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Devils drehen Spiel in vier Minuten - Oxford verliert den Faden

Wenn man den 22. Spieltag der Premier League in einem einzigen Satz zusammenfassen müsste, dann vielleicht so: Vier Minuten Wahnsinn im Old Trafford, und Oxford City wusste nicht, wie ihm geschah. Am Ende stand ein 3:1-Sieg der Manchester Devils, die nach frühem Rückstand aufdrehten wie ein Espresso nach zu wenig Schlaf.

Vor 40.433 Zuschauern begann alles recht gemächlich. Die Devils, unter Trainer Ronnie Ekström gewohnt offensiv eingestellt, ließen Ball und Gegner laufen, während Oxford City, von David Klockzien defensiv organisiert, auf kontrollierte Ruhe setzte. Doch dann, in der 29. Minute, passierte das, was keiner so recht erwartet hatte: Charles Dennehy, Oxfords zentraler Mittelfeldmann, nahm sich aus gut 22 Metern ein Herz - und traf. 0:1. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", gestand Devils-Verteidiger Francesco Marini später mit einem Grinsen. "War er aber nicht."

Vielleicht hat gerade dieses Tor Manchester geweckt. Denn was folgte, war ein vierminütiger Orkan. Nur sechzig Sekunden nach dem Gegentreffer legte Agafon Swetlow los. Der bullige Linksaußen zog nach innen, ließ einen Verteidiger stehen, und hämmerte den Ball mit links zum Ausgleich ins Netz. Assistgeber: ausgerechnet Marini, der sich damit prompt rehabilitierte.

Oxford wankte, Manchester roch Blut. In der 41. Minute war es John Devaney, der nach feinem Zuspiel von Jacinto Alvaro aus dem Halbfeld den Ball mit einem trockenen Schuss ins Eck setzte. 2:1. Und bevor die Gäste überhaupt wieder Luft holen konnten, schlug Rafet Kisa in der 44. Minute zu - diesmal nach Vorlage von Jean-Pierre Bettencourt. 3:1. Vier Minuten, drei Tore, ein K.O.-Schlag. "Ich habe kurz überlegt, ob ich meine Mannschaft austauschen kann - komplett", witzelte Oxford-Coach Klockzien später.

Die zweite Halbzeit? Eher ein Schaulaufen. Manchester kontrollierte das Geschehen, Oxford spielte brav mit, ohne wirklich gefährlich zu werden. Der Ballbesitz: fast ausgeglichen (50,4 zu 49,6 Prozent). Die Torschussbilanz: 14 zu 5 - ein klares Zeichen, wer hier das Sagen hatte. Selbst als Swetlow in der 79. und 83. Minute noch einmal draufhielt, blieb das Ergebnis stabil.

Trainer Ekström zeigte sich nach dem Spiel zufrieden, aber nicht euphorisch: "Wir haben das Spiel gedreht, ja - aber die ersten 25 Minuten waren ein Albtraum. Ich hab kurz überlegt, mich selbst einzuwechseln." Und tatsächlich: In der Anfangsphase wirkten die Devils träge, fast schläfrig. Erst nach Dennehys Führungstreffer legten sie den Schalter um.

Für Oxford hingegen bleibt die Erkenntnis, dass man mit schöner Ordnung allein keine Punkte holt. Der Versuch, die Devils mit einem "balanced setup" und ohne Pressing (wie es die Statistik zeigt) einzuschläfern, funktionierte nur kurz. Danach war die Defensive mehr dekorative Kulisse als Bollwerk. "Wir wollten kompakt stehen", erklärte Kapitän Amir Ajalon, "aber irgendwann standen wir einfach nur noch da."

In Minute 45 reagierte Ekström clever: Er brachte den jungen Simeon Athanasiadis für den verwarnten Alfie Perlman (Gelb in der 8. Minute) - und später Marcus Steffens, der für Mika Kuqi kam. Frisches Blut für frischen Wind. Währenddessen sammelte Oxford zwar noch eine Gelbe Karte (Albert Ortiz, 72.), doch selbst das wirkte eher wie ein Zeichen von Leben als von Frust.

"Manchmal ist Fußball simpel", meinte Matchwinner Swetlow nach Abpfiff. "Die schießen eins, wir schießen drei - fertig." Und mit dieser simplen Logik dürfte er nicht ganz falsch liegen.

So endet ein Abend, der für Manchester drei Punkte und für Oxford eine lange Heimfahrt brachte. Die Devils festigen mit diesem 3:1 ihren Platz im oberen Tabellendrittel - und tun das in einem Stil, der Fans wie Feuilletonisten gleichermaßen erfreut: mit Wucht, Witz und einem Schuss Wahnsinn.

Oxford dagegen wird sich fragen, warum ein solider Beginn in ein taktisches Trümmerfeld mündete. Vielleicht, weil man manchmal einfach zu brav ist. Oder, wie Coach Klockzien schulterzuckend sagte: "Wir wollten sie ärgern - am Ende haben sie über uns gelacht."

Und so blieb den Fans in Manchester nur noch, sich zurückzulehnen, ein Bier zu heben und den Abend zu genießen. Vier Minuten haben gereicht, um einen ganzen Spieltag zu erzählen.

29.09.643996 16:35
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Mein Problem ist, dass ich immer sehr selbstkritisch bin, auch mir selbst gegenüber.
Andreas Möller
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