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Cerrense fegt Tacuarembo vom Platz - Skene doppelt, Marques trifft

Ein lauer Samstagabend in Tacuarembo, 39.974 Zuschauer, und ein Spiel, das wie ein klassischer Heimabend begann - und wie ein Albtraum endete. Atletico Tacuarembo hatte sich so viel vorgenommen gegen CD Cerrense, doch am Ende hieß es ernüchternd 1:3 (1:3). Die Fans gingen mit hängenden Schultern nach Hause, während die Gäste aus Cerrense auf dem Rasen tanzten, als hätten sie gerade die Copa gewonnen.

Dabei fing alles so vielversprechend an. In der 22. Minute zündete Lionel Valente den Turbo auf der rechten Seite, bekam den Ball von Fabio Villar mustergültig in den Lauf gespielt und versenkte eiskalt - 1:0! Das Stadion tobte, Valente riss die Arme hoch, Trainer Matheo Ronaldo ballte an der Seitenlinie die Fäuste. "Da dachte ich, wir hätten sie im Griff", sagte Ronaldo später mit bitterem Lächeln. "Aber dann passierte das, was man im Fußball ’Realitätsschock’ nennt."

Nur zwölf Minuten später schlug die Realität knallhart zurück. Ryan Skene, der 32-jährige Linksaußen der Cerrense, zog aus 20 Metern ab - und der Ball zischte unhaltbar in den Winkel. Der Jubelblock der Gäste explodierte, und Skene grinste: "Ich wollte eigentlich flanken, aber na gut, den nehme ich."

Kaum hatten die Hausherren den Schock verdaut, setzte es den nächsten Nackenschlag. In der 35. Minute legte Rechtsverteidiger Alejandro Nani mustergültig für Nael Marques auf, der trocken zum 1:2 einschob. Atletico taumelte, Cerrense witterte die Gunst der Stunde. Sechs Minuten später war es wieder Skene, diesmal nach einem Pass von Sean MacPhee, der den Deckel auf die erste Halbzeit setzte - 1:3.

Drei Gegentore in neun Minuten, das war zu viel für Tacuarembo. Die Spieler schauten sich an, als sei ihnen gerade der Strom ausgefallen. Ein Fan rief von der Tribüne: "Wacht auf, Jungs, das ist kein Trainingsspiel!" - doch die Antwort kam nur in Form ratloser Querpässe.

Zur Pause blieb Trainer Ronaldo ruhig. "Ich hab ihnen gesagt, sie sollen einfach Fußball spielen. Leider haben sie mich zu wörtlich genommen - sie haben einfach gespielt, aber nicht getroffen", meinte er sarkastisch.

Die zweite Halbzeit verlief dann wie ein Schaulaufen ohne Pokal. Tacuarembo hatte mehr Ballbesitz (53 Prozent), Cerrense aber die klareren Chancen - ganze zehn Torschüsse verzeichneten die Gäste, mehr als doppelt so viele wie die Hausherren. Einmal traf Fabio Villar das Außennetz (48.), später prüfte Alex Dominguez den Keeper Mendes mit einem strammen Schuss (71.). Doch der Torwart der Cerrense stand wie eine Wand. "Ich hätte mir fast gewünscht, dass sie öfter schießen", grinste Mendes hinterher. "Dann wär mir wenigstens nicht so langweilig gewesen."

Cerrense kontrollierte das Geschehen clever, ließ den Ball laufen und brachte frische Beine: Hugo Pacos ging, Gerd Vilhelmsen kam (66.), und kurz darauf ersetzte der junge Adrian Tonel den müden Duarte Galindo. Beide fügten sich nahtlos ein. Und hätte Skene in der 82. Minute nicht das Aluminium getroffen, wäre es noch deutlicher geworden.

Einziger Aufreger der Schlussphase war die Gelbe Karte für Pers Johnsen (84.), der nach einem Frustfoul mehr den Rasen als den Gegner traf. "Ich hab den Ball gemeint", verteidigte er sich, worauf der Schiedsrichter nur trocken antwortete: "Dann zielen Sie das nächste Mal besser."

So blieb es beim 1:3 - ein Ergebnis, das zwar die Ballbesitzstatistik auf den Kopf stellt, aber den Spielverlauf treffend beschreibt. CD Cerrense war einfach wacher, aggressiver, präziser. "Wir haben mit Herz und Hirn gespielt", erklärte Gästecoach Leahcim Gnipeur. "Und vielleicht auch mit etwas Glück - aber das gehört dazu."

Für Atletico Tacuarembo dagegen wird die Trainingswoche lang. "Wir müssen lernen, dass Ballbesitz keine Währung ist, wenn man keine Tore kauft", sagte Ronaldo mit Galgenhumor.

Das Publikum honorierte immerhin den Einsatz - ein paar tapfere Applaudierer begleiteten die Spieler in die Kabine. Doch der Frust war greifbar. Ein älterer Fan fasste es beim Hinausgehen zusammen: "Die haben uns das Licht ausgemacht, bevor’s dunkel wurde."

Ein Satz, der passt. Denn an diesem Abend war CD Cerrense schlicht das hellere Team.

Und Skene? Der grinste beim Verlassen des Stadions und sagte: "Zwei Tore, drei Punkte - ich hab schon schlechtere Samstage erlebt." Man glaubt es ihm sofort.

26.04.643997 03:18
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Wenn mein Vater da gewesen wäre, hätte sich mein Leben vollkommen anders entwickelt. Viel zielgerichteter. Dann wäre meine Mutter zu Hause gewesen. Ich hätte vernünftig für die Schule gearbeitet, einen normalen Beruf erlernt und wäre nicht in den Fußball abgedriftet.
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