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Ein lauer Spätsommerabend in Uruguay, 30.498 Zuschauer im Estadio Cerrense, und einer, der den Unterschied macht: Joao Gomes. Der flinke Linksaußen von CD Cerrense sorgte mit seinem Tor in der 22. Minute für das einzige Highlight eines Spiels, das ansonsten eher durch vergebene Chancen als durch fußballerische Finesse glänzte. Am Ende hieß es 1:0 - verdient, aber nicht glanzvoll. Schon die ersten Minuten machten klar, wer hier Herr im Hause ist. Cerrense begann mit sichtbarem Offensivdrang - 18 Torschüsse sollten es am Ende sein, mehr als doppelt so viele wie die Gäste aus Atenas. Nach nur einer Minute prüfte Gomes den gegnerischen Keeper Rui Assis mit einem kernigen Schuss, der allerdings mehr Werbung für den Ballhersteller als für die Präzision des Schützen war. "Ich wollte gleich ein Zeichen setzen", grinste Gomes später. "Dass der Ball fast im Oberrang gelandet ist, war eher… ein Versehen." Es dauerte nicht lange, bis das Zeichen tatsächlich Wirkung zeigte. In der 22. Minute kombinierte sich Cerrense über rechts durch: Sean MacPhee mit einem cleveren Pass in den Strafraum, Gomes schlich sich an seinem Gegenspieler vorbei, nahm den Ball direkt - und traf flach ins lange Eck. 1:0. Die Tribünen bebten, und Trainer Leahcim Gnipeur drehte sich demonstrativ zu seiner Bank: "So spielt man Flügelangriff, meine Herren!" soll er gebrüllt haben. Atenas hingegen wirkte, als hätte man den Bus nicht nur zum Stadion, sondern auch gleich in der Defensive geparkt. Erst nach einer halben Stunde wagten sie sich zaghaft nach vorne. Joan Santoyo prüfte Cerrense-Keeper Joseba Mendes in der 26. Minute, aber der Schlussmann war auf dem Posten. "Wenn man so lange nichts zu tun hat, wird’s gefährlich - man schläft fast ein", witzelte Mendes nach der Partie. Cerrense kontrollierte das Geschehen, ohne zu glänzen. 52 Prozent Ballbesitz und eine Tacklingquote von über 54 Prozent sprechen für eine solide, aber keineswegs überlegene Vorstellung. Besonders auffällig: Christian Petrizzi, der Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld, zog die Fäden, als würde er mit einer unsichtbaren Fernbedienung das Tempo regulieren. Drei Torschüsse, kein Treffer, aber jede Menge Applaus von den Rängen. "Wenn der Ball nicht rein will, will er nicht", seufzte Petrizzi, "vielleicht war er einfach zu schön für ein Tor." In der zweiten Halbzeit versuchte Atenas, etwas mehr Struktur ins Spiel zu bringen. Özkan Bayraktar und Joao Tonel tauchten kurz nach der Pause gefährlich vor dem Tor auf, doch Mendes blieb unbeeindruckt. Cerrense blieb offensiv, allerdings mit nachlassender Präzision - so wie ein Maler, dem nach 60 Minuten die Farbe ausgeht. Die Partie verflachte, und als Arnau Sa Pint in der 69. Minute Gelb sah, weil er etwas zu leidenschaftlich in einen Zweikampf gegen Tonel ging, hatte man das Gefühl, dass es nun vor allem ums Verteidigen ging. Die letzten Minuten waren ein zähes Ringen um Raum und Zeit: Cerrense wollte den knappen Vorsprung retten, Atenas suchte verzweifelt den Lucky Punch, fand aber nur die Ordnung der eigenen Abwehr wieder. Die besten Szenen in der Schlussphase gehörten kurioserweise den Torhütern - Assis mit einer Glanztat gegen Petrizzi in der 85. Minute, Mendes mit einem Reflex gegen Santoyo kurz vor Schluss. "Ich hab nur gehofft, dass der Schiri bald pfeift", meinte Gnipeur nach Abpfiff und lachte. "Solche Spiele altern dich um fünf Jahre." Atenas-Trainer wollte nach der Partie lieber nicht reden. Einer seiner Betreuer murmelte nur: "Wenn du siebenmal aufs Tor schießt und keiner reingeht, brauchst du keine Analyse, sondern Weihwasser." So bleibt Cerrense nach dem 14. Spieltag der 1. Liga Uruguay in der Spur - ein Arbeitssieg, kein Feuerwerk, aber drei Punkte, die zählen. Und Joao Gomes? Der Matchwinner stand noch lange auf dem Rasen, schenkte den Fans sein Trikot und sagte mit einem Augenzwinkern: "Heute war der Ball mein Freund. Mal sehen, wie lange das anhält." Ein Schlusswort? Vielleicht dieses: Fußball kann manchmal grausam sein - vor allem für die, die schön verlieren. Atenas weiß jetzt, wie sich das anfühlt. Cerrense hingegen darf weiter träumen - von mehr als nur einem knappen 1:0. 11.04.643994 00:25 |
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