Voetbal International
+++ Sportzeitung für Niederlande +++

Eindhoven siegt knapp - frühes Feuerwerk, spätes Zittern

PVC Eindhoven hat am Mittwochabend im eigenen Stadion ein Spiel gewonnen, das in den ersten 25 Minuten nach einem Schützenfest roch - und danach zu einer zähen Verteidigungsübung verkam. 2:1 hieß es am Ende gegen einen tapferen FC Sittard, der zwar mehr Ballbesitz hatte, aber zu wenig daraus machte. 43.500 Zuschauer sahen eine Partie, die in der ersten Halbzeit alle Emotionen eines ganzen Wochenendes bündelte - und in der zweiten vor allem aus kollektivem Zähneknirschen bestand.

Schon nach vier Minuten deutete sich an, wohin die Reise gehen könnte: Teo Males prüfte den Sittarder Nachwuchskeeper Herold Halse mit einem satten Schuss - der 19-Jährige hielt spektakulär, als wolle er seinem Trainer Patrick We gleich in der ersten Szene beweisen, warum man ihm vertraut hatte. Sechs Minuten später jubelte das Philips-Stadion trotzdem. Otto Pederson, der norwegische Flügelflitzer mit der Ruhe eines Uhrmachers, schlenzte den Ball in der 14. Minute ins lange Eck - nach feinem Zuspiel von Diego Henriquez. "Ich hab’ einfach gemacht, was Diego gesagt hat: ’Lauf, ich find dich’", grinste Pederson später. Henriquez, 33 Jahre alt und Routinier im Mittelfeld, nickte zufrieden: "Manchmal muss man die Jungen einfach laufen lassen."

Doch Sittard antwortete prompt. Nur sechs Minuten später konterte der Außenseiter mit jugendlicher Frechheit: Damian Albentosa zog über links, flankte flach, und Noach Groesbeck, 22 Jahre jung, grätschte den Ball über die Linie. Markantes Detail: derselbe Groesbeck hatte nur Sekunden zuvor schon einmal aufs Tor geschossen - diesmal saß der Versuch. "Ich wollte zeigen, dass der erste kein Zufall war", sagte er mit einem Augenzwinkern.

Das Spiel war da gerade mal 20 Minuten alt - und das Publikum hatte schon zwei Tore gesehen. Vier Minuten später folgte der Treffer, der den Abend entscheiden sollte. Der 19-jährige Karel Cure, links im Mittelfeld, nahm einen Abpraller nach einer Ecke auf und schoss, als hätte er nie etwas anderes getan. Der Ball schlug halbhoch im Netz ein. Vorlagegeber: ausgerechnet Innenverteidiger Jannik Albers, der mit nach vorn geeilt war. "Ich wollte eigentlich nur stören", gab Albers später lachend zu.

Die verbleibenden 65 Minuten? Eine Mischung aus Nervenspiel, taktischem Tauziehen und gelegentlicher Pyrotechnik auf den Rängen. Eindhoven blieb offensiv ausgerichtet, doch Trainer Markus Frey stellte nach der Pause dezent auf Konter um - vielleicht auch, weil er sah, dass seine Mannschaft in der ersten Halbzeit 17 Abschlüsse gesammelt hatte und nun die Beine schwer wurden. "Wir mussten nicht mehr zaubern, nur noch überleben", sagte Frey trocken.

Sittard, das laut Statistik mit 51 Prozent Ballbesitz leicht die Nase vorn hatte, versuchte alles - doch die Angriffe verliefen meist im Sand. Groesbeck blieb gefährlich, schoss in der 73. und 76. Minute noch zweimal aufs Tor, doch Keeper Fotios Siontis hielt seinen Kasten sauber. In der 49. Minute hatte er schon gegen Bernardo Silva (nein, nicht der) glänzend pariert. Die Szene entlockte dem Publikum stehende Ovationen - und Frey ein kurzes Lächeln, das man als "bitte nicht wieder das alte Drama" deuten konnte.

Das Drama kam trotzdem fast: In der 81. Minute tauchte Sittards Elmo Barhydt frei vor Siontis auf, vergab aber kläglich. "Ich hatte zu viel Zeit zum Nachdenken", stöhnte er hinterher. Trainer Patrick We war weniger nach Humor: "Wir verlieren das Spiel in 15 Minuten und finden danach nicht mehr den Schlüssel." Seine Mannschaft kassierte später noch eine Gelbe Karte (Gottfried Sleeper, 69.), was sinnbildlich für die zunehmende Verzweiflung stand.

Eindhoven wechselte spät - erst in der 90. Minute brachte Frey frische Kräfte: Louis Masse und Ersatztorwart Harrison Corey durften noch ein paar Sekunden Bundesligaluft schnuppern. "Ich wollte sie nicht kalt lassen", sagte der Coach und lächelte sarkastisch.

Statistisch betrachtet war es ein Sieg des Effizienz-Fußballs: 17 Schüsse für Eindhoven, 8 für Sittard, 53 Prozent gewonnene Zweikämpfe für die Hausherren. Der Rest war Wille, Routine - und ein bisschen Glück.

"Das war kein Spiel für Feingeister", meinte Kapitän Henriquez zum Schluss. "Aber drei Punkte sind drei Punkte, und schön ist überbewertet."

Vielleicht war das die ehrlichste Analyse des Abends. Denn schön war’s nur am Anfang. Danach zählte der Kampf - und der gehört bekanntlich auch zum Fußball, selbst in Eindhoven.

29.04.644000 14:30
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Das ist das Problem in Frankfurt: Hier muss einer nur dreimal mit dem Hintern wackeln, und schon ist er ein guter Spieler.
Jupp Heynckes
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager