Außenseiter
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

Bremerhavens frühe Welle überrollt Mengsberg - 0:2 im Flutlicht

Manchmal ist ein Fußballspiel schon nach zwei Minuten entschieden - zumindest fühlt es sich so an. Beim Oberliga-Duell Mengsberg gegen den OSC Bremerhaven stand die Uhr kaum still, da zappelte der Ball bereits im Netz der Gastgeber. Ignacio Quintana, eigentlich als rechter Außenverteidiger eingetragen, hatte wohl kurzzeitig vergessen, dass er kein Stürmer ist, und drosch den Ball nach Vorlage von Carl de Freitas mit der Präzision eines Uhrwerks unter die Latte. 2. Minute, 0:1 - und 3.388 Zuschauer rieben sich die Augen.

"Ich dachte erst, der pfeift das ab, weil’s zu früh ist", grinste Bremerhavens Trainer Rafael Benitez nach der Partie. "Aber anscheinend darf man ja auch am Anfang schon Tore schießen."

Mengsberg war zu diesem Zeitpunkt gedanklich wohl noch im Kabinenflur, wo man sich vorgenommen hatte, "mutig nach vorn" zu spielen - so zumindest Trainer Müller (der Name des Heimtrainers blieb offiziell ungenannt, aber in Mengsberg heißt jeder zweite Trainer Müller). Doch die Realität war eine andere: Bremerhaven presste nicht, sie mussten nicht. Die Gäste standen ruhig, spielten kontrolliert - 56 Prozent Ballbesitz, 17 Torschüsse - und ließen den Ball laufen, als wären sie auf einem Sonntagsspaziergang an der Wesermündung.

In der 42. Minute fiel dann, fast folgerichtig, das 0:2. Horst Schade, der rechte Flügelmann mit der Dynamik eines Schnellzugs, veredelte eine butterweiche Flanke von Quintana. Der Mengsberger Torwart Luca Klose streckte sich vergeblich - und blickte danach so drein, als würde er überlegen, ob er beim nächsten Angriff einfach selbst rausgeht und den Ball klärt.

Zur Pause war die Stimmung auf den Rängen frostig. Ein älterer Fan brummte: "Die spielen ja, als hätten sie den Ball erfunden." Ein anderer konterte trocken: "Ja, aber wir haben ihn ihnen geschenkt." Humor haben sie hier in Mengsberg, das muss man sagen.

Die zweite Hälfte lief dann unter der Überschrift: Bemüht, aber brotlos. Mengsberg kam mit offensiverer Haltung aus der Kabine - laut Taktikzettel ohnehin schon auf Angriff eingestellt - und versuchte, über die Flügel Druck aufzubauen. Heinrich Roth hatte in der 82. Minute die beste Chance, als er plötzlich frei vor dem Tor auftauchte. Doch Bremerhavens Keeper Olav Max, bisher eher Zuschauer mit Handschuhen, machte sich groß und fischte den Ball artistisch aus dem Eck.

"Wenn der reingeht, wird’s nochmal spannend", meinte Roth später in der Mixed Zone. "Aber bei uns ging heute einfach nix rein - nicht mal der Kaffee vor dem Spiel."

Bremerhaven verwaltete das Geschehen souverän, ohne übermäßig zu glänzen. Die Nordlichter zogen ihr Spiel durch, blieben diszipliniert und kassierten lediglich zwei Gelbe Karten - Finn Miller (14.) und Swen Klose (81.) mussten kurzzeitig mit den Schiedsrichterfarben Bekanntschaft machen. Auf Mengsberger Seite sammelten gleich vier Spieler Verwarnungen. Besonders Yannik Lesniak (91.) schien der Meinung zu sein, dass man wenigstens am Ende noch etwas Farbe zeigen sollte.

Statistisch gesehen war der Abend eindeutig: 17:3 Torschüsse für Bremerhaven, mehr als 55 Prozent Ballbesitz und eine Zweikampfquote, die dem Wort "überlegen" alle Ehre machte. Mengsberg hatte seine Momente, keine Frage, aber sie waren so flüchtig wie ein Funkenregen im Regen.

Trainer Benitez zeigte sich anschließend zufrieden, aber betont nüchtern. "Wir haben unseren Plan umgesetzt. Frühes Tor, dann Struktur halten. Das war kein Feuerwerk, aber ein erwachsener Auftritt." Ganz anders der Mengsberger Coach, der nach dem Spiel mit verschränkten Armen vor der Kabine stand und murmelte: "Man kann ja nicht jedes Mal Pech haben. Irgendwann muss man auch mal Glück erzwingen."

Ob das Glück schon im nächsten Spiel vorbeischaut, bleibt abzuwarten - vielleicht hat es derzeit einfach keine Lust auf Mengsberg.

Bremerhaven dagegen setzt mit dem 0:2-Auswärtssieg seine kleine Serie fort und schiebt sich in der Oberliga D weiter nach oben. Wenn man so abgeklärt auftritt und nebenbei noch Außenverteidiger mit Torriecher entdeckt, darf man ruhig mal vom Aufstieg träumen.

"Wir nehmen jedes Spiel, wie’s kommt", sagte Torschütze Horst Schade mit einem Zwinkern. "Aber wenn’s so weiterläuft, muss ich bald Autogrammkarten drucken lassen."

Ein Abend, an dem Bremerhaven früh das Licht einschaltete - und Mengsberg im Dunkeln stehen ließ.

07.03.643994 12:39
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wir treten nicht an um ein Tor zu schießen, wir wollen das Spiel gewinnen!
Oliver Kahn
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager