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Eindhoven, 3. Mai 2026 - 41.958 Zuschauer im Philips-Stadion sahen an diesem lauen Frühlingsabend ein Spiel, das nicht nur auf der Anzeigetafel mit 3:1 (2:0) für PVC Eindhoven glänzte, sondern auch auf dem Rasen eine klare Geschichte erzählte: Flügelsturm trifft auf Mittelmaß. Trainer Markus Frey hatte seine Elf von Beginn an offensiv ausgerichtet, Angriff über die Flügel, aggressiv im Zweikampf, aber mit erstaunlich ruhigem Passspiel. Und schon nach acht Minuten dröhnte das Stadion, als ausgerechnet Linksverteidiger Garritt Van Schoonhoven nach feiner Vorarbeit von Jean Dumont zum 1:0 einschob. "Ich dachte, ich sei zu weit vorne", grinste Van Schoonhoven später in der Mixed Zone, "aber wenn Dumont flankt, sollte man besser da sein." Berkum schien von dieser frühen Führung nicht sonderlich beeindruckt, versuchte stattdessen, mit kontrolliertem Ballbesitz Ruhe ins Spiel zu bringen - immerhin kamen die Gäste am Ende auf 52 Prozent Ballbesitz. Doch was hilft das, wenn man die Kugel zwar hat, aber nichts daraus macht? Drei harmlose Schüsse in den ersten zwanzig Minuten, ein gelber Karton für Innenverteidiger Vincent Makukula nach rustikalem Einsteigen gegen Bas Dost, und die Erkenntnis: Ballbesitz allein gewinnt keine Spiele. Eindhoven dagegen blieb eiskalt. In der 34. Minute war es Everhart Vanderzee, der einen präzisen Pass von - wer sonst - Van Schoonhoven verwertete. 2:0, und die Südtribüne verwandelte sich in eine rot-weiße Partyzone. Berkum-Trainer Jeroen van der Maat (der Mann wirkte an diesem Abend so ratlos wie ein Tourist ohne Stadtplan) brüllte von der Seitenlinie: "Kürzere Abstände! Mehr Druck!" Doch seine Spieler wirkten, als hätten sie die Worte auf Holländisch, Deutsch und Englisch gehört - und trotzdem nicht verstanden. Nach der Pause wechselte Frey den routinierten Nelio Viana für den jungen Postiga ein. "Wir wollten mehr Kontrolle im Zentrum, um die Konter besser einzuleiten", erklärte der Coach später. Und tatsächlich: Eindhoven spielte nun abwartender, lauerte auf Umschaltmomente - und traf genau so. In der 63. Minute schickte Dumont den pfeilschnellen Bas Dost steil, der Keeper Vulin keine Chance ließ. 3:0, Spiel entschieden. Berkum verkürzte zwar in der 71. Minute durch Johann Blais nach Vorarbeit von Rechtsverteidiger Ivica Denic auf 3:1, doch es war nur ein kosmetischer Treffer. "Wir wollten zeigen, dass wir leben", meinte Blais nachher mit einem müden Lächeln, "aber ehrlich gesagt, Eindhoven war heute einfach besser." Die Statistiken sprachen eine deutliche Sprache: 13 Torschüsse für die Hausherren, 11 für Berkum - aber in der Qualität der Chancen lagen Welten. Eindhoven war zielstrebiger, wuchtiger, entschlossener. Selbst als Bas Dost in der 86. Minute die Gelbe Karte sah, weil er seinen Frust über einen nicht gegebenen Elfmeter lautstark kommentierte, grinste Frey nur an der Seitenlinie: "Bas redet manchmal mehr, als er schießt - heute war’s beides gut." Auffällig auch: Die rechte Seite mit Vanderzee und Diarra funktionierte wie geölt. Mehrfach brachten sie die Gästeabwehr ins Schwimmen, während Keeper Harrison Corey auf der anderen Seite einen ruhigen Abend verbrachte - sieht man von zwei Distanzschüssen ab, die er lässig wegfaustete. Nach dem Schlusspfiff feierten die Fans ihre Mannschaft mit stehenden Ovationen. Van Schoonhoven nahm den Applaus bescheiden entgegen, Vanderzee tanzte mit den Balljungen, und Frey klopfte jedem seiner Spieler auf die Schulter, als wolle er sagen: "Genau so sieht mein Fußball aus." Für Berkum hingegen bleiben Fragen. Trotz mehr Ballbesitz, diszipliniertem Aufbau und einigen ordentlichen Kombinationen fehlte die Durchschlagskraft. "Wir haben schön gespielt, aber das Tor war irgendwie immer ein paar Meter weiter links", murmelte Mittelfeldmann Richard Ivana selbstironisch. So bleibt unterm Strich ein verdienter Sieg für Eindhoven, das nun weiter im oberen Tabellendrittel bleibt. Berkum dagegen dürfte den Abend so schnell nicht vergessen - zumal Makukula im Kabinengang noch mit einem Balljungen darüber diskutierte, ob seine Gelbe Karte wirklich nötig war. Der Junge nickte ernst. Makukula lachte - immerhin einer, der an diesem Abend Humor bewies. Ein Spiel also, das alles hatte: frühe Tore, schöne Flanken, ein wenig Drama - und den Beweis, dass Offensivfußball über die Flügel manchmal einfach das schönste Rezept ist. Oder, wie Frey es trocken zusammenfasste: "Wenn’s läuft, dann läuft’s. Und heute lief’s." 15.10.643999 21:50 |
Sprücheklopfer
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