Elfmeter
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Eintracht Northeim schießt sich spät frei - 2:0 gegen TuSpo Petershütte

Eintracht Northeim hat am Mittwochabend vor 2957 Zuschauern im Gustav-Wegner-Stadion den sechsten Spieltag der Verbandsliga D mit einem verdienten 2:0 gegen TuSpo Petershütte beendet. Nach einer zähen ersten Halbzeit brauchte es zwei Momente der Entschlossenheit - und vielleicht auch ein bisschen Frustbewältigung - um den Widerstand der Gäste zu brechen.

Von Beginn an war klar, wer hier das Spiel machen wollte. Northeim, von Trainer Tim Picke mit einer offensiven Flügelstrategie auf den Platz geschickt, attackierte früh, lief hoch an und kombinierte gefällig - allerdings nur bis zum Strafraum. "Wir haben uns in Schönheit festgespielt", seufzte Picke später, "aber Fußball wird leider nicht nach Ballbesitz, sondern nach Toren bewertet." Mit 57,7 Prozent Ballbesitz und stolzen 17 Torschüssen gegenüber mageren drei Versuchen der Gäste hatte seine Mannschaft die Statistik fest in der Hand - nur das Tor fehlte.

Schon in der ersten Minute prüfte Lionel Ronaldo den Petershütter Keeper Alexander Herzog, der die Kugel jedoch mit einem Reflex an den Pfosten lenkte. "Ich dachte, das Netz zappelt schon", grinste Ronaldo nach dem Spiel, "aber der Torwart war wohl anderer Meinung." In der achten Minute wieder derselbe Zweikampf, wieder Ronaldo, wieder Herzog - diesmal spektakulär per Flugparade. Die Northeimer Fans begannen, ungeduldig auf der Tribüne zu murmeln.

TuSpo Petershütte wiederum wirkte wie ein Schüler, der seine Hausaufgaben vergessen hat, aber hofft, dass der Lehrer es nicht merkt. Ab und zu konterten sie, meist über Tobias Reinhardt oder Lennard Bock, doch spätestens am Sechzehner war Endstation. Immerhin: In der 13. Minute brachte Reinhardt erstmals Northeims Torhüter Justin Schultz ins Schwitzen - es sollte der einzige ernsthafte Prüfstein der ersten Halbzeit bleiben.

Nach 45 torlosen Minuten ging es mit einem 0:0 in die Kabine. Man konnte sich vorstellen, wie Picke dort den Ton leicht anhob. "Ich habe ihnen gesagt, sie sollen endlich so spielen, wie sie trainieren - und nicht umgekehrt", verriet der Coach später mit einem Augenzwinkern.

Und siehe da: Drei Minuten nach Wiederanpfiff platzte der Knoten. Rafael Santoyo, der Wirbelwind auf der linken Seite, setzte sich mit einem frechen Haken durch und legte quer auf Thomas McGowan. Der zögerte keine Sekunde und hämmerte den Ball aus 16 Metern in die Maschen - 1:0 (47.). Das Stadion explodierte, McGowan riss die Arme hoch, und selbst der Stadionsprecher klang, als hätte er gerade im Lotto gewonnen.

Danach kontrollierte Northeim das Geschehen souverän. Petershütte wirkte geschockt, und als dann auch noch Rechtsverteidiger Felix Schreiber nach einem übermotivierten Einsteigen Gelb sah (64.), sank die Hoffnung auf eine Wende endgültig. Als wäre das nicht genug, musste kurz darauf Northeims Luca Schiller verletzt vom Platz - die einzige Schrecksekunde für die Gastgeber. Für ihn kam der junge Hermann Hausmann, der sich sofort mit rustikalem Zweikampfverhalten einführte. "Ich wollte gleich zeigen, dass ich da bin", meinte der 19-Jährige später - und das tat er.

Die Schlussphase gehörte wieder der Eintracht. Emil Musiala prüfte Herzog (85.), Ronaldo zielte knapp vorbei (87.) - und dann kam der Schlusspunkt: In der 88. Minute flankte Liam Krause butterweich von links, und ausgerechnet Linksverteidiger Ronald Ott schlich sich nach vorn, nahm Maß und traf trocken ins lange Eck zum 2:0. "Ich dachte, wenn unsere Stürmer’s nicht machen, dann muss ich halt", lachte Ott nach dem Spiel.

Damit war alles entschieden. Petershütte, offensiv angekündigt, aber defensiv gefordert, konnte Northeim nichts mehr entgegensetzen. Trainer Picke war zufrieden, aber nicht überschwänglich: "Wir hätten das früher klar machen müssen. Aber am Ende zählt das Ergebnis - und das war heute sehr ordentlich."

TuSpo-Coach, dessen Name sich nicht in die Statistik verirrt hat, stand nach Spielende etwas ratlos an der Seitenlinie. "Wir wollten eigentlich offensiv auftreten", murmelte er, "aber irgendwann wurde klar, dass wir vor allem verteidigen müssen."

So blieb es beim verdienten 2:0 für Eintracht Northeim, die sich mit nun sichererem Selbstvertrauen in die obere Tabellenregion der Verbandsliga D schieben dürften. Die Fans sangen, die Sonne ging langsam hinterm Stadion unter, und irgendwo auf dem Rasen grinste Thomas McGowan noch immer, als wüsste er ganz genau: Heute war sein Abend.

Oder, um es mit den Worten eines älteren Zuschauers auf der Tribüne zu sagen: "Wenn sie immer so spielen, kann man die Dauerkarte ja behalten."

16.12.644002 03:56
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Freundschaften zählen für mich sehr, aber nicht in diesem Geschäft. Ich habe Jürgen Gelsdorf vor die Tür gesetzt, der war sogar mein Trauzeuge.
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