Ultimas Noticias
+++ Sportzeitung für Uruguay +++

CD Cerrense zittert sich mit 2:1 ins Pokal-Viertelfinale

Es gibt Fußballspiele, die klingen im Ergebnis enger, als sie waren - und dann gibt es jene, die genau so eng waren, wie das 2:1 zwischen CD Cerrense und UD Liverpool am Dienstagabend im Estádio das Rochas. 39.330 Zuschauer sahen eine Partie, die in den ersten 20 Minuten nach einem Spaziergang für die Hausherren aussah - und in den letzten 20 Minuten nach einem Drama in drei Akten.

Trainer Leahcim Gnipeur, sonst ein eher nüchterner Mann, grinste nach dem Schlusspfiff: "Ich hab’s den Jungs gesagt: Wenn ihr schon Drama wollt, dann bitte mit Happy End." Und das bekamen sie - gerade so.

Denn nach 15 Minuten schien das Spiel bereits entschieden. Duarte Galindo eröffnete den Torreigen in Minute 13, als er nach einem präzisen Zuspiel von Rechtsverteidiger Alejandro Nani die Kugel aus gut 20 Metern unhaltbar unter die Latte schweißte. Zwei Minuten später legte Joao Gomes nach - diesmal nach feinem Querpass von Sean MacPhee. 2:0, ein furioser Auftakt, und der Cerrense-Anhang schunkelte schon in Richtung Viertelfinale.

"Wir haben in der ersten Halbzeit alles richtig gemacht - außer vielleicht, das dritte Tor zu schießen", knurrte Gnipeur später. Und tatsächlich: Nach dem Doppelschlag schaltete Cerrense einen Gang zurück, während UD Liverpool langsam aber sicher die Nervosität abschüttelte. Der quirlige Samuel Roades prüfte Keeper Joseba Mendes gleich dreimal (10., 26., 42.), doch der Schlussmann fischte alles weg, was in seine Richtung flog.

Kurz vor der Pause dann der einzige Schönheitsfehler im Cerrense-Spiel: Hans Jakobsen sah Gelb - und zwar völlig verdient, nachdem er den durchbrechenden Claus Hein mehr umarmte als verteidigte. "Ich wollte ihn nur bremsen", versuchte Jakobsen später mit einem schiefen Lächeln zu erklären.

Nach dem Seitenwechsel verlor das Spiel etwas an Tempo, aber nicht an Spannung. UD Liverpool-Coach Savo Partizan, bekannt für seine stoische Miene selbst bei Gewittern, tigerte ab der 60. Minute unruhig an der Linie entlang. "Wir wussten, dass Cerrense irgendwann müde wird", sagte er später. Und er sollte Recht behalten.

In der 71. Minute belohnte sich der Gast endlich: Vincent Godinez, bis dahin weitgehend unauffällig, nutzte eine Unachtsamkeit in der Cerrense-Abwehr und verwertete eine butterweiche Flanke von Hrvoje Balaban zum 2:1-Anschlusstreffer. Das Stadion verstummte kurz, als wolle es selbst prüfen, ob das Tor wirklich gezählt hatte - es hatte.

Was folgte, war eine Viertelstunde Belagerungszustand. Liverpool drückte, Cerrense verteidigte mit allem, was Beine hatte - und manchmal auch mit dem, was nicht unbedingt regelkonform war. In der 83. Minute jagte Rauf Saglam den Ball knapp über die Latte, in der 93. Minute verzog Zeeman Putnam freistehend. "Da hab ich kurz an den Rasen gedacht, nicht an den Ball", murmelte Putnam selbstkritisch.

Die Statistik spricht in Zahlen eine ausgeglichene Sprache: 9:10 Torschüsse, 56,8 Prozent Ballbesitz für Cerrense, 51 Prozent gewonnene Zweikämpfe für Liverpool. Aber Fußball wird eben nicht auf Taschenrechnern entschieden.

Als Schiedsrichter Varela nach 94 Minuten abpfiff, fiel CD-Trainer Gnipeur seinem Torwart Mendes um den Hals - ein seltenes Bild. "Ich hatte kurz das Gefühl, er will mich auswechseln", witzelte Mendes später. Und Gnipeur? "Das war kein schöner Sieg, aber ein verdienter. Und manchmal ist das schöner als ein verdienter schöner."

UD-Coach Partizan blieb trotz des Ausscheidens fair: "Wir haben zu spät angefangen, an uns zu glauben. Cerrense war cleverer. Aber wenn wir so weiterspielen, holen wir bald jemanden aus dem Pokal raus - vielleicht sie."

Während die Spieler von CD Cerrense in der Kabine "Viertelfinale! Viertelfinale!" skandierten, schlich Godinez noch einmal über den Rasen, blickte in den Nachthimmel und murmelte etwas, das wie "Noch ein Tor, und alles wäre anders" klang. Vielleicht. Aber an diesem Abend gehörte das Glück den Mutigen - und ein bisschen auch denen, die früh genug trafen.

Und so zieht CD Cerrense mit einem 2:1-Sieg in die nächste Runde ein - dank eines Blitzstarts, eines tapferen Torwarts und einer Portion Nervenstärke, die bei den Fans wohl noch bis zum nächsten Morgen nachgewirkt hat.

Oder, wie ein Zuschauer beim Hinausgehen sagte, halb erleichtert, halb erschöpft: "Ich wollte eigentlich nur Fußball sehen - aber das war Kino."

04.05.643994 05:07
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wir spielen hinten Mann gegen Mann, und ich spiel gegen den Mann.
Olaf Thon
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager