Sportexpress
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

Dresden tanzt den Hordel-Walzer - 3:1 und ganz viel jugendlicher Überschwang

30701 Zuschauer am Donnerstagabend im Rudolf-Harbig-Stadion bekamen eine Mischung aus jugendlicher Unbekümmertheit, taktischer Disziplin und einer Prise Slapstick geboten. Dinamo Dresden gewann mit 3:1 gegen TuS Hordel - und das Ergebnis war so verdient wie unterhaltsam.

Von Beginn an legten die Dresdner los, als hätten sie sich in der Kabine auf Energydrinks statt auf Taktikbesprechung verständigt. Bereits nach sechs Minuten prüfte der 18-jährige Nico Schlüter den Hordeler Torwart Karl Westphal mit einem ersten wuchtigen Versuch. Der Ball rauschte knapp vorbei, aber das Publikum war wach - und blieb es. "Ich wollte einfach mal zeigen, dass ich schießen kann", grinste Schlüter später. "Trainer Nauskas meinte nur: ’Mach ruhig, solange du triffst.’"

TuS Hordel versuchte zunächst mitzuhalten, geriet aber früh in gelbe Schwierigkeiten: Robert Held sah bereits in der siebten Minute die Verwarnung - sein rustikaler Zweikampf mit Laurent Gagnon erinnerte eher an Rugby als an Fußball. Kollege Meik Heine tat es ihm zehn Minuten später gleich. "Zwei Gelbe in 17 Minuten, das ist Rekord für uns", murmelte Hordel-Coach Ute Finkeldy später trocken.

In der 37. Minute folgte dann, was sich längst angedeutet hatte: Dresdens Linksaußen Uri Shum vollendete nach klugem Zuspiel von Otto Hahn zum 1:0. Der Ball zappelte im Netz, Shum breitete die Arme aus - und der Stadionsprecher brauchte ganze zehn Sekunden, um über den Jubel hinwegzukommen. "Ich hab’ ihn gar nicht richtig gesehen, der Ball war einfach weg", gestand Hordel-Keeper Westphal.

Zur Halbzeit führte Dresden verdient, hatte mehr vom Spiel, obwohl der Ballbesitz mit 48 zu 52 Prozent leicht zugunsten der Gäste ausfiel. Hordel hielt den Ball, Dresden machte die Tore - eine dieser alten Fußballweisheiten, die an diesem Abend wieder Gültigkeit besaß.

Nach der Pause kam die junge Dresdner Truppe noch spritziger aus der Kabine. In der 53. Minute erhöhte Mittelstürmer Tomas Schultz auf 2:0 - Vorlage von Luis Rupp, der den Ball butterweich durch die Abwehr steckte. "Das war wie im Training, nur dass diesmal Leute zugeschaut haben", lachte Schultz.

Und dann kam der Moment des Abends: Innenverteidiger Julius Buchholz, sonst eher Herr der langen Klärungen, fand sich in der 61. Minute plötzlich im gegnerischen Strafraum wieder. Schlüter flankte, Buchholz stieg hoch - und köpfte das 3:0. "Ich hab Julius selten so weit vorne gesehen", schmunzelte Trainer Maikma Nauskas. "Ich dachte erst, er sucht die Toilette."

Doch wer dachte, Hordel ergäbe sich, täuschte sich. Nur drei Minuten später traf Gabriel Cunningham nach Vorarbeit von Tomasz Miller zum 3:1. Der Treffer war so sehenswert wie überraschend, und kurz keimte Hoffnung auf. "Da haben wir kurz dran geglaubt", sagte Finkeldy, "aber Dresden hat uns dann einfach laufen lassen."

Die letzten 20 Minuten plätscherten munter dahin - im wahrsten Sinne des Wortes, denn leichter Regen setzte ein. Hordel musste Meik Heine nach einer Verletzung vom Platz nehmen, für ihn kam Luke Kinsella. Dresden wechselte doppelt, brachte Lars Hansen und Marco Beto - und beide fügten sich mit jugendlichem Elan nahtlos ein.

Statistisch gesehen war es eine klare Angelegenheit: 19 zu 8 Torschüsse, eine gewonnene Zweikampfquote von 54 Prozent - und drei wunderschön herausgespielte Treffer. Nur im Ballbesitz blieb Hordel leicht vorn, was aber ungefähr so tröstlich war wie ein Regenschirm im Orkan.

Nach Abpfiff zeigte sich Nauskas zufrieden, aber nicht selbstzufrieden: "Wir sind auf einem guten Weg, aber wir müssen lernen, nach dem 3:0 ruhiger zu bleiben. Die Jungs wollten noch vier machen." Seine Spieler grinsten - und einer rief aus der Kabine: "Chef, wir wollten nur Spaß haben!"

Hordel-Coach Finkeldy nahm’s sportlich: "Dresden war heute einfach eine Nummer zu flink. Wir haben versucht, das Spiel langsam zu machen - sie haben einfach schneller gedacht."

Als die Flutlichter erloschen, blieb der Eindruck eines Spiels, das weniger von Erfahrung als von jugendlicher Begeisterung lebte. Drei Tore von drei verschiedenen Torschützen, alle unter 31, zwei davon Teenager - das sagt alles über den Dresdner Weg.

Und während die Fans noch auf den Rängen sangen, lehnte sich ein junger Balljunge an die Bande und sagte zu seinem Kollegen: "Wenn das so weitergeht, spiel ich nächstes Jahr auch da vorne." Man kann’s ihm nicht verdenken - an diesem Abend wollte wohl jeder ein bisschen Dinamo sein.

21.05.644000 10:10
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Vielleicht sollten wir mal einen saufen gehen und uns gegenseitig auf die Fresse hauen.
Mario Basler nach einer Niederlagenserie
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager