Sportske Novosti
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Cunha doppelt, Prieto dazwischen - Cakovec ringt Solin nieder

Wer an diesem lauen Frühlingsabend im Stadion von Čakovec auf defensive Feinkost gehofft hatte, wurde schon nach vier Minuten eines Besseren belehrt. 27.000 Zuschauer hatten gerade erst Platz genommen, da donnerte Innenverteidiger Diego Cunha (!) nach einer Ecke den Ball per Kopf ins Netz - 1:0 für Medimurje Čakovec. Trainer Rocky Pet sprang an der Seitenlinie auf wie ein Mann, der vergessen hat, dass seine Mannschaft eigentlich "kontrolliert offensiv" spielen wollte. "Ich sagte Diego immer, er soll hinten bleiben - aber zum Glück hört er nicht immer auf mich", grinste Pet später.

Doch die frühe Führung schien die Gastgeber eher zu verwirren als zu beflügeln. Croatia Solin, von Daniel Müller gewohnt diszipliniert eingestellt, übernahm mit zunehmender Spielzeit die Kontrolle. 55 Prozent Ballbesitz, sicheres Passspiel, und in der 19. Minute belohnte sich der Gast: Rechtsverteidiger Damian Janas stürmte nach vorne, bekam von Innenverteidiger Gleb Paschkow einen Steckpass und traf aus spitzem Winkel zum Ausgleich. "Ich wusste gar nicht, dass ich so schießen kann", witzelte Janas nach dem Spiel, während Müller zufrieden nickte: "Genau das war der Plan - die Außenverteidiger sollten mutig sein."

Bis zur Pause entwickelte sich ein offenes Spiel. Čakovec rannte an, Solin konterte clever. Arnau Prieto hatte kurz vor der Halbzeit eine Riesenchance, traf aber nur den Pfosten - ein Vorgeschmack auf das, was nach dem Seitenwechsel folgen sollte.

Denn kaum war der zweite Durchgang angepfiffen, überrollte Medimurje die Gäste. 46. Minute: Humberto Carvalho schickte Prieto auf rechts, der Spanier zog nach innen und schlenzte den Ball ins lange Eck - 2:1. Zwei Minuten später Ecke Albu, Kopfballverlängerung - wieder Cunha! Der Innenverteidiger schnürte tatsächlich den Doppelpack. "Ich? Doppelpack? Das muss in den Vertrag", lachte er in der Mixed Zone.

Solin taumelte, doch gab sich nicht auf. Trainer Müller brachte frische Kräfte, ließ offensiver pressen. Doch die klareren Chancen blieben bei den Gastgebern. Lindemann prüfte Keeper Carter gleich mehrfach (64., 72., 80.), der Engländer im Solin-Tor hielt seine Mannschaft mit glänzenden Paraden im Spiel. "Der Ball wollte einfach nicht rein", klagte Lindemann, "aber Diego hat’s ja für uns erledigt."

Die letzten zehn Minuten waren dann ein einziger Stresstest für Čakovec. Solin warf alles nach vorne, auch Torwart Carter stand bei einer Ecke im gegnerischen Strafraum. In der 90. Minute schließlich belohnte sich der Gast noch einmal: Igor Rapaic flankte präzise auf Namensvetter Igor Bule, der per Direktabnahme das 3:2 erzielte. Zu spät, aber schön.

Schiedsrichter Jovanovic pfiff pünktlich ab, und während die Heimfans jubelten, schüttelte Müller lächelnd den Kopf: "Wir waren nicht schlechter, nur weniger effizient. Und Cunha war heute offenbar Lionel Messi im Körper eines Abwehrspielers."

Die Statistiken untermauern das Bild: 15 Torschüsse für Čakovec, 7 für Solin. Ballbesitz leicht zugunsten der Gäste (55 zu 45 Prozent), Zweikampfquote dafür klar bei den Hausherren (55 Prozent). Taktisch blieb Pet seiner Linie treu - offensiv, kurzes Passspiel, kein Pressing. Müller dagegen ließ etwas tiefer stehen und auf Umschaltmomente lauern.

Ein kleiner Zwischenfall am Rande sorgte nach dem Spiel noch für Gesprächsstoff. Als Ersatzspieler Ferenc Berkessy (18) in der 59. Minute eingewechselt wurde, rief ein Fan von der Tribüne: "Jetzt kommt der Schuljunge!" - worauf Berkessy lachend zurückwinkte. "Wenn ich alt bin, bin ich vielleicht auch Innenverteidiger wie Cunha", scherzte er später.

Rocky Pet wirkte nach dem Abpfiff gelöst, aber auch leicht genervt: "Wir hätten das Ding früher zumachen müssen. Aber drei Punkte sind drei Punkte. Und wenn mein Innenverteidiger doppelt trifft, dann nehme ich auch Chaos mit."

So endet ein Spiel, das weniger durch taktische Perfektion als durch pure Spielfreude und gelegentliche Verwirrung glänzte. Medimurje Čakovec bleibt damit im oberen Tabellendrittel der 1. Liga Kroatiens, während Croatia Solin trotz couragierter Vorstellung weiter um Stabilität ringt.

Oder, wie ein älterer Zuschauer beim Verlassen des Stadions seufzte: "So schön kann Fußball sein - wenn man nicht Herzpatient ist."

06.07.644000 23:33
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Der soll doch in seinem Busch bleiben.
Werner Lorant über den möglichen Neuzugang Diane
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