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Devils tanzen, Saints stolpern: Manchester schlägt Southampton 3:1

Es gibt Spiele, die von der ersten Minute an wissen, wohin sie wollen. Dieses hier, ein feuchtfröhlicher Fußballabend im Old Trafford-ähnlichen Stadion der Manchester Devils vor 42.916 Zuschauern, war so ein Fall. Schon nach acht Minuten brannte der Rasen - und zwar im besten Sinne. Rafet Kisa, der rechte Flügelblitz der Devils, drosch den Ball nach Vorarbeit von Jean-Pierre Bettencourt ins Eck, als wollte er beweisen, dass Physik nur ein Vorschlag ist. "Ich hab’s einfach gespürt", grinste Kisa später, noch mit Eisbeutel auf dem Knöchel. "Jean-Pierre hat mich gesehen, bevor ich mich selbst gesehen habe."

Trainer Ronnie Ekström nickte in der Pressekonferenz mit väterlichem Stolz. "Das war genau der Start, den wir wollten. Früher Treffer, Dominanz, und dann… na ja, ein bisschen Chaos hinten, um’s spannend zu machen."

Denn kaum hatte sich Southampton vom Schock erholt, kam der nächste Dämpfer. In Minute 22 verwandelte Agafon Swetlow, der bullige Linksaußen der Devils, eine butterweiche Flanke von Alfie Perlman zum 2:0. Perlman, der auf der linken Seite unermüdlich rackerte, hatte zuvor schon zwei Mal gefährlich abgeschlossen. Swetlow erklärte später mit trockenem Humor: "Ich hab ihm gesagt, wenn er schon so viel läuft, soll er wenigstens was Nützliches draus machen."

Doch die Saints, trainiert vom stoisch wirkenden Michael Böning, ließen sich nicht abschlachten. Sie bissen sich ins Spiel, im wahrsten Sinne - aggressiv, bissig, fast schon übermotiviert. Linksverteidiger Matthew Finnan kassierte nach 30 Minuten Gelb, nachdem er Kisa etwas zu leidenschaftlich daran hinderte, den Ball zu behalten. Und kaum fünf Minuten später durften die Gäste jubeln: Nicolaas Derrick, der zentrale Mittelfeldmann mit dem ordentlichen Schuss, brachte den Ball nach Vorarbeit von Owen Hartshorn zum 2:1 ins Netz. "Da war kurz Hoffnung", meinte Böning später, "und dann fiel uns ein, dass wir gegen Manchester spielen."

Die zweite Halbzeit war ein Lehrstück in Kontrolle. Manchester hatte mit rund 54 Prozent Ballbesitz das Geschehen im Griff - und Southampton suchte sein Heil in langen Bällen und wilden Gegenstößen. Doch die Devils standen kompakt, verteidigten resolut und ließen kaum klare Chancen zu. 15 Torschüsse der Hausherren gegenüber 6 der Gäste sprechen eine deutliche Sprache.

In der 55. Minute wechselte Böning den Torschützen Derrick aus - wohl eine Mischung aus Schonung und Verzweiflung. Für ihn kam der junge Liam Allington, der allerdings mehr durch seinen gepflegten Mittelscheitel als durch Pässe auffiel. Wenig später folgte ein weiterer Wechsel: Der 17-jährige Jacob Clancy wurde vom 19-jährigen Dusko Pantelic ersetzt - Jugend forscht in der Premier League.

Die Devils hingegen spielten weiter unbeirrt nach vorn. Bettencourt, Perlman, Swetlow - sie wirbelten, als ginge es noch um den Titel. In der 75. Minute hätte Swetlow beinahe sein zweites Tor erzielt, scheiterte aber am glänzend reagierenden Gästetorwart Gabriel Clancy (nicht verwandt mit Jacob, aber ähnlich beschäftigt). "Ich hab’ kurz überlegt, ob ich ihn einfach umrenne", witzelte Swetlow danach.

Als das Spiel in die Nachspielzeit ging, war die Luft bei Southampton raus. Und dann kam Mika Kuqi. 95. Minute, Jean-Pierre Bettencourt legt quer, Kuqi zieht ab - 3:1, Deckel drauf, Vorhang zu. Ekström riss die Arme hoch, während Böning nur noch in seine Notizen starrte, als könnte er dort den verlorenen Ballbesitz finden.

Kurz darauf lag Rafet Kisa am Boden, verletzt nach einem Zweikampf - ein Wermutstropfen für die Devils. "Rafet ist tough", sagte Ekström. "Wenn er sagt, es tut weh, dann nur, weil es wirklich weh tut." Der Stürmer wurde in der 95. Minute durch Asen Christow ersetzt - Sekunden vor dem Schlusspfiff.

Am Ende blieb die Erkenntnis: Die Devils sind wieder in Form, offensiv stark, mannschaftlich geschlossen - und mit Bettencourt einen Spielmacher, der das Spiel wie ein Schachgroßmeister liest. Southampton dagegen kämpfte tapfer, verließ das Feld aber verdient geschlagen.

"Wir haben versucht, mitzuspielen", erklärte Böning mit einem müden Lächeln. "Das war wohl der Fehler."

Und so endete der 24. Spieltag der 1. Liga England mit einem Sieg, der keiner großen Analyse bedurfte. Manchester spielte Fußball, Southampton versuchte es. Manchmal ist es eben ganz einfach.

Oder, wie Ekström beim Verlassen des Stadions in Richtung Presseraum murmelte: "Manchmal reicht’s, wenn man einfach nur besser ist."

22.10.643996 20:25
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Ich habe mir früher im Training Schienbeinschützer angezogen, weil ich wußte: Wenn der Franz 'Bulle' Roth sauer auf mich ist, dann fegt der mich auf die Aschenbahn. Das Training war für mich Überlebenskampf - und ich habe mich dabei wunderbar entwickelt.
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