La Hora
+++ Sportzeitung für Ecuador +++

CD Aucas zerlegt Atletico Enelec: 5:0 im Pokalfinale

Es gibt Niederlagen, die wehtun - und es gibt solche, die in die Vereinsgeschichte eingehen. Das 0:5 von Atletico Enelec im Pokalfinale gegen CD Aucas vor 16.000 Zuschauern gehörte eindeutig zur zweiten Kategorie. Während die Fans der Gastgeber schon nach dem vierten Gegentor in der ersten Halbzeit ratlos in ihre Plastikbecher starrten, feierten die Aucas-Anhänger eine Gala, die man in dieser Deutlichkeit nicht erwartet hatte.

Dabei hatte sich Enelec-Trainer - dessen Name nach dem Spiel lieber unerwähnt blieb - einiges vorgenommen. Die Statistik sprach sogar für seine Mannschaft: 56 Prozent Ballbesitz, ein ordentliches Passspiel, engagierte Laufleistung. Doch was nützt der Ball, wenn der Gegner weiß, was man damit anfangen soll? CD Aucas hatte 31 Torschüsse. Enelec ganze fünf. Das Ergebnis: 0:5. Mathematik, die wehtut.

Schon nach 60 Sekunden klingelte es zum ersten Mal. Aitor Barros, der 32-jährige Rechtsaußen mit dem Schuss wie ein Presslufthammer, traf nach Vorlage von Xabier Sousa zum 1:0. Sousa grinste später in die Kameras: "Wir wollten gleich zeigen, dass wir heute nicht zum Sightseeing gekommen sind." Enelecs Torwart Sebastien Cloutier hingegen wirkte, als hätte er den Ball erst im Netz bemerkt.

Kaum hatte sich der Stadionsprecher vom ersten Jubel erholt, stand es auch schon 2:0. Wieder Barros, diesmal nach einer butterweichen Flanke von Mateo Blanco. "Ich dachte, ich bin zu alt für solche Spiele", lachte Barros nach Abpfiff, "aber anscheinend nicht für solche Tore."

Danach brach über Enelec ein gelb-rotes Feuerwerk herein. Rafael Albinana schlenzte in der 33. Minute nach feiner Vorarbeit von Bruno Penas den Ball ins Eck - 3:0. Zwei Minuten später revanchierte sich Penas selbst und drosch das Leder nach Zuspiel von Anton Bloch unter die Latte. 4:0 nach 35 Minuten - und noch nicht einmal Halbzeitpause.

In der Kabine muss es laut geworden sein. Ein Mitarbeiter berichtete, der Enelec-Coach habe seine Spieler gefragt, "ob jemand zufällig wisse, was ein Zweikampf ist". Doch auch nach Wiederanpfiff änderte sich wenig. Zwar zeigte Enelec mehr Einsatz, ließ den Ball laufen, aber Aucas blieb gefährlich - und effizient.

In der 71. Minute setzte Xabier Sousa den Schlusspunkt. Nach einem präzisen Pass des Routiniers Cristobal Mino zog der 22-Jährige aus 20 Metern ab und traf unhaltbar zum 5:0. Sousa hob entschuldigend die Hände, als wolle er sagen: "Tut mir leid, aber so läuft das eben heute."

Trainer Mister Zvenson von Aucas zeigte sich nach dem Spiel gewohnt nordisch trocken: "Manchmal läuft der Plan besser, als man ihn aufgemalt hat. Heute war so ein Tag." Tatsächlich wirkte seine Mannschaft wie aus einem Guss - offensiv, diszipliniert, spielfreudig. Selbst eine Gelbe Karte für Penas in der 58. Minute konnte den Rhythmus nicht stören.

Atletico Enelec hingegen wirkte ratlos. Stürmer Salvatore Palumbo, mit 19 Jahren der Jüngste auf dem Platz, sagte frustriert: "Wir hatten mehr Ballbesitz, aber das war wie Monopoly spielen ohne Häuser." Ein Satz, der wohl in den kommenden Tagen häufiger zitiert werden dürfte.

Selbst die Statistik schien sich über das Ergebnis zu wundern: Enelec mit mehr Ballbesitz, aber weniger Zugriff; Aucas mit 31 Abschlüssen, aber keinem Anzeichen von Übermut. Erst als in der 93. Minute Aucas-Verteidiger Mateo Blanco verletzt liegen blieb, wurde es kurz still im weiten Rund - aber selbst er verließ den Platz mit einem Lächeln. "Ich wollte sowieso feiern gehen", witzelte er später mit bandagiertem Knöchel.

Als der Schiedsrichter abpfiff, sah man zwei Bilder: die jubelnden Aucas-Spieler, die sich in goldene Konfettiduschen warfen - und die Enelec-Profis, die schweigend Richtung Kabine schlichen, als hätten sie gerade ein besonders strenges Abitur hinter sich.

"Das war eine Lehrstunde", gab ein sichtlich zerknirschter Enelec-Kapitän zu. "Manchmal muss man verlieren, um zu verstehen, wie viel man noch lernen kann."

Vielleicht. Aber an diesem Abend in Enelecs Heimstadion war klar: Lernen tut weh. Und CD Aucas hat mit diesem 5:0 nicht nur den Pokal gewonnen - sondern eine ganze Stadt in Gelb und Rot in Ekstase versetzt.

Oder, wie Mister Zvenson es am Ende formulierte: "Fußball ist einfach. Man muss nur fünf Tore schießen und keins kassieren." Ein Satz, den sie in Enelec wohl noch lange nicht vergessen werden.

26.06.644000 10:35
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Eigentlich bin ich ein Supertyp. Aber ich kann wohl auch ein richtiger Arsch sein!
Mario Basler
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager