Football Today
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Cambridge City rettet spätes 1:1 gegen dominantes Hucknall Town

Es war einer dieser Abende im Abbey Stadium, an denen man sich fragt, ob der Fußballgott gerade Tee trinkt - und Cambridge City dankbar einen Schluck abbekommt. 29.003 Zuschauer sahen beim 34. Spieltag der 1. Liga England ein 1:1, das für die Gastgeber nach 90 nervenaufreibenden Minuten beinahe wie ein Sieg schmeckte.

Hucknall Town, angetrieben von Coach Maddes Kaiser mit seiner gewohnt lässigen Lederjacke an der Seitenlinie, war von Beginn an das aktivere Team. Bereits in der dritten Minute prüfte Bradley Primes den Cambridge-Keeper Callum Baker mit einem strammen Schuss - ein erster Vorgeschmack auf das, was folgen sollte: 14 Torschüsse der Gäste gegenüber nur vier der Hausherren sprechen eine deutliche Sprache.

In der 11. Minute war dann auch Bakers Glück erschöpft: Julian Ronaldo, der Name klingt nach brasilianischem Glamour, aber der Mann kommt eher aus Nottingham als aus Rio, flankte butterweich von rechts auf Marc Bonnaire. Der 24-Jährige nahm den Ball direkt und drosch ihn mit einem rechten Außenrist ins lange Eck - 0:1. "Ich hab einfach draufgehalten. Manchmal hilft Nachdenken ja nur dem Gegner", grinste Bonnaire nach dem Spiel.

Cambridge City wirkte in der Folge zwar bemüht, aber planlos. Trainerin Jule Lewandowski gestikulierte wild, als wollte sie ihre Mannschaft aus der Ferne fernsteuern. Doch außer einem harmlosen Versuch von Koray Cora (24.) blieb vieles Stückwerk. Hucknall kontrollierte Ball und Gegner - 51 Prozent Ballbesitz, 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe, ein fast schon bequemer Spaziergang bis zur Halbzeit.

"Wir haben’s ein bisschen zu schön spielen wollen", seufzte Kaiser später. Man merkte, dass sein Team nach der Pause eigentlich nur noch die Entscheidung suchte. Daniel Winfield traf in der 59. Minute fast zum 0:2, als er nach einem Bergeron-Pass nur die Latte streifte. In diesem Moment wachte Cambridge endlich auf - vielleicht, weil Lewandowski in der Kabine das Wort "Leidenschaft" buchstabiert hatte.

Und siehe da: In der 56. Minute (ja, der Fußball schreibt seine eigenen Zeitsprünge) fiel der Ausgleich. Valerio Trebisacce, bis dahin eher unauffällig, setzte sich auf der rechten Seite durch, legte zurück auf Espen Brill - und der drosch den Ball mit einer Mischung aus Wut und Präzision ins Netz. "Ich hab nur gedacht: Wenn nicht jetzt, wann dann?", sagte Brill, der Held des Abends, nach dem Spiel.

Ab da wurde es hitzig. Harrison More sah Gelb für ein rustikales Einsteigen (54.), Matthew Chamberlain tat es ihm in der 70. gleich. Hucknall reagierte mit der typischen Mischung aus Frust und Übermotivation - Luke Haddock (20.) und Julian Ronaldo (82.) holten sich ebenfalls Gelb ab. Kurz darauf musste Joseba Godo verletzt raus (83.), was Trainer Kaiser sarkastisch kommentierte: "Ich wollte eigentlich gar nicht wechseln, aber er lag da so überzeugend."

In den letzten Minuten drückte Hucknall noch einmal, aber Cambridge verteidigte mit allem, was Beine hatte. Selbst der junge Edgecomb, gerade 18, rannte in der Nachspielzeit noch einen Konter ab, als hinge sein Führerschein davon ab.

Am Ende blieb es beim 1:1 - ein Resultat, das Hucknall Town weh tat und Cambridge City Mut machte. "Wenn man nur viermal aufs Tor schießt und einmal trifft, nennt man das Effizienz", grinste Lewandowski auf der Pressekonferenz. Ihr Kollege Kaiser konterte trocken: "Wir waren die bessere Mannschaft, aber vielleicht hat der Rasen heute Cambridge gehört."

Statistisch war es ein ungleiches Duell: Hucknall dominierte mit 14 Schüssen, Cambridge hatte gerade mal 49 Prozent Ballbesitz, aber die eine entscheidende Aktion mehr. Vielleicht erklärt das, warum die Heimfans nach Schlusspfiff klatschten, als hätten sie einen Pokal gewonnen.

Und während Bonnaire noch Autogramme schrieb und Brill mit Fans Selfies machte, seufzte ein älterer Zuschauer auf der Tribüne: "Früher hat Cambridge schöner verloren." Vielleicht stimmt das. Aber an diesem Abend fühlte sich ein Unentschieden an wie ein kleiner Sieg - und manchmal ist das im Fußball eben alles, was zählt.

08.07.644000 00:23
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Ich hatte schon vorher das Gefühl, dass die Mannschaft noch nicht reif für die Bundesliga ist. Aber dass einige Spieler so weich in der Birne sind, hätte ich nicht gedacht.
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