Jamaica News Bulletin
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Clarendon Sporting brennt das Fire-House nieder - 3:0 zum Saisonabschluss

Ein Abend, wie er den Fans von Clarendon Sporting noch lange in Erinnerung bleiben dürfte: unter Flutlicht, bei tropischen 27 Grad und vor prall gefüllten Rängen im Clarendon Park (48.682 Zuschauer - und mindestens genauso viele Trommeln) fegte die Mannschaft von Trainer Biggi Kulisch am 34. Spieltag der 1. Liga Jamaica den Fire-House FC mit 3:0 vom Platz. Nach zäher erster Halbzeit drehte Sporting in den zweiten 45 Minuten auf - und zeigte, warum das Wort "Hausbrand" hier plötzlich eine ganz andere Bedeutung bekam.

Dabei hatte es zunächst gar nicht nach einem Feuerwerk ausgesehen. Clarendon stürmte zwar von Beginn an, doch die erste Halbzeit glich einem Geduldsspiel. Elf Torschüsse sollten es am Ende sein, aber bis zur Pause blieb es bei 0:0. "Ich hab den Jungs in der Kabine gesagt: Wenn ihr das Tor nicht trefft, dann wenigstens das Tornetz", grinste Trainer Kulisch später. Sein Pendant auf der Gegenseite, Heinz Riffel, sah das naturgemäß anders: "Wir wollten kompakt stehen. Hat ja auch 45 Minuten geklappt."

Nach dem Seitenwechsel jedoch brach der Damm. In der 50. Minute fasste sich der quirlige Flügelmann Andrew Donahue ein Herz - und zimmerte den Ball nach Zuspiel von Isaac More unhaltbar in den Winkel. Das Stadion tobte. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Donahue nach dem Spiel mit einem Augenzwinkern zu, "aber der Ball hat sich entschieden, lieber Geschichte zu schreiben."

Nur neun Minuten später schnürte Aristodimos Machlas, der 32-jährige Grieche mit der Eleganz eines Philosophen und der Schusskraft eines Presslufthammers, den nächsten Treffer. Nach feinem Pass von George Mills traf er eiskalt zum 2:0. Fire-House-Keeper Ethan Hennessy, zur Halbzeit für den glücklosen Nevio Ximenez gekommen, konnte nur hinterherschauen. "Ich war noch nicht richtig warm", murmelte er später selbstkritisch.

Fire-House versuchte, mit Kontern zu antworten, doch die Statistik sprach Bände: ganze ein einziger Torschuss in 95 Minuten. Der kam spät - in der Nachspielzeit - und war mehr höfliche Anmeldung als ernste Gefahr für Clarendons Keeper Marc McGowan. "Ich hab mich schon gefragt, ob sie überhaupt noch wissen, wo unser Tor steht", scherzte der Torwart nach Abpfiff, der in der 83. Minute selbst eingewechselt wurde.

In der 86. Minute machte George Mills schließlich alles klar. Der zentrale Mittelfeldstratege schloss einen feinen Doppelpass mit dem jungen Matthew Nicksay ab - 3:0, Vorhang zu. "Das war so ein Moment, wo du einfach weißt: Heute läuft’s", sagte Mills, dessen Treffer die Fans mit bengalischen Lichtern feierten.

Fire-House verlor nicht nur das Spiel, sondern auch die Geduld: Zwei Gelbe Karten (Bradshaw 47., Flores 89.) dokumentierten den Frust eines Teams, das sich kämpferisch gab, aber spielerisch chancenlos blieb. Clarendon sah ebenfalls Gelb - Featherstone (33.) und Krutow (70.) -, doch das änderte nichts an der Dominanz: 54 Prozent Ballbesitz, 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe, elf Abschlüsse aufs Tor.

Trainer Kulisch fasste es am Ende trocken zusammen: "Wir haben in der Pause das Feuerholz nachgelegt." Kollege Riffel hingegen suchte Trost in Metaphern: "Manchmal bist du das Haus, manchmal der Rauch."

Amüsant war auch die Szene in der 70. Minute, als der junge Jean Featherstone nach seiner Gelben Karte lautstark über den Schiedsrichter schimpfte und von Kulisch energisch auf die Bank beordert wurde. "Er hat gesagt, ich solle mich abkühlen. Ich dachte, er meint ein Eis, aber dann kam Nicksay rein", erzählte der 18-Jährige lachend. Nicksay bedankte sich prompt mit einem Assist - ein Lehrbuchbeispiel für mannschaftliche Hierarchie und jugendliche Frische.

Das Publikum verabschiedete seine Helden mit karibischem Trommelfeuer und Gesängen, während die Spieler ausgelassen auf dem Rasen tanzten. "Das war heute ein Statement", meinte Donahue, "nicht nur für die Tabelle, sondern für die ganze Stadt."

Und so endete der Abend, wie er begonnen hatte - mit rhythmischem Herzklopfen, leuchtenden Gesichtern und dem Gefühl, dass Fußball manchmal eben doch ein kleines Stück Poesie sein kann.

Biggi Kulisch verabschiedete sich in die Pressekonferenz mit einem breiten Grinsen: "3:0, keine Verletzten, keine roten Karten - da kann selbst meine Schwiegermutter nicht meckern." Und genau das ist vielleicht die schönste Bilanz dieses Spiels.

07.07.644000 22:18
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