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Ein Punkt, viele Chancen - Gmunden und Kottingbrunn teilen sich die Punkte

Wenn 27.341 Zuschauer an einem Montagabend in die Gmundner Arena strömen, dann will man dort Tore sehen, Dramatik - und vielleicht ein bisschen Chaos. Bekommen haben sie alles, nur eben nicht den Sieg. Der SV Gmunden und Kottingbrunn trennten sich nach 90 intensiven Minuten mit einem 1:1, einem Ergebnis, das beide Mannschaften irgendwie zufrieden und gleichzeitig unzufrieden ließ.

Schon die ersten Minuten gaben den Ton an. Kaum war der Anpfiff verklungen, da drosch Marvin Eder den Ball in der 1. Minute Richtung Gästetor. "Ich wollte gleich ein Zeichen setzen", grinste der bullige Mittelstürmer später, "leider war das Zeichen eher für die Balljungen hinterm Tor." Gmunden spielte, als hätte Trainer Paul Gloesmann die Mannschaft mit Espresso intravenös versorgt: offensiv, druckvoll, mit 16 Torschüssen insgesamt, und doch immer wieder an der Präzision scheiternd.

In der 22. Minute war es dann so weit: Der agile Johann Haag verwertete eine butterweiche Hereingabe von Alois Heinz zur 1:0-Führung. Der Jubel war laut, das Bier floss - und Coach Gloesmann streckte die Faust gen Himmel. "Das war genau das, was wir trainiert haben", rief er, halb stolz, halb heiser. Leider dauerte die Freude nicht lange.

Kottingbrunn, von Trainer Michael Goldfinger mit der typisch balancierten Taktik ausgestattet, ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Sie hatten mehr Ballbesitz (57 Prozent), wirkten abgeklärter, reifer. In der 36. Minute klingelte es im Kasten der Gmundner: Antonio Antunez, 35 Jahre alt und offenbar immer noch mit einem rechten Fuß aus Granit gesegnet, zimmerte den Ball nach Vorlage von Theodor Herman ins Netz. Der Ausgleich war verdient, und Goldfinger kommentierte später trocken: "Antonio ist wie ein guter Rotwein - er braucht Zeit, aber dann wirkt’s."

Danach entwickelte sich ein Spiel, das man in der Redaktion gerne als "offenen Schlagabtausch" bezeichnet, in Wahrheit aber ein Wechselbad aus vergebenen Chancen, leichten Fouls und lautstarken Diskussionen war. Fabio Usai von Kottingbrunn holte sich in der 52. Minute die obligatorische Gelbe Karte ab, nachdem er Diego Domingos etwas zu stürmisch die Grenze zwischen fair und rustikal erklärt hatte. "War doch nix", winkte Usai ab. Der Schiedsrichter sah das anders.

Nach der Pause wechselte Gmunden jung: Der 17-jährige Keeper Kevin Max durfte für Alain Astruc ran. "Ich hab gezittert, aber nur vor Freude", sagte der Teenager, dessen Eltern auf der Tribüne fast lauter schrien als die Fankurve. Astruc klopfte ihm beim Rausgehen auf die Schulter und murmelte: "Mach’s besser als ich - ist nicht schwer heute."

Die Schlussphase war dann ein wilder Ritt. Nick Born prüfte den Kottingbrunner Torhüter Pol Moutinho gleich mehrfach (78., 91.), während auf der anderen Seite Humberto Antonio in der Nachspielzeit (92.) beinahe alles entschied - doch Kevin Max war da und hielt glänzend. "Den hab ich mit den Fingerspitzen erwischt", sagte er später, als wäre das alles völlig selbstverständlich.

Die Statistik spricht Bände: 16 Torschüsse für Gmunden, 9 für Kottingbrunn. Doch Ballbesitz ist bekanntlich keine Währung, die in Toren ausgezahlt wird. Und so blieb es beim 1:1, einem Resultat, das auf der Anzeigetafel unspektakulär aussieht, in Wahrheit aber ein Spiel mit vielen Geschichten dahinter erzählt.

Coach Gloesmann bilanzierte mit einem ironischen Lächeln: "Wir wollten drei Punkte, bekommen haben wir einen - das ist Mathematik für Fortgeschrittene." Goldfinger konterte mit einem Schmunzeln: "Wir spielen auf Ausgeglichenheit, das war heute Taktik."

Als die Flutlichter erloschen und die Fans langsam den Berg hinunter Richtung Stadt zogen, blieb die Frage offen, ob das ein gewonnener oder ein verlorener Punkt war. Vielleicht beides. Vielleicht keins von beidem.

Nur eines ist sicher: Wer an diesem Abend in Gmunden war, der hat Fußball gesehen, wie er sein soll - mit Herz, Fehlern, Emotionen und einer Prise Chaos. Und das Publikum? Es applaudierte, als wäre ein Sieg gefallen. Vielleicht, weil man spürte: Auch ein 1:1 kann ein kleines Fußballfest sein.

08.07.644000 12:17
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Ich kann es mir als Verantwortlicher für die Mannschaft nicht erlauben, die Dinge subjektiv zu sehen. Grundsätzlich werde ich versuchen zu erkennen, ob die subjektiv geäußerten Meinungen subjektiv sind oder objektiv sind. Wenn sie subjektiv sind, dann werde ich an meinen objektiven festhalten. Wenn sie objektiv sind, werde ich überlegen und vielleicht die objektiven subjektiv geäußerten Meinungen der Spieler mit in meine objektiven einfließen lassen.
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