir Pizanti. Die Maßnahme zeigte Wirkung. Zwar blieb Boreham Wood zunächst konzentriert - aber dann, in Minute 55, schlug Adam Hennessy zu. Nach einem druckvollen Angriff über links legte Billy Benett quer, Hennessy schob ein, als würde er das schon hundertmal trainiert haben. 2:2 - und plötzlich war alles wieder offen.

Danach entwickelte sich ein Spiel, das man wohlwollend als "intensiv" bezeichnen konnte. Southampton hatte mit 16 Schüssen aufs Tor zwar die Nase vorn, doch Boreham Wood kämpfte aufopferungsvoll. Mal flog Corey Roades nach einem Eckball artistisch vorbei, mal prüfte Finnan mit einem erneuten Distanzkracher den Keeper Rhys Crichton.

Zwischendurch musste Borehams Flügelstürmer Davib Broderick in der 77. Minute verletzt raus - "ein Pferdekuss, kein Drama", wie Trainer Schliffke abwinkte. Für ihn kam Rafael Galindo, der in der Nachspielzeit noch einmal für kollektives Aufstöhnen sorgte, als er in Minute 93 mit einem satten Schuss fast den Siegtreffer markierte.

Das Ende war dann typisch englisch: viel Gebrüll, viele lange Bälle, wenig Struktur - und ein Platzverweis. Liam Allington, der Vorlagengeber zum 0:1, sah in der 91. Minute Rot nach einem rustikalen Einsteigen. "Ich hab den Ball gespielt. Irgendwo dazwischen war halt auch ein Stück Gegner", verteidigte er sich später mit einem Achselzucken.

Trainer Böning nahm es mit Galgenhumor: "Wenn wir schon nicht gewinnen, dann wenigstens mit Stil und Unterzahl."

Die Statistik zeigte, wie ausgeglichen der Abend war: Boreham Wood mit leichtem Ballbesitzvorteil (54:46), Southampton mit der etwas besseren Zweikampfquote (52:48). Beide Teams wollten, beide konnten - und am Ende blieb das Gefühl, dass keiner so recht wusste, ob er sich freuen sollte.

"Ein Punkt gegen Southampton ist für uns wie ein kleiner Sieg", resümierte Boreham-Kapitän Julien Bethune. "Aber wenn du 2:1 führst und so spielst, willst du halt mehr."

Ein Zuschauer auf der Tribüne brachte es nach Abpfiff trocken auf den Punkt: "Zwei Tore, eine Rote, ein kaputtes Tornetz - ich hab schon schlechtere Montage gesehen."

Und vielleicht ist das das schönste Fazit eines Abends, an dem Boreham Wood bewies, dass Leidenschaft manchmal mehr zählt als Etat. Southampton dagegen wird sich fragen, wie man gegen einen Gegner ohne Pressing, aber mit Herz, zwei Punkte verschenken konnte.

Ein Spiel, das keiner so schnell vergisst - nicht wegen der Perfektion, sondern wegen der ehrlichen Unordnung. Oder, wie Sven Schliffke schmunzelnd meinte: "Das war kein Fußball-Lehrbuch. Das war Fußball pur."

06.04.644000 10:43
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wenn ich aber nur daran denke, dass seine Frau, dieses Spice Girl, auch mitkäme! Das wäre schön für die Medien, aber nicht für uns. Das Theater brauche ich nicht.
Uli Hoeneß über eine mögliche Verpflichtung von David Beckham
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager