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Cronenberg zerlegt Zehdenick - ein Abend zum Vergessen für die Hausherren

Es war eine dieser Nächte, in denen der Fußball zeigt, dass Ballbesitz allein noch kein Torverhältnis ersetzt. Zehdenick hatte am 22. Spieltag der Landesliga 20 mit 54,8 Prozent zwar mehr vom Ball, Cronenberg aber schlichtweg mehr Lust auf Tore - vier Stück, um genau zu sein. Am Ende stand ein deutliches 0:4 (0:3) auf der Anzeigetafel, und 1920 Zuschauer rieben sich ungläubig die Augen.

Schon nach zehn Minuten nahm das Unheil für die Gastgeber seinen Lauf. Philipp Sauer, der 33-jährige Routinier auf dem rechten Flügel, nutzte eine missglückte Abseitsfalle der Zehdenicker eiskalt: einmal kurz angezogen, Torwart Elias Kurz ausgespielt, 0:1. Trainer Raphail Papadopoulos, ganz der stoische Grieche, hob nur kurz die Faust und brummte später grinsend: "So früh wollte ich gar nicht führen - macht das Spiel so langweilig."

Während Zehdenick bemüht war, in den Rhythmus zu finden, wirbelte Cronenberg munter weiter. In der 24. Minute folgte das nächste Kapitel aus dem Lehrbuch "Effizienz im Strafraum": Marcel Beyer traf nach feinem Zuspiel von Marcus Abel zum 0:2. "Ich hab’s gar nicht richtig gesehen", meinte ein Zehdenicker Fan auf der Tribüne, "die sind einfach zu schnell!"

Und als die Gastgeber noch versuchten, das eigene System neu zu sortieren, schlug es erneut ein. Marcus Abel, der schon beim zweiten Treffer beteiligt war, nahm in der 36. Minute Maß und schlenzte den Ball nach Vorarbeit des erst 17-jährigen Detlev Will ins lange Eck - 0:3. Die Gäste aus Cronenberg spielten Offensivfußball wie aus einem Guss, während die Zehdenicker Defensive eher den Eindruck einer offenen Schiebetür machte.

Zur Halbzeit herrschte betretenes Schweigen im Stadion. Trainer Papadopoulos hingegen gönnte sich auf der Bank einen kleinen Espresso aus dem Pappbecher. "Wir spielen das hier runter, Jungs", sagte er laut genug, dass auch die Ersatzbank von Zehdenick es hören konnte.

Die zweite Halbzeit verlief dann ruhiger, zumindest was die Tore anging. Cronenberg schaltete einen Gang zurück, blieb aber gefährlich. Insgesamt 20 Torschüsse verzeichneten die Gäste - eine Zahl, die deutlich zeigt, wo der Wind herwehte. Zehdenick kam in 90 Minuten auf einen einzigen Schuss aufs Tor, abgefeuert von Gustav Hein in der 15. Minute. Der Ball landete direkt in den Armen von Cronenbergs jungem Keeper Vicente Acevedo, der sich später lachend beschwerte: "Ich hab mich fast gelangweilt, musste ja gar nichts halten."

Papadopoulos nutzte die komfortable Führung, um seine Jungtalente zu bringen. In der 55. Minute durfte der 18-jährige Lukas Beier für Beyer ran, kurz darauf ersetzte der 17-jährige Marc Kiefer den routinierten Larz Courtlandt im Mittelfeld. Und in der 61. Minute bekam auch Goran Panadic, ebenfalls erst 17, seine Chance. Eine Art Jugend forscht im Cronenberger Trikot - und das ohne Risiko.

Zehdenick versuchte in der Schlussphase wenigstens, sich mit Würde zu verabschieden. Trainer Müller (der Name wurde vor Ort nicht übermittelt, aber die Körpersprache sprach Bände) gestikulierte wild an der Seitenlinie, schrie "Höher raus!", doch die Beine seiner Spieler gehorchten nicht mehr.

In der 92. Minute setzte Cronenberg schließlich noch einen drauf. Knut Stein, 19 Jahre jung, veredelte einen perfekten Pass von Marcus Abel zum 0:4-Endstand. "Ich wollte eigentlich nur Zeit schinden", grinste Stein nach dem Spiel, "aber wenn der Ball so schön kommt, muss man ihn halt reinmachen."

Während die Cronenberger Spieler ausgelassen jubelten, schlichen die Zehdenicker mit gesenkten Köpfen vom Platz. Ihr Trainer soll in der Kabine gesagt haben: "Wir hatten mehr Ballbesitz als Bayern - aber leider auch so viele Tore wie ein Kühlschrank."

Statistisch war das Ganze eine fast schon philosophische Angelegenheit: mehr Ballbesitz, weniger Durchschlagskraft, kaum Zweikampferfolg (41 Prozent gewonnene Duelle). Cronenberg hingegen präsentierte sich eiskalt - vier Tore aus 20 Abschlüssen und eine Tackling-Quote von 59 Prozent.

Papadopoulos fasste den Abend trocken zusammen: "Wir waren nicht besser im Reden, aber besser im Treffen." Und tatsächlich - wenn man auf die Tafel blickte, war das die ehrlichste Analyse des Abends.

Zehdenick wird diesen 7. April 2026 so schnell nicht vergessen. Cronenberg dagegen dürfte am nächsten Morgen mit einem breiten Grinsen aufwachen. Und wer weiß - vielleicht gibt’s beim nächsten Heimspiel ja wieder Espresso auf der Bank. Nur diesmal hoffentlich für beide Seiten.

29.09.643996 16:45
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