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An einem kühlen Märzabend verwandelte sich das Old Trafford wieder einmal in ein rot glühendes Theater der Emotionen - und der Effizienz. 49.119 Zuschauer sahen einen 3:1-Sieg der Manchester Devils gegen die tapfer anstürmenden, aber letztlich glücklosen Bristol Pirates. Ein Spiel, das bewies, dass Ballbesitz und Torschussstatistik eben nicht alles sind - manchmal reicht schlicht ein eiskalter Asen Christow. Die Partie begann mit einem Paukenschlag. Schon nach vier Minuten kassierte Bristols Innenverteidiger Maik Hase seine erste Gelbe Karte - eine Art Vorwarnung für das, was noch folgen sollte. "Ich hab doch nur den Ball gespielt", behauptete Hase später, während die TV-Wiederholung zeigte, dass er eher die Schienbeinschoner seines Gegenspielers getroffen hatte. Taktisch war alles klar: Ronnie Ekströms Devils standen tief, lauerten auf Konter (die Statistik bestätigte das defensive Setup), während Phi Ungs Pirates vom Anpfiff an auf Angriff programmiert waren - offensiv, aggressiv, mit 17 Torschüssen, aber wenig Fortune. In der 31. Minute schien der Plan der Gäste endlich aufzugehen: Wolfgang Poulin, der flinke Rechtsaußen aus Kanada, traf nach Vorlage von Javier Costinha zum 0:1. Der Gästeblock explodierte, und Trainer Ung riss die Arme hoch, als hätte er gerade die Champions League gewonnen. "Wir hatten sie da, wo wir sie wollten", grinste er später - leider nur für sechs Minuten. Denn dann kam Asen Christow. Der bulgarische Flügelstürmer der Devils, bislang eher durch Dauerwinken als durch Dauertore aufgefallen, nutzte in der 37. Minute einen butterweichen Pass von Rechtsverteidiger Jacinto Alvaro, zog kurz an und versenkte den Ball unhaltbar ins lange Eck - 1:1. Die Tribüne tobte. "Asen hat heute gespielt, als hätte er drei Espresso zu viel gehabt", scherzte Ekström nach Abpfiff. Kurz vor der Pause (45.) drehte Christow das Spiel komplett. Diesmal kam die Vorlage von Routinier Jamie Kirwan aus dem Mittelfeld. Ein Haken, ein Schuss, ein Tor - 2:1. Der Pausenpfiff rettete die Pirates vor Schlimmerem, und man hatte fast Mitleid mit Torwart Arpad Toth, der mehr mit den Armen fuchtelte als ein Dirigent in der Oper. Nach der Pause dominierten zunächst die Gäste. Zwischen der 54. und 68. Minute feuerten sie eine ganze Kanonade an Schüssen ab - Costinha, Nikitin, Danielsen, Gordijuk - alle versuchten ihr Glück, keiner fand das Ziel. Devils-Keeper Amram Hanegbi wurde zum Mann des Abends, mit Reflexen, die man sonst nur in Katzenvideos sieht. "Ich hatte einfach das Gefühl, heute darf keiner mehr rein", sagte er lächelnd und klopfte auf seinen Glückshandschuh. Dann kam die 69. Minute - und mit ihr der berüchtigte "Hase-Moment". Der bereits verwarnte Maik Hase kam zu spät in den Zweikampf, sah Gelb-Rot und verschwand mit gesenktem Kopf in die Kabine. "Ich wollte nur zeigen, dass ich kämpfe", murmelte er danach. Sein Trainer sah das anders: "Kämpfen ja, jagen nein", knurrte Phi Ung. In Unterzahl wurde Bristol nervös. Und Manchester nutzte das eiskalt. In der 73. Minute machte Logan Nolan nach Vorlage von Alen Rajic den Deckel drauf - 3:1. Ein Tor, so sauber herausgespielt, dass selbst ein Architekt darin Linienästhetik erkannt hätte. Die letzten Minuten waren ein Lehrstück in Spielverwaltung. Ekström wechselte klug, ließ Christow (nach Standing Ovations) raus und brachte Rafet Kisa, um Zeit von der Uhr zu nehmen. Bristol versuchte es weiter, Hans Danielsen prüfte Hanegbi noch zweimal (78., 82.), aber der Ball wollte einfach nicht mehr rein. Am Ende standen 17:7 Torschüsse für Bristol und 54 Prozent Ballbesitz für Manchester - eine Statistik, die lügen kann. "Die Zahlen sagen, sie waren besser. Das Ergebnis sagt, wir waren cleverer", grinste Ekström auf der Pressekonferenz. Phi Ung hingegen stapfte mit zusammengekniffenen Lippen hinaus. "Wenn du so viele Chancen hast und verlierst, dann fehlt dir das, was die Engländer ’killer instinct’ nennen", seufzte er. Und während sich die Fans der Devils jubelnd in die Nacht verabschiedeten, summte mancher wohl das alte Lied vom Fußball: Wer trifft, der lacht. Und an diesem Abend lachte Manchester - laut und verdient. Ein kleiner Trost für Bristol: Mit so viel Offensivdrang könnten sie nächstes Mal sogar gewinnen - vorausgesetzt, Maik Hase bleibt diesmal bis zum Schlusspfiff auf dem Platz. 30.03.643994 10:47 |
Sprücheklopfer
Ich dachte, der Torwart darf im Strafraum die Hände benutzen.
Oliver Kahn nachdem er in Rostock mit beiden Fäusten ein Tor erzielt hatte und dafür vom Platz gestellt worden war