Sport-Blick
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FC Küssnacht zerlegt Collombey-Muraz - 5:0 und kein Ende in Sicht

Es war ein lauer Sommerabend am Vierwaldstättersee, 20:15 Uhr Anpfiff, 3118 Zuschauer auf der Tribüne, und nach kaum einer Minute war die Messe gelesen. Der FC Küssnacht hatte offenbar beschlossen, den 7. Spieltag der 4. Liga Schweiz (2. Division) als Schützenfest zu nutzen - und Collombey-Muraz durfte die Zielscheibe spielen.

Schon in der 1. Minute donnerte Simon Prudhomme den Ball nach Vorlage von Alexandre Richard ins Netz. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Richard später, "aber Simon steht halt immer da, wo’s wehtut." 1:0 - und das Publikum hatte gerade erst Platz genommen. Zwei Minuten später wurde der Torjubel zur Dauerschleife: Heinz Fuhrmann vollendete nach feinem Pass von Prudhomme zum 2:0. Auf der Bank von Collombey-Muraz sah Trainer (dessen Name man sich lieber spart) bereits aus, als überlege er, ob das Rückfahrticket nicht gleich für die ganze Saison gilt.

Küssnacht spielte wie entfesselt: 29 Torschüsse, 53 Prozent Ballbesitz und eine tackling-Quote von knapp 60 Prozent untermauern, dass hier kein Zweifel bestand, wer an diesem Abend das Kommando führte. Gastkeeper Nick Lessard sah mehr Leder als jeder Balljunge. Der einzige Lichtblick für die Gäste: Jacques Girard hatte in der 14. Minute einen Torschuss. Der blieb allerdings so harmlos, dass selbst Küssnachts Torwart Guy Christ sich ein Lächeln erlaubte. "Ich dachte, der Ball will nur kurz guten Abend sagen", witzelte er später.

Noch vor der Pause legte Fuhrmann nach. In der 41. Minute verwandelte er eine butterweiche Flanke von Pierre Buffett zum 3:0. "Fuhrmann hat heute offenbar beschlossen, dass Training überbewertet ist", meinte ein Zuschauer lachend. Und tatsächlich: Küssnacht machte weiter, als ginge es um die Torjägerkanone der Welt.

Nach der Pause das gleiche Bild: Collombey-Muraz stellte zwar auf "offensiv" um - zumindest laut Taktiktafel -, aber das war, als würde man mit einem Regenschirm gegen einen Sturm anrennen. In der 50. Minute erhöhte Paul Ouellet nach Vorlage von Jean-Pierre Le Tallec auf 4:0. Ouellet lief jubelnd zur Tribüne, deutete auf seinen Schuh und rief: "Endlich hat er getroffen!" Man darf vermuten, der Ball meinte ihn.

Der Schlusspunkt kam in der 78. Minute: Le Tallec selbst durfte ran, nach Vorarbeit des unermüdlichen Prudhomme. 5:0, und die Fans tanzten auf den Holzbänken. "Ich bin froh, dass wir keine sechste Torempfehlung mehr bekommen haben", sagte der Gästecoach später mit Galgenhumor. "Unsere Defensive war heute so offen wie ein Sonntag im Freibad."

Die Statistik liest sich wie ein Eintrag in einem Lehrbuch für Einbahnstraßenfußball: 29 Schüsse auf das Tor für Küssnacht, einer für Collombey. Der Ballbesitz war mit 53 zu 47 Prozent fast ausgeglichen, was allerdings vor allem daran lag, dass Küssnacht so oft traf, dass die Gäste häufiger anstoßen durften.

Besonders auffällig: die Spielfreude des Trios Prudhomme-Fuhrmann-Le Tallec. Zwischen den dreien lief der Ball wie an der Schnur gezogen, und selbst kleine Missverständnisse - wie Prudhommes Gelbe Karte in der 24. Minute nach zu enthusiastischem Körpereinsatz - konnten den Rhythmus nicht stören. "Ich wollte nur Hallo sagen", verteidigte sich Prudhomme schmunzelnd.

Nach dem Abpfiff war Trainer Küssnacht (dessen Name man in Küssnacht wohl bald auf ein Bierglas gravieren wird) sichtlich zufrieden: "Das war heute Fußball mit Herz und Humor. Die Jungs haben Spaß gehabt - und das sieht man im Ergebnis."

Collombey-Muraz hingegen machte sich wortkarg auf den Heimweg. Ein Spieler murmelte beim Einsteigen in den Bus: "Wenigstens hat’s nicht geregnet."

So bleibt von diesem Abend ein Spiel, das so einseitig war, dass sogar der Stadionsprecher beim fünften Treffer kurz die Namen verwechselte. Küssnacht jedenfalls hat ein Ausrufezeichen gesetzt - und Collombey-Muraz die wohl längsten 90 Minuten ihrer Saison beschert.

Schlusswort: Wenn der FC Küssnacht so weitermacht, sollten die Gegner beim nächsten Mal vielleicht schon beim Einlaufen an den Anstoßpunkt denken - man weiß ja nie, wann der Ball das erste Mal im Netz zappelt.

27.12.644002 16:05
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Solange Karl-Heinz Rummenigge und ich etwas beim FC Bayern zu sagen haben, wird der bei diesem Verein nicht mal Greenkeeper im neuen Stadion.
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