Jamaica News Bulletin
+++ Sportzeitung für Jamaica +++

Constant Spring siegt knapp - Poggi doppelt, Hayman trifft früh

Was für ein Abend im Constant-Spring-Stadion! 41.651 Zuschauer sahen ein Spiel, das man getrost als Achterbahnfahrt bezeichnen darf. Am Ende jubelten die Hausherren von Constant Spring über ein 3:2 gegen die hartnäckigen Police Nationals - ein Ergebnis, das die Fans ebenso atemlos wie glücklich zurückließ.

Dabei hatte das Spektakel kaum begonnen, da zappelte der Ball schon im Netz: In der ersten Minute überraschte Alexandre Hayman die noch unsortierte Gästeabwehr mit einem platzierten Abschluss - 1:0! "Ich wollte eigentlich nur Druck machen, aber dann war der Ball plötzlich drin", grinste der 26-Jährige später. Trainer Max Wegner kommentierte trocken: "Manchmal ist Plan B schon in der ersten Minute Plan A."

Doch die Nationals, trainiert von Walter Steger, ließen sich davon nicht beeindrucken. In der 15. Minute zirkelte Routinier Morgan Doyle den Ball ins Eck, nach feiner Vorarbeit von Bradley Caviness - 1:1. "So spielt man das, Jungs!", brüllte Steger von der Linie, um Sekunden später den obligatorischen Kaffeebecher zu verschütten.

Was folgte, war ein offener Schlagabtausch. Beide Teams suchten das Heil im Angriff, neun Torschüsse pro Seite sprechen eine deutliche Sprache. Das Spiel wogte hin und her, ehe Dario Poggi seinen großen Auftritt hatte. In der 31. Minute nutzte er einen präzisen Pass von Rechtsverteidiger Gerard Ostrander, um den Ball trocken ins lange Eck zu hauen. Nur drei Minuten später legte Poggi nach - diesmal nach einem Kopfball-Ableger von Innenverteidiger Bruno Corraface. Doppelschlag, 3:1, und die Tribünen bebten.

"Ich hab einfach gespürt, dass heute was geht", sagte Poggi nach Spielende, noch mit einem Lächeln zwischen Erschöpfung und Ungläubigkeit. Dann fügte er hinzu: "Und wenn sogar Bruno vorne auftaucht, dann weißt du, dass es ernst wird."

Mit dieser komfortablen Führung ging es in die Pause. Die Statistiker notierten zur Halbzeit 49,8 Prozent Ballbesitz für Constant Spring - also praktisch Gleichstand - und eine Tacklingquote, die ebenfalls auf Messers Schneide stand. Beide Mannschaften agierten offensiv, aggressiv, und wenn man den Rasen nach Schlusspfiff sah, wusste man auch, warum: Grasnarben wohin das Auge blickte.

Nach Wiederanpfiff verloren die Gastgeber etwas den Faden. Die Police Nationals erhöhten den Druck, Caviness sah in der 63. Minute Gelb, und nur zwei Minuten später verkürzte Stürmer Lewis Donahue auf 3:2. "Wir wollten zeigen, dass wir bis zur letzten Sirene da sind", erklärte Donahue später. "Und ehrlich gesagt, dachten wir kurz, wir könnten das Ding noch drehen."

Fast wäre es soweit gekommen: In der 70. Minute scheiterte Donahue erneut, diesmal an Torhüter Davide Pircher, der sich mit einer spektakulären Parade in die Herzen der Fans hechtete. "Ich hab einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass mich der Ball nicht trifft", witzelte Pircher nach dem Spiel.

Trainer Wegner reagierte spät, aber klug. In der 87. Minute brachte er mit Michael Benett, August Ohlson und Christophe Mayhew frische Beine - und vermutlich auch frische Lungen - für den Schlussspurt. Das half, das Ergebnis über die Zeit zu bringen, auch wenn die Gäste bis zur letzten Sekunde pressten, als ginge es um den Liga-Titel.

"Ich kann meinen Jungs keinen Vorwurf machen", meinte Gästecoach Steger nach Abpfiff. "Außer vielleicht, dass sie den Anpfiff verschlafen haben." Sein Kollege Wegner konterte lachend: "Und ich kann meinen Jungs keinen Vorwurf machen - außer, dass sie den Abpfiff zu früh erwartet haben."

Unterm Strich war es ein Spiel, das alles bot: Tempo, Emotion, Tore und den unvermeidlichen Nervenkitzel. Statistisch hätte es auch unentschieden ausgehen können - neun Torschüsse pro Team, praktisch identischer Ballbesitz. Doch Fußball ist kein Rechenexempel, sondern manchmal einfach eine Frage des richtigen Fußes im richtigen Moment.

Vielleicht war es dieser eine Moment in der ersten Minute, der den Unterschied machte. Oder Poggi, der sich einen Doppelschlag gönnte, als wäre das alltäglich. Oder Pircher, der sein Tor mit dem Mut eines Torwarts verteidigte, der weiß, dass er heute Abend die Schlagzeilen ziert.

Am Ende blieb ein 3:2, das Constant Spring drei Punkte und den Fans ein breites Grinsen bescherte. Ein Spiel, über das man noch redet - zumindest bis zum nächsten Wochenende, wenn wieder 90 Minuten lang Geschichte geschrieben wird.

"Und diesmal", meinte Poggi beim Verlassen des Stadions, "warte ich vielleicht bis zur zweiten Minute."

28.09.643996 05:20
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Man soll auch die anderen Mannschaften nicht unter dem Teppich kehren lassen.
Olaf Thon
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager