Sportexpress
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

FC Marzahn tanzt TuS Hordel aus - 3:1-Heimsieg mit jugendlicher Frechheit

Ein kalter Februarabend, Flutlicht über Marzahn, 29.553 Zuschauer mit heißem Tee und noch heißeren Erwartungen: Der FC Marzahn empfing TuS Hordel zum 16. Spieltag der 2. Liga. Am Ende stand ein 3:1 auf der Anzeigetafel - und ein zufriedener Trainer Frank Henning, der nach Abpfiff mit einem Grinsen erklärte: "Ich hab den Jungs gesagt: Wenn ihr schon friert, dann wenigstens beim Jubeln!"

Die Partie begann mit einem Paukenschlag. Schon in der 13. Minute spielte sich der erst 17-jährige Joschua Rupp in die Herzen der Fans. Nach einem präzisen Zuspiel von Jake Carsley nahm er den Ball elegant mit und schob ihn abgeklärt ins lange Eck - 1:0. Der Teenager riss die Arme hoch, die Kurve tobte. Später sagte er mit leichtem Zittern in der Stimme: "Ich wusste gar nicht, ob ich jubeln oder meine Mutter anrufen soll."

Nur acht Minuten später legte Charles McGee nach. Der bullige Linksaußen, sonst eher für rustikale Tacklings bekannt, verwandelte eine Flanke von Linksverteidiger Peter Jacobsen volley - 2:0. McGee kommentierte trocken: "Ich wollte eigentlich flanken, aber der Ball hatte andere Pläne."

TuS Hordel wirkte in der ersten Hälfte etwas überfordert mit Marzahns aggressivem Pressing und präzisem Kurzpassspiel - obwohl laut Statistik das Pressing der Hausherren offiziell "NO" war. Vielleicht ein technischer Messfehler, vielleicht einfach Marzahner Chaos-Taktik. Trainerin Ute Finkeldy gestikulierte wild an der Seitenlinie, während sie ihren Flügelspielern Marwin Rodriguez und Tiago Valente zurief: "Lauft endlich auf die Grundlinie, nicht in die Kantine!"

Nach der Pause brachte Henning den erfahrenen Maurice Barbier für Rupp, und das sollte sich sofort auszahlen. In der 48. Minute zirkelte Barbier einen Freistoß in den Strafraum, wo Innenverteidiger Kian Lewis per Kopf zum 3:0 traf. Ein Innenverteidiger-Tor aus dem Lehrbuch. Lewis grinste nach dem Spiel: "Ich hab selten so hoch gesprungen - wahrscheinlich, weil ich wusste, dass der Trainer sonst wieder laufen lässt."

Doch Hordel gab sich nicht kampflos geschlagen. Nur vier Minuten später traf der altgediente Mathias Stefan nach Zuspiel von André Lange zum 3:1. Ein schöner Treffer aus spitzem Winkel, der zumindest kurzzeitig Hoffnung weckte. "Da haben wir gezeigt, dass wir auch Tore können", meinte Stefan später mit verschmitztem Lächeln.

Die zweite Halbzeit wurde ruppiger. Marzahns Peter Jacobsen sah nach einem beherzten Einsteigen in der 19. Minute Gelb, später folgten Peter Mann (79.) und Jake Carsley (92.) - offenbar hatten die Marzahner beschlossen, gelb als Vereinsfarbe zu etablieren. Henning nahm es gelassen: "Lieber Gelb als blass. Wir waren heute lebendig."

In der Schlussphase versuchte Hordel alles, schoss sogar häufiger aufs Tor (16 Torschüsse gegenüber Marzahns 15), doch Torhüter Vicente Domingos blieb souverän - bis er in der 75. Minute unter Applaus für den 17-jährigen Lucas Meiser Platz machte. Der Youngster durfte seine ersten Profiminuten sammeln, und als Tiago Valente in der 91. Minute noch einmal gefährlich abzog, flog Meiser wie ein erfahrener Keeper und parierte spektakulär. "Ich hab einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass es knallt", verriet er lachend.

Statistisch sah es ausgeglichen aus: Marzahn mit leichtem Ballbesitzvorteil (54 Prozent), Hordel mit etwas besserer Zweikampfquote (50,4 Prozent). Doch die Effektivität machte den Unterschied. Während die Gäste viel versuchten und wenig trafen, zeigte Marzahn, wie man mit jugendlicher Zielstrebigkeit und etwas Glück Spiele entscheidet.

Nach dem Abpfiff schüttelten sich die Trainer die Hände, und Finkeldy bilanzierte ehrlich: "Marzahn war heute einfach cleverer. Wir haben zu lange gebraucht, um warm zu werden - und dann war’s vorbei."

Henning dagegen schwärmte von seiner jungen Garde: "Wenn die Jungs so weitermachen, müssen wir bald den Jugendknast als Talentschmiede anmelden."

So endete ein Abend, der alles bot: Tore, Karten, Emotionen und ein Hauch von Berliner Frechheit. Der FC Marzahn bleibt mit diesem Sieg im Aufstiegsrennen, während TuS Hordel weiter auf der Suche nach Konstanz bleibt - und vielleicht nach einer Heizung für die kalten Auswärtsabende.

Oder, wie ein Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Wenn das die zweite Liga ist, will ich gar nicht wissen, wie lustig’s in der ersten zugeht."

29.11.643990 15:55
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ich habe viel mit Mario Basler gemeinsam. Wir sind beide Fußballer, wir trinken beide gerne mal einen, ich allerdings erst nach der Arbeit.
Felix Magath
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager