World Soccer
+++ Sportzeitung für internationale Wettbewerbe +++

Devils verpassen Sieg gegen Guimaraes - Christow trifft doppelt, Gayheart kontert spät

Ein Abend, an dem die Zuschauer im Old Trafford der kleinen Schwesterliga - der Conference League - alles bekamen, was sie wollten: Drama, Tore, Gelbe Karten und einen Trainer, der nach Abpfiff lieber tief durchatmete als zu reden. Am Ende hieß es 2:2 (0:1) zwischen den Manchester Devils und Victoria Guimaraes. 43.319 Fans waren gekommen, um ihre Mannschaft auf dem Weg ins Achtelfinale zu sehen, und bekamen stattdessen eine Lektion in Sachen Geduld und portugiesische Effizienz.

Die Partie begann mit einem Paukenschlag - allerdings im falschen Register. Nach nur drei Minuten sah Devils-Verteidiger Vicente Peyroteo Gelb, weil er glaubte, Grätschen sei eine Kunstform. "Ich wollte nur den Ball treffen. Leider war da vorher noch ein bisschen Mensch", erklärte er später mit schiefem Lächeln. Trainer Ronnie Ekström rieb sich da schon die Stirn und ahnte: Das wird kein Spaziergang.

Guimaraes fand nach einer Viertelstunde besser ins Spiel, und als Tiago Vidigal in der 40. Minute nach feiner Vorarbeit von Raul Albacar zum 0:1 traf, herrschte kurz betretenes Schweigen im Stadion. "Wir haben zu passiv verteidigt, als würden wir ihnen höflich den Weg zum Tor freiräumen", schimpfte Ekström später. Dass seine Mannschaft zur Pause ohne weiteren Schaden in die Kabine ging, war auch Keeper Amram Hanegbi zu verdanken, der kurz vor dem Halbzeitpfiff eine Glanzparade zeigte - begleitet vom empörten Aufschrei des Publikums, das in dieser Szene den Schiedsrichter für alles verantwortlich machte, was im Leben schiefläuft.

Nach dem Seitenwechsel wechselte Ekström doppelt: Peyroteo und Tertyschny mussten runter, Francesco Marini und Danijel Jarakovic kamen - eine Mischung aus Verzweiflung und taktischem Mut. "Wir wollten frischer werden, aggressiver", so Ekström. Und tatsächlich: Ab Minute 50 begannen die Devils zu glühen.

In der 59. Minute dann der erste Lohn: Asen Christow, der rechte Flügelstürmer mit der Energie eines Espresso doppio, schloss nach Zuspiel von Christopher Bancroft trocken zum 1:1 ab. Vier Minuten später wieder dasselbe Duo, wieder Christow, wieder Bancroft - 2:1! Das Stadion bebte, die Tribüne sang, und selbst der sonst stoische Coach Ekström ballte die Faust. "Asen war heute on fire", grinste Bancroft später. "Ich musste den Ball nur noch in seinen Lauf legen - der Rest war Showprogramm."

Doch wer glaubte, das Spiel sei entschieden, unterschätzte die Zähigkeit der Portugiesen. Guimaraes blieb ruhig, fast provokant unaufgeregt. Trainer Matthias Ging, ein Mann mit der Gelassenheit eines Schachspielers, brachte in der 72. Minute gleich drei frische Akteure, darunter den agilen Bruno Locatelli. Und siehe da: In der 78. Minute war es Connor Gayheart, der nach Vorarbeit von Vidigal eiskalt zum 2:2 traf. "Ich hab gesehen, dass Hanegbi zu früh nach links ging - da dachte ich mir: Danke, nehme ich", sagte Gayheart später mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Charme und Bosheit pendelte.

Das Publikum allerdings war weniger charmant. Einige Fans der Devils verabschiedeten sich frühzeitig, andere forderten lautstark "mehr Mut". Die Mannschaft versuchte es - Swetlow scheiterte in der 85. und 90. Minute knapp -, doch der Ball wollte einfach nicht mehr über die Linie. "Vielleicht hätten wir den Platz ein bisschen breiter machen sollen", witzelte Ekström nach dem Spiel, "oder das Tor größer."

Statistisch gesehen hatten die Devils mit 55 Prozent Ballbesitz und 10:6 Torschüssen die Nase vorn, doch Guimaraes zeigte, warum Ballbesitz noch nie ein Garant für Siege war. Ihre Zweikampfstärke, die effiziente Nutzung weniger Chancen und ein unerschütterliches Selbstvertrauen machten den Unterschied.

Nach Abpfiff stand Ekström lange an der Seitenlinie, die Hände in den Taschen, das Haar leicht zerzaust. "So ist Fußball", murmelte er. "Mal bist du der Hammer, mal der Nagel. Heute waren wir eher das Brett."

Ging dagegen grinste zufrieden: "Ein Punkt in Manchester? Den nehmen wir mit. Und wenn die Devils so weiterpressen, sehen wir uns vielleicht im Halbfinale wieder."

So endet ein unterhaltsamer Fußballabend mit einem Ergebnis, das beiden Seiten nicht wirklich wehtut - aber auch niemanden glücklich macht.

Oder, um es mit den Worten eines Zuschauers im Block D zu sagen: "War kein Sieg, aber wenigstens hat keiner geschlafen."

22.07.643996 06:02
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Jetzt müssen wir gegen Stuttgart gewinnen. Ob wir wollen oder nicht.
Otto Rehhagel
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager