El Peruano
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CD Lima gewinnt das Stadtduell - Muno trifft, Olli Kahn tobt

Ein Tor, zwei Gelbe, eine Gelb-Rote und 32.000 Zuschauer, die sich fragten, ob sie gerade ein Fußballspiel oder eine griechische Tragödie gesehen hatten: CD Lima besiegte im Stadtderby Academia Lima mit 1:0. Es war weniger ein Feuerwerk als vielmehr ein Beweis, dass Fußball auch mit Minimalismus funktioniert - und manchmal reicht ein 22-jähriger Außenspieler namens Nestor Muno, um eine ganze Stadt glücklich zu machen.

Der Abend begann warm, aber zäh. Schon nach drei Minuten prüfte Academia-Mittelfeldmann Matteo Pedivigliano den Heimtorwart Raul Andrade mit einem satten Schuss - und legte damit die Marschrichtung fest. Academia dominierte, CD Lima verteidigte, und beide Seiten taten so, als hätten sie Spaß daran. Nach zwanzig Minuten lagen die Spielanteile klar bei den Gästen, 56 Prozent Ballbesitz, 18 Torschüsse am Ende - aber eben null Tore. "Wir hatten alles im Griff, nur das Wesentliche nicht", knurrte Gasttrainer Olli Kahn nach dem Abpfiff.

Die erste Halbzeit bot vor allem eines: Geduld. CD Lima stand tief, spielte ausgewogen ("balanced", wie es der Taktikbogen trocken beschrieb) und wartete auf eine Lücke, die nicht kommen wollte. Stattdessen gab’s Gelb für Andre Allington (42.), der offenbar die Meinung vertrat, man könne Zweikämpfe auch als Kampfsport interpretieren. Sein Trainer - der sich anonym halten möchte, "um morgen noch ruhig durch die Stadt gehen zu können" - rief ihm zu: "Spiel den Ball, nicht die Wade!"

Nach dem Seitenwechsel wurde es lebhafter. Academia wechselte, brachte den 22-jährigen Jordi Roy und später Lucas Moura - frischer Wind, aber kein Durchbruch. In der 59. Minute dann die Szene des Abends: CD Limas Routinier Rutger Carlsson flankte butterweich von rechts. In der Mitte rauschte Nestor Muno heran, nahm den Ball aus vollem Lauf und drosch ihn ins Netz. Stadionexplosion. 1:0. Der erste Torschrei hallte durch die Hauptstadt wie ein verspäteter Feuerwerkskörper. "Ich hab’ einfach draufgehalten", grinste Muno später. "Rutger hat gesagt: ’Mach was draus, Junge’ - also hab ich’s gemacht."

Academia reagierte wütend. Olli Kahn, ohnehin nicht für seine Gelassenheit bekannt, sprang an der Seitenlinie auf und ab. "Wir hätten 3:1 gewinnen müssen", wetterte er. "Aber wenn du den Ball nicht reinkriegst, hilft auch kein deutsches Temperament." Sein Team schoss weiter aus allen Lagen - Pedivigliano, Tilleman, Roy -, doch CD-Lima-Keeper Andrade wuchs über sich hinaus. In der 87. Minute kratzte er einen Schuss von Pieter Tilleman aus dem Winkel, der so präzise war, dass selbst die Eckfahne applaudierte.

Kurz vor Schluss wurde es dramatisch. Ramon Ortega, der laufstarke Mittelfeldmann der Gastgeber, musste verletzt raus (80.). Nur eine Minute später sah Allington Gelb-Rot - und marschierte vom Platz, als hätte er gerade die Lottozahlen richtig getippt. "Ich wollte nur den Ball spielen", verteidigte er sich später, während seine Mitspieler hektisch die letzten Minuten über die Zeit brachten.

Academia warf alles nach vorn, Olli Kahn brüllte Anweisungen, die vermutlich noch in den Anden zu hören waren. Doch das Tor blieb wie vernagelt. Sieben Minuten Nachspielzeit, drei Großchancen, null Erfolg. Als der Schlusspfiff ertönte, fiel Andrade seinem Abwehrchef Carvalho um den Hals, während Muno jubelnd Richtung Fankurve rannte.

Die Statistik erzählt eigentlich eine andere Geschichte: 18:6 Torschüsse für Academia, 56 Prozent Ballbesitz, bessere Zweikampfquote. Aber Fußball ist kein Schönheitswettbewerb, und CD Lima bewies, dass Effektivität manchmal hübscher ist als Ästhetik.

"Wir haben mit Herz verteidigt", sagte Ricardo Carvalho hinterher. "Und wenn man Olli Kahns Gesicht sieht, weiß man, dass es funktioniert hat."

Ein Reporter fragte Muno, ob er sich jetzt als Derbyheld fühle. "Held?" lachte der 22-Jährige. "Ich bin froh, dass ich den Ball getroffen habe."

So bleibt CD Lima die Mannschaft des Abends: taktisch diszipliniert, kämpferisch bis zum Schlusspfiff, und mit einem jungen Mann, der das Derby entschieden hat. Academia Lima hingegen reist mit leerem Gepäck und vollen Notizblöcken zurück - mit der Erkenntnis, dass Ballbesitz zwar schön ist, Tore aber schöner sind.

Am Ende winkte sogar Olli Kahn kurz Richtung gegnerischer Bank - oder vielleicht war es doch nur ein Reflex. In jedem Fall bleibt der Abend in Erinnerung: als das Spiel, in dem CD Lima weniger spielte, aber mehr gewann.

31.01.644003 09:22
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In diesem Drecksspiel hätte ich zehn Akteure auswechseln können.
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