Haaretz Sports
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Ein später Treffer rettet Tirat Carmel das 2:2 gegen Raanana

Es war einer dieser Abende, an denen Fußballromantiker und Herzpatienten gleichermaßen auf ihre Kosten kamen: 48.792 Zuschauer im Stadion von Tirat Carmel sahen ein 2:2, das in seiner Dramaturgie fast schon zu perfekt wirkte. Früh geführt, dann kalt erwischt, lange verzweifelt - und am Ende doch noch gerettet.

Schon in der sechsten Minute bebte das Stadion, als Frans Dahl, der flinke Däne auf der linken Seite, einen Pass von Adriano Figo aufnahm und den Ball unhaltbar ins lange Eck drosch. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Dahl später, "aber manchmal findet der Ball eben selbst den Weg." Trainerin Babsi Klemm riss die Arme hoch, schien aber schon zu ahnen, dass dieser Abend noch lange dauern würde.

Denn die Raanana Reds, taktisch gewohnt ausgewogen unter Levi Ackerman, ließen sich vom frühen Rückstand kaum beeindrucken. Mit 56 Prozent Ballbesitz und einer Passquote, die jedem Statistikliebhaber Tränen der Rührung in die Augen treiben würde, begannen sie zu dominieren. In der 28. Minute zirkulierte der Ball wie an der Schnur gezogen durch das Mittelfeld - Alexander Bail legte quer, Miguel Salvadorez zog ab - 1:1. Nur eine Minute später folgte der Doppelschlag: Meir Hanegbi sprintete über links, passte mustergültig auf Nicolas Fryer, der eiskalt vollendete. 2:1 für Raanana, und plötzlich wirkte Tirat Carmel wie ein Boxer, der nach zwei Haken nach Luft ringt.

"Wir haben uns kurz in Schönheit verloren", gab Trainerin Klemm später zu. "Aber Schönheit bringt selten Punkte."

Zur Pause reagierte sie, brachte Rasmus Clausen und Kacper Wojciechowski - frische Beine, frische Hoffnung. Levi Ackerman wechselte seinerseits den glücklichen Fryer aus und gönnte Dalia Levinger einen Auftritt. Fortan entwickelte sich ein offener Schlagabtausch: Tirat Carmel rannte, Raanana kontrollierte. Die Gastgeber feuerten Torschüsse im Minutentakt ab - 15 an der Zahl -, doch Keeper Pinchas Zeewi hielt, was zu halten war.

Die Szene des Spiels? Vielleicht in der 68. Minute, als Innenverteidiger Robert Catalano nach einem rustikalen Einsteigen Gelb sah und mit einem halben Lächeln Richtung Schiedsrichter meinte: "Ich wollte nur den Ball, aber der Ball wollte nicht mich." Selbst der Unparteiische musste kurz schmunzeln.

In der Schlussphase warf Tirat Carmel alles nach vorn. Sigurd Carlsen scheiterte gleich zweimal knapp (72. und 73. Minute), Frans Dahl setzte einen Schuss in der 85. Minute Zentimeter neben den Pfosten. Auf der anderen Seite vergaben Bail und Levinger zwei Konterchancen, die das Spiel hätten entscheiden können.

Und dann kam die 95. Minute. Noch ein letzter Angriff, noch ein letzter Versuch. Dahl flankte von links, Ethan Marley rauschte heran und drückte den Ball mit der Entschlossenheit eines Mannes, der keine Ausreden mehr hören will, über die Linie - 2:2! Jubel, Tränen, ein kollektives Aufatmen.

"Ich hab’ nur noch gehofft, dass das Netz hält", scherzte Marley nach dem Spiel, während Dahl ihn lachend umarmte. "Frans hat mir vorher gesagt: ’Wenn du da reingehst, mach’s gefälligst richtig.’ Also hab ich’s gemacht."

Raananas Coach Ackerman nahm es gefasst: "Wir hätten das Spiel früher entscheiden müssen. Aber so ist Fußball - manchmal ist das Drehbuch zu schön, um wütend zu sein."

Am Ende standen 15:10 Torschüsse und eine leichte Ballbesitzdominanz für Raanana (56:44). Doch auf dem Papier zählt nur das Ergebnis - und das spricht für ein gerechtes Unentschieden.

Die Fans von Tirat Carmel feierten ihre Mannschaft, als hätte sie den Titel geholt. Vielleicht, weil sie spürten, dass Einsatz und Wille manchmal mehr wert sind als Taktiktafeln und Prozente. Vielleicht aber auch, weil Fußball genau solche Abende braucht: laute, wilde, unvollkommene - mit einem Happy End, das niemand mehr erwartet hatte.

Oder, wie Trainerin Babsi Klemm es mit einem Augenzwinkern sagte: "Ich wollte drei Punkte. Aber nach so einem Finish nehme ich auch zwei - und eine Beruhigungstablette."

29.09.643996 16:25
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Gerade diesen Nike-Spot sehe ich sehr negativ. Es beginnt jetzt die Reisezeit. Stellen Sie sich nur vor, die Kinder beginnen jetzt auf den Flughäfen mit Bällen herumzudribbeln.
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