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41.122 Zuschauer im Estadio Nacional de Lima erlebten am Freitagabend ein Fußballfest, das man in den Straßen vermutlich noch tagelang besprechen wird - und das nicht, weil es knapp war. Academia Lima demontierte den bedauernswerten Gast Alianza Sullana mit 4:0 (3:0) und tat dies mit einer Leichtigkeit, die fast unhöflich wirkte. Schon nach 13 Minuten begann der Sturmlauf: Christiano Meireles, der rechte Flügelstürmer mit dem Selbstbewusstsein eines ganzen Fanklubs, schlenzte den Ball nach Vorlage von Ivan Anicic ins lange Eck. Torwart Cristobal Galvez von Sullana streckte sich vergeblich - und musste sich in den folgenden Minuten fragen, ob seine Abwehr vielleicht heimlich für Lima spielte. Fünf Minuten später stand Meireles wieder goldrichtig und erhöhte auf 2:0. "Ich war selbst überrascht, wie frei ich stand", grinste der Doppeltorschütze später. "Vielleicht haben sie mich mit dem Linienrichter verwechselt." Sullana hatte sich ursprünglich viel vorgenommen, die Taktik laut Aufzeichnung: offensiv, ausgewogen, voller Tatendrang. Nach 20 Minuten allerdings sah das eher nach kollektivem Rückzug aus. Lima hatte 52,6 Prozent Ballbesitz, aber gefühlt die Kontrolle über 90 Prozent des Spielfelds. Die Gäste brachten es in der ganzen Partie auf einen einzigen Torschuss - und der kam in der 89. Minute, als Amaury Vazques sich wohl dachte: "Na gut, versuchen wir’s wenigstens einmal." In der 37. Minute machte Meireles seinen legendären Abend perfekt. Nach feinem Zuspiel von Javier Santos tanzte er den letzten Verteidiger aus und schob zum 3:0 ein. Das Stadion stand Kopf, und Trainer Olli Kahn rannte an der Seitenlinie so leidenschaftlich mit, dass die vierte Offizielle kurz überlegte, ihm eine Gelbe Karte wegen aktiver Teilnahme zu zeigen. "Das war Fußball, wie ich ihn liebe", brüllte Kahn nach Abpfiff in die Mikrofone. "Nicht dieses quälende Ballgeschiebe - das war pure Gier nach Toren." Der zweite Durchgang verlief, wie es bei einer 3:0-Führung oft der Fall ist: Lima verwaltete, aber mit Stil. Nachwuchsspieler Lucas Moura (19) durfte sich in der 76. Minute in die Torschützenliste eintragen, nachdem ihm der gerade eingewechselte Paulo Benito den Ball perfekt in den Lauf gelegt hatte. 4:0 - und spätestens da sah man auf der Gästebank resignierte Gesichter. Zwischendurch gab’s noch zwei Gelbe Karten: Arnau Vazquez von Sullana in der 28. Minute für ein Foul, das mehr Ausdruck von Frust als von Taktik war, und Amaury Barros von Lima in der 73. Minute, der nach einem rustikalen Zweikampf kurz vergaß, dass man beim Stand von 4:0 keine Heldenposen mehr braucht. Statistisch war das Spiel eine Demonstration: 21 Torschüsse für Lima, einer für Sullana. 59 Prozent gewonnene Zweikämpfe für die Hausherren, was nicht verwundert, wenn man bedenkt, dass der Gegner selten den Ball hatte. "Wir hätten den Ball auch mit der Hand nehmen können, sie hätten’s nicht gemerkt", witzelte Limas Innenverteidiger Nestor Delgado in der Mixed Zone. Alianza-Trainer - dessen Name in den Unterlagen kurioserweise fehlt, vielleicht wollte er nach diesem Abend auch lieber anonym bleiben - wirkte nach Schlusspfiff kleinlaut. "Wir hatten einen Plan, aber der Ball hat nicht mitgespielt", murmelte er. Für Academia Lima war es der perfekte Abend: Stimmung, Spielfreude, Tore - und ein Christiano Meireles, der sich mit seinem Hattrick in die Herzen der Fans schoss. Ein kleiner Junge auf der Tribüne hielt ein Schild hoch: "Christiano, heirate meine Schwester!" - worauf der Stürmer zwinkerte und mit drei Fingern in die Kurve zeigte. Olli Kahn schloss die Pressekonferenz mit typisch trockener Note: "Ich bin zufrieden. Aber wer mich kennt, weiß: 4:0 ist schön, 6:0 wäre besser." Und so ging ein lauer Aprilabend in Lima zu Ende, an dem der Fußball leichtfüßig und gnadenlos schön war. Sullana wird die Rückfahrt wohl schweigend antreten - und Academia Lima darf sich fragen, ob man das Stadionlicht überhaupt noch ausschalten sollte. Schließlich brennt’s da vorne ja sowieso. 23.01.643997 07:22 |
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Die einvernehmliche Trennung ist erfolgt, nachdem ich gesagt habe, wir machen nicht weiter.
Rudi Assauer zur Entlassung von Frank Neubarth